Der Firmenwagen als Benefit?

Lange Zeit galt ein Dienstwagen als Zeichen für einen besonders guten – oder gut bezahlten – Job. Die Möglichkeit einer zusätzlichen privaten Verwendung galt Unternehmen überdies als Anreiz im Recruiting. Die wachsende Klimaschutz-Bewegung sieht das eher kritisch.

Bewerbung / Neuorientierung
Veröffentlicht am 27.06.2019 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Das Auto ist immer noch für viele Menschen das bevorzugte Verkehrsmittel, um in die Arbeit zu kommen. Unter der Annahme, dass die Arbeitsstätte mehr als nur ein paar Kilometer entfernt ist und die öffentlichen Verkehrsmittel nicht in jeder Region ausreichend sind, bleibt einem manchmal in der Tat keine andere Wahl. Und in manchen Jobs – etwa im Außenvertrieb – ist es ja auch notwendig, möglichst rasch von A nach B zu kommen. Und das mehrmals pro Tag, oft auch ungeplant. Das Fahrrad oder die Eisenbahn erscheinen da für die meisten Menschen nicht als geeignete Option.

Durchaus üblich ist es, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern das Auto für die private Nutzung überlassen. Es wäre ja auch umständlich, wenn diese ihre abendlichen Einkäufe mit dem eigenen Wagen erledigen, den Sie nach dem Heimführen des Geschäftsautos erst aus der Garage holen müssen.

Steuerlich relevant
Diese private Überlassung gilt als ein Benefit – der aber nicht unbedingt kostenlos ist. Auch wenn manch ein Nutzer sich dessen zuerst nicht bewusst sein mag, werden solche Regelungen natürlich auch steuerlich relevant. Immerhin entsteht ein Vorteil gegenüber Arbeitnehmern, die keinen privat nutzbaren Dienstwagen erhalten. Und auch die Abnutzung des Autos (abseits der dienstlichen Aufgaben) samt notwendiger Versicherungen wird sich der Arbeitgeber in der Regel abgelten lassen bzw. als Teil des Gehalts betrachten.

Aus Sicht des Mitarbeitenden ist essentiell, sich über allfällige unerwartete Zusatzkosten im Klaren zu sein: Gibt es einen Selbstbehalt bei Schäden infolge eines Unfalls? Und ganz klar ist auch zu regeln, ob Familienmitglieder oder auch Freunde ans Steuer dürfen.

Problembewusstsein steigt
Mit dem wachsenden Zuspruch für die grünen Parteien in Europa sowie Bewegungen wie „Fridays for Future“ ändert sich allerdings nach und nach der Zugang. Die „Millennials“ und noch jüngere, zunehmend in den Arbeitsmarkt eintretende Generationen fühlen sich vom Auto als Statussymbol immer weniger angesprochen. Vielmehr überwiegt bei Ihnen die Kritik an der steigenden Mobilität und dem damit verbundenen CO2-Ausstoss. Auch Elektroautos gelten ihnen nicht als „sauber“.

In diesem Sinn ist bereits heute dort, wo es die Infrastruktur zulässt, die Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel ein besserer Anreiz als der Firmenwagen. Als besonderer Benefit kann sie sogar für die ganze Familie des Arbeitnehmers angeboten werden.

 

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