Jobsuche aus der Arbeitslosigkeit

Wer seinen Job verliert, hat in der Regel alles andere, als „jede Menge Zeit“. Es gilt, möglichst rasch eine neue Stelle zu finden. Dass Haushalt und Kinder deshalb plötzlich keinen Aufwand mehr machen würden, ist natürlich utopisch. Gegen Kommentare von Außenstehenden zur eigenen Situation hilft nur eine möglichst dicke Haut.

Bewerbung / Neuorientierung
Veröffentlicht am 22.11.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Es gibt viele Möglichkeiten, arbeitslos zu werden, und von einer selbstverschuldeten Situation kann dabei nur selten die Rede sein. Wenn wir die Zeitungen aufschlagen und die News-Schlagzeilen im Internet verfolgen, lesen wir regelmäßig über Firmenpleiten und Übernahmen von Unternehmen durch Mitbewerber, womit oft eine Vielzahl an Arbeitsplätzen verloren gehen. Oder wir hören von Managern, die sich mehr oder weniger primär ihren Anlegern verpflichtet fühlen und dabei ihre Verantwortung gegenüber den Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern hintanstellen, wenn durch einen Stellenabbau Einsparungsziele rasch erreicht werden können.

Unverschuldet und unerwartet
Aber auch eine längere Krankheit oder familiäre Verpflichtungen – Kinderbetreuung und Elternpflege – können Arbeitnehmern zu schaffen machen. Und bei Dienstgebern zur Entscheidung führen, die Stelle neu besetzen zu müssen. Dazu braucht es keinen schlechten Charakter – gerade bei kleineren Unternehmen hängt das Wohl des ganzen Betriebs mitunter tatsächlich von jedem und jeder Einzelnen ab. Die Persönlichkeit der jeweiligen Entscheidungsträger offenbart sich eher in der Art und Weise, wie die „Verabschiedung“ der betroffenen Mitarbeitenden erfolgt.

Und selbst im Falle einer selbst ausgesprochenen Kündigung müssten, um die Situation beurteilen zu können, die Hintergründe beleuchtet werden. Vielleicht war die Person schon längere Zeit Opfer von Mobbing. Vielleicht war sie mit ihren Aufgaben schlicht unterfordert – oder wurde, im Gegenteil, mit einem nicht zu bewältigenden Arbeitspensum zugeschüttet. Sicher ist: Die Menschen, die gedankenlos in eine Arbeitslosigkeit „springen“ oder es sich gar in der viel zitierten „sozialen Hängematte“ bequem zu machen versuchen, bilden eine gesellschaftliche Minderheit.

Genug zu tun in der Erwerbslosigkeit
Klar ist, dass arbeitslose Menschen in der Regel mit einer ordentlichen Belastung ausgestattet sind: Wie sagt man’s der Familie und den Nachbarn? (Sagt man’s?) Wie finanziert man laufende Kredite, die Wohnungsmiete, die Lebensmittel? (Wo spart man?) Dazu die Selbstzweifel: Warum hat es im Job nicht geklappt? Und wie kann ich künftig besser „funktionieren“?  

Vor diesem Hintergrund die Jobsuche anzugehen, ist alles andere als einfach. Genauso wie neben der Berufstätigkeit ist der Haushalt zu schmeißen, sind vielleicht Kinder zu versorgen. Tendenziell steigt der Aufwand dafür sogar, falls bislang Dienstleistungen zugekauft wurden. Jener Zeit, die mit dem Schreiben von Bewerbungen und dem Führen von Vorstellungsgesprächen verbracht wird, geht ungleich viel mehr Zeit für Internetrecherche, Telefonate und Beratungen voraus. Ganz zu schweigen von den Verpflichtungen, die man gegenüber dem Arbeitsvermittlungszentrum hat, samt eventuell zu absolvierenden Weiterbildungen.

Eine dicke Haut hilft
Am Ende eines solchen Tages darf man sich guten Gewissens erledigt fühlen. Und hat im Idealfall eine ausreichend dicke Haut, um bestimmte Kommentare aus dem menschlichen Umfeld abprallen zu lassen. Denn irgendwer wird immer der Meinung sein, man tue nicht genug, um wieder in eine Anstellung zu kommen. Mögen diese Personen niemals selbst erfahren müssen, wie viel Arbeit eine Arbeitslosigkeit tatsächlich bedeutet.