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Ferieneffekt: Wenn der Urlaub doof macht

Karriere allgemein
11. Februar 2016
Ferieneffekt: Macht Urlaub wirklich dümmer?
Der Ferieneffekt ist umstritten: Stimmt es, dass wir aus dem Urlaub wirklich dümmer auf die Arbeit zurückkehren? Finden Sie es hier heraus…
„Reisen bildet“ ist ein weit verbreitetes Motto der modernen Gesellschaft. Jetzt, da die Flüge immer billiger und die Gesellschaft immer wohlhabender werden, machen sich zunehmend Menschen auf, um ferne Länder und Kulturen kennen zu lernen. Drei Wochen, zwei Monate oder gleich ein ganzes Sabbatical sind dabei keine Seltenheit. Es gehört schon beinahe zum guten Ruf, mindestens einmal im Leben mit dem Backpack auf Weltreise gewesen zu sein. Und der positive Nebeneffekt ist dann auch gleich noch die Auslandserfahrung für die nächste Bewerbung. Eine berühmte Meta-Studie von Harris Cooper behauptet aber, dass Urlaub doof mache. Was ist dran am „Ferieneffekt“?

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Die Ergebnisse der im Jahr 1996 an der Universität von Missouri, Columbia, durchgeführten Studie sind eindeutig und mittlerweile zahlreich wissenschaftlich belegt: Aus dem Urlaub kehren wir dümmer zurück als zuvor. Je länger ein Schüler, Student oder Arbeitnehmer dem Alltag entflieht, desto ausgeprägter ist der Ferieneffekt: Demnach seien Schüler nach den Sommerferien wieder auf dem Lernniveau des Frühjahres – verlören also ein gesamtes Schulhalbjahr. Vor allem mathematische und Rechtschreibkenntnisse seien hiervon betroffen.

Wie „dumm“ sind wir nach dem Urlaub wirklich?

Cooper konnte in seiner Meta-Studie ebenfalls nachweisen, dass der Ferieneffekt mit zunehmender Klassenstufe steigt, sprich kurz vor dem Abschluss am grössten ist. Und bei den Arbeitnehmern? Siegfried Lehrl, ein renommierter deutscher Gedächtnisforscher, kaum auch in seinen Untersuchungen zu einem überraschenden Ergebnis: Nach gerade einmal drei Wochen Urlaub sinkt der Intelligenzquotient einer erwachsenen Person um durchschnittlich 20 Punkte. Schockierend?

Ein wenig Trost für die Betroffenen des Ferieneffektes

Durchaus! Doch keine Sorge: Der Ferieneffekt und damit die kurzzeitige „Verdummung“ der Arbeitnehmer halten nur kurze Zeit an. Zwei, höchstens drei Tage brauchen wir in der Regel, um unser geistiges Level nach dem Urlaub wieder auf den Ausgangszustand zu bringen. Das sprichwörtliche „Akklimatisieren“ nach dem Urlaub gibt es also wirklich, und zwar nicht nur körperlich nach dem Jetlag oder der Rückkehr vom Strand in den kalten schweizer Winter, sondern eben auch geistig.

Was Sie gegen die „Urlaubsverdummung“ tun können

Ganz machtlos sind Sie dem Ferieneffekt aber nicht ausgeliefert. Eine weitere Studie der Universität von Tennessee kam nämlich zu dem Ergebnis, dass das Lesen von Büchern gegen die kurzzeitige Verblödung helfen kann. Wer also nach dem Urlaub wieder direkt auf Hochtouren sein möchte, sollte am Strand oder abends nach dem Skifahren öfter mal zum Buch greifen. Dies müssen nicht einmal die hochtrabende Lektüre von Schiller oder der viel gelobte Philosophie-Schmöker von Precht sein. Auch seichte Unterhaltung hilft gegen den Ferieneffekt. Das Lesen selbst sei es nämlich, welches das Gehirn am Laufen halte und damit die kurzzeitige Verblödung verhindern liesse, so die Experten.

Tipps zur schnelleren Akklimatisierung nach dem Urlaub

Wer aber partout seinen Urlaub nicht mit Lesen versüssen möchte, kann auch anschliessend einige Massnahmen ergreifen, um den Ferieneffekt nach dem Urlaub so gut wie möglich auszugleichen:
  • Bereiten Sie sich am Abend vor Ihrem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub mental darauf vor, gehen Sie anstehende Projekte, Aufgaben und Meetings im Kopf durch.
  • Erstellen Sie gegebenenfalls bereits eine To-Do-Liste für die nächste Woche.
  • Versuchen Sie, wichtige Meetings und Telefonate nicht direkt auf die ersten zwei bis drei Tage nach dem Urlaub zu legen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für einfache Arbeiten, um das Gehirn wieder langsam an die Arbeit zu gewöhnen. Checken Sie doch die liegen gebliebenen E-Mails oder räumen Sie endlich einmal den Schreibtisch auf – vor dem Urlaub war dafür gewiss keine Zeit mehr.
Foto: Thinkstock

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