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Teilzeit / Flexible Arbeitsmodelle

Die gefährliche Einsamkeit der „Remote Work“

Teilzeit / Flexible Arbeitsmodelle
24. April 2017
Wer häufig im Homeoffice oder „Remote“ arbeitet, kann auf Dauer einsam werden. Einsamkeit wiederum macht psychisch und physisch krank.
Experten sind sich einig: Die Zukunft der Arbeit geht in Richtung „Remote Work“, sprich ausserhalb des Büros. Dies kann „klassisch“ im Homeoffice sein oder auch in Co-Working-Spaces, als Telearbeit via Laptop beziehungsweise ganz modern als digitales Nomadentum. Viele Menschen würden gerne entweder als Selbstständige oder in einer Anstellung zeit- sowie ortsunabhängig arbeiten. In den eigenen vier Wänden oder am Strand mit dem Laptop arbeiten – klingt das nicht nach einem absoluten Traum? Und auch die Arbeitgeber profitieren durch „Remote Work“ von einer Menge Vorteilen wie geringeren Kosten für Büroräumlichkeiten oder einer höheren Zufriedenheit und Motivation bei der Belegschaft. Doch es ist bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt. Auch die „Remote Work“ hat ihre Schattenseite – und die lautet „Einsamkeit“.


– by co2-kommunikation.ch –


„Remote Work“ – also die Telearbeit – ist ein relativ neues Arbeitsmodell, welches durch die fortschreitende Digitalisierung überhaupt erst möglich wurde. Entstanden ist es aus dem Gedanken heraus, dass viele Jobs heutzutage eigentlich keine persönliche Anwesenheit im Büro mehr erfordern und dadurch sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer profitieren können. Die am weitesten verbreitete und beliebteste Form der „Remote Work“ ist das klassische Homeoffice. Der Arbeitnehmer oder Selbstständige arbeitet also via Laptop, Tablet, Smartphone o.ä. von den eigenen vier Wänden aus und kommuniziert mit Kunden, Vorgesetzten oder Kollegen mittels Telefon, Skype, E-Mail, Whatsapp oder sonstigen modernen Kommunikationsmitteln. So weit so gut. Dennoch fehlt ein wichtiger Faktor im Homeoffice: der persönliche Kontakt. Eine E-Mail zu lesen, ist eben doch nicht dasselbe wie der Kaffeetratsch mit der Kollegin und das Telefonat ersetzt nicht das Meeting im Büro. Die Folge ist nicht nur lästig, sondern sogar gesundheitsschädlich und schlimmstenfalls tödlich.


Telearbeit kann einsam machen – und tödlich enden

Tatsächlich fand eine neue Studie jetzt heraus, dass „Remote Worker“ vermehrt unter Gefühlen der Einsamkeit leiden. Was auf den ersten Blick relativ harmlos klingt, kann aber in einer handfesten Depression münden und damit tödlich im Suizid enden. Doch selbst ein weniger drastischer Verlauf ist gesundheitsgefährdend: Wer sich stetig einsam fühlt und dadurch latent unzufrieden ist, kann auf Dauer psychische oder physische Folgeerkrankungen erleiden, zum Beispiel eine Immunschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Krebs. Auch „indirekt“ kann Einsamkeit also lebensbedrohlich werden. Eine US-amerikanische Studie identifizierte, dass Menschen, die alleine leben – und arbeiten – ein 32 Prozent höheres Sterberisiko haben als jene in einer Wohngemeinschaft. Wenn Sie als „Remote Worker“ daher nicht in einer Familie, Wohngemeinschaft oder ähnlichen Gesellschaft leben, sollten Sie zumindest für die Arbeit doch das Büro, einen Co-Working-Space oder auch den Garten von Freunden aufsuchen. Hauptsache, Sie sind nicht (immer) alleine!
 
Bildquelle: Thinkstock

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