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Teilzeit / Flexible Arbeitsmodelle

6-Stunden-Arbeitstag? Ein Konzept mit vielen Vorzügen

Teilzeit / Flexible Arbeitsmodelle
06. April 2016
Sechs Stunden arbeiten und dann den Feierabend mit der Familie geniessen, Hobbys nachgehen oder einfach auf der Couch entspannen? Und das bei gleicher Bezahlung? Für Arbeitnehmer klingt der 6-Stunden-Arbeitstag nach einem echten Traum. Doch auch als Arbeitgeber lohnt es sich durchaus, einmal über das Konzept nachzudenken und eventuell einen Probelauf zu starten. Wieso? Weil der 6-Stunden-Arbeitstag zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Skandinavien hat vorgemacht, wie es geht. Und vielleicht ist es auch für die Schweiz an der Zeit nachzuziehen.

-von Content-Service by co2-kommunikation.ch –
 
Es klingt beinahe wie eine Illusion: Die Arbeitnehmer sollen fortan nur noch sechs Stunden pro Tag arbeiten und das bei gleichbleibender Produktivität und Bezahlung. In der Schweiz, wo die 42-Stunden-Woche zur Regel gehört und häufig sogar in 45, 48 oder 50 Wochenstunden endet, scheint das derzeit beinahe unmöglich. Dennoch kann das Konzept funktionieren: Im Jahr 2014 startete Schweden einen ersten Versuch und einige Unternehmen stellten freiwillig auf das Konzept 6-Stunden-Arbeitstag um. Und das Zwischenfazit schürt derzeit grosse Hoffnungen, dass es auch in Zukunft dabei bleiben wird: Sowohl die Mitarbeiter als auch die Arbeitgeber seien weniger ausgebrannt, fühlten sich voller Energie und deutlich ausgeglichener, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage.

6-Stunden-Arbeitstag: Kann das wirklich funktionieren?

Doch nicht nur das Wohlbefinden der Betroffenen habe sich dadurch enorm gesteigert: Hinsichtlich der Produktivität in seinem Unternehmen habe der CEO des schwedischen Unternehmens „Filimundus“ keine Veränderungen feststellen können. Mehr Zufriedenheit bei gleichbleibender Effizienz – das scheint also tatsächlich möglich zu sein. Wie? Experten erklären das Phänomen wie folgt: Kein Mitarbeiter ist acht, neun oder mehr Stunden lang hoch produktiv. Im Gegenteil: Je länger der Arbeitstag, desto weniger fokussiert arbeiten wir Menschen. Schliesslich stossen wir früher oder später an unsere Energiegrenzen. Daher werden mehr und mehr Pausen eingelegt, sei es für den Kaffeeklatsch oder das Checken der E-Mails. Und selbst wer sich zum Durcharbeiten zwingt, kann sich früher oder später nicht mehr ausreichend konzentrieren, arbeitet also automatisch langsamer und wird anfälliger für Fehler. Sechs Stunden hingegen, sind eine gute Zeit für den Körper und das Gehirn. Sechs Stunden Konzentration und Effizienz – das ist auch ohne lange Pausen möglich, da sind sich die Experten einig.

Wo also liegt das Problem?

Der Grund, weshalb bislang nur wenige Länder überhaupt darüber nachdenken, dem Vorbild Schweden zu folgen, liegt wohl schlichtweg in der Gewohnheit. Ein wenig Angst dürfte auch mit im Spiel sein. Denn die Umstellung auf den 6-Stunden-Arbeitstag erfordert auch ein umfassendes Umdenken. Es reicht nicht aus, lediglich die Arbeitszeit zu kürzen. Auch die gesamten Arbeitsstrukturen, die Gewohnheiten der Mitarbeiter und die politischen Grundlagen müssten sich dem neuen Modell anpassen. Der Arbeitstag muss effizienter gestaltet werden, sprich keine unnötigen Meetings mehr, weniger Pausen, eine schlankere Bürokratie, übersichtlichere Hierarchien und eine Reduzierung der Komplexität im Arbeitsalltag – all das sind Anforderungen an die neue Arbeitswelt mit dem 6-Stunden-Arbeitstag.

Welche Vorteile bringt der 6-Stunden-Arbeitstag mit sich?

Wer jedoch diese umfassende Umstellung auf sich nimmt, dem winken zahlreiche Vorteile als Belohnung: Eine ausgeglichenere Work-Life-Balance, bessere Konzentrationsfähigkeit, gesteigerte Motivation und Leistungsfähigkeit sowie ein gesünderer Lebensstil sind nur einige Beispiele für die positiven Effekte des 6-Stunden-Arbeitstages. Und zwar nicht nur auf die Mitarbeiter, sondern auch auf die Arbeitgeber. Vielleicht wäre es also wirklich einmal an der Zeit auch in der Schweiz über das Konzept 6-Stunden-Arbeitstag nachzudenken.

 
 

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