Kulturelle Unterschiede am Arbeitsplatz

Was einem fremd ist, löst zunächst einmal Skepsis aus. Anstatt sich dem Fremden zu verschließen, sollte das Potenzial genutzt werden, Neues kennen und vielleicht schätzen zu lernen. Das gilt nicht zuletzt im Arbeitsumfeld.

Karriere allgemein
Veröffentlicht am 02.07.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Wie unterschiedlich die Individuen sind, die in einer Arbeitsumgebung aufeinander treffen, zeigt sich ganz praktisch, wenn zum Beispiel ein großer Sport-Event wie die Fußball-Weltmeisterschaft ansteht. Plötzlich zeigt sich, dass auch Einheimische nicht zwingend zur eigenen Nationalmannschaft halten, ganz zu schweigen von den Überraschungen, die sich hinsichtlich der Fan-Offenbarungen vielfach auftun, wenn diese Mannschaft in einer Runde ausgeschieden ist: Heiße Diskussionen ob dem Für und Wider, zu genau DIESER Mannschaft zu halten - oder dies eben nicht zu tun -, sind vorprogrammiert. Und daneben gibt es immer noch die nicht zwingend geringe Zahl an Kolleginnen und Kollegen, denen dieser Sport-Event so richtiggehend egal ist.

Das Fremde zugänglich machen

Dies berücksichtigend ist ganz klar, dass sich größere Unterschiede zwischen den besagten Individuen auch in einem deutlich größeren Ausmaß bemerkbar machen können. Etwa, wenn es um Fragen der Ernährung - Veganerinnen und Vegetarier in der Grill-Saison -, der Religion - Rücksichtnahme auf Tagesabläufe während des muslimischen Ramadan -, oder der Kultur geht. Ein voraus schauendes und erfahrenes Management hat einem daraus resultierenden Konfliktpotential selbstverständlich durch entsprechende Maßnahmen vorgebeugt. Gerade in Zeiten des europaweit zunehmenden Nationalismus und der von vielen Politikerinnen und Politikern geschürten Ressentiments gegenüber allem, was nicht von blendend weißer Hautfarbe und einem möglichst strengen Christentum zugetan ist, schlagen Vorurteile und Ablehnung gegen „fremde“ Kulturen nämlich voll bis ins Arbeitsleben durch.   

Gegenseitiges Verständnis geht durch den Magen

Dabei können genau die kulturellen Unterschiede dazu genutzt werden, den oft anstrengenden und stellenweise als eintönig empfundenen Arbeitsalltag aufzulockern. Etwa, indem Kolleginnen und Kollegen dabei unterstützt werden, ihre kulturelle Prägung - sei es, dass diese in zweiter oder dritter Zuwanderungsgeneration weitergegeben oder selbst mit in die neue Heimat mitgebracht wurde - zum Beispiel in einer gemeinsamen Koch-Session zu vermitteln. Für kritisch eingestellte Mitarbeitende mitunter eine Gelegenheit, die Paella, den Cous-cous-Salat oder das geschätzte Lamm-Steak, für das im Restaurant ein stolzer Preis zu zahlen ist, auf Kosten des Unternehmens und zugunsten des betrieblichen Klimas zu konsumieren.

Andere Sichtweisen vermitteln

Genau so könnte eine Weihnachtsfeier - die natürlich auch weiterhin genau so heißen darf - einen willkommenen Rahmen dafür bieten, Mitarbeitende mit anderem religiösen Hintergrund als dem Christentum sowie jene ohne religiöses Bekenntnis über ihre Lebensphilosophie sprechen zu lassen. Und damit eben Verständnis für andere, ebenso berechtigte, Lebensweisen zu schaffen.

Mit etwas Fantasie tun sich in dieser Hinsicht viele Möglichkeiten auf, die Unternehmenskultur bunt und spannend zu gestalten und den Zusammenhalt im Team zu stärken. Und gerade über den angeführten Fußball-Event lassen sich durchaus auch bisher verborgene, geteilte Vorlieben ausmachen.