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Personalpolitik / MA-Rekrutierung

Führungskräfte sind die grössten Produktivitätskiller

Personalpolitik / MA-Rekrutierung
15. Juni 2017
Die grössten Produktivitätskiller im Unternehmen sind häufig die Führungskräfte selbst. Also weg mit ihnen – oder?
Die Produktivität der Mitarbeiter steigern, damit die Personalkosten effizienter eingesetzt und mehr sowie bessere Ergebnisse in derselben Zeit erbracht werden – klingt verlockend? Die Steigerung der Produktivität ist genau aus diesem Grund eines der Hauptanliegen vieler Schweizer Unternehmen. Und wenn Sie sich einmal die genauen Zahlen ansehen, kennen Sie auch den Grund dafür: Nur 15 Prozent der Angestellten arbeiten durchweg motiviert und produktiv, fand eine deutsche Studie kürzlich heraus. Bei ihnen handelt es sich vor allem um die Aspiranten auf eine Führungsposition und steile Karriere. 70 Prozent der Belegschaft bleiben hingegen bewusst unauffällig. Sie sind zufrieden mit ihrer beruflichen Position, ihrem Gehalt und dem „lockeren“ Arbeitsalltag. Denn wer nicht auffällt, steht auch nicht im Fokus der Führungskraft. Und wer durch das Radar fällt, kann sich einen stressfreien und eben auch unproduktiven Arbeitsalltag einrichten – und dennoch am Ende des Monats genügend Geld zum Leben einstreichen. Und der Rest? Der befindet sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

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Das bedeutet nun nicht unbedingt, dass 70 Prozent der Arbeitnehmer faul sind. Auch sie arbeiten natürlich. Nur eben nicht so gestresst, weniger motiviert und nur halbwegs produktiv. Sie brauchen länger für Projekte als die hoch effizienten 15 Prozent. Und sie sind manchmal sogar sauer, wenn einer ihren „Akkord“ durch zu viel Fleiss kaputt macht. Das soll kein Plädoyer dafür werden, Arbeitnehmer zukünftig zu acht bis zehn Stunden purer Produktivität am Tag zu zwingen, bis sie krank und ausgebrannt sind, und sie dann durch „neuen“ Nachwuchs zu ersetzen. Menschen sind nur durchschnittlich sechs bis höchstens acht Stunden am Tag in der Lage, konzentriert zu arbeiten. Das ist menschlich. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie sich Roboter zulegen. Dennoch ist ein zu legerer Führungsstil ein echter Produktivitätskiller im Unternehmen.


Führungskräfte müssen strenger sein – und noch mehr

Die deutsche Studie nennt zudem erschreckende Zahlen: 105 Milliarden Euro mehr Gewinn hätten die untersuchten Unternehmen pro Geschäftsjahr machen können, wenn ihre Führungskräfte strenger gewesen wären und mehr Produktivität von den Arbeitnehmern eingefordert hätten. Die Lösung lautet nicht selten: Neue Umstrukturierungsmassnahmen, strengere Manager und härtere Auflagen. Doch dass Produktivität vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels durch Druck oder Angst vor einem Jobverlust nicht erzwungen werden kann, sollte allen Führungskräften klar sein. Stattdessen gilt es, den Arbeitnehmern wieder Freude an der Arbeit zu schenken. Dadurch steigt die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber, die Motivation und eben auch die Produktivität der Angestellten. Was Schweizer Unternehmen also wirklich brauchen, sind nicht nur strengere Führungskräfte, sondern in erster Linie „bessere“. Ansonsten erschleicht sie schon bald dasselbe Schicksal wie ihre „unproduktiven“ deutschen Kollegen.


Bildquelle: Thinkstock

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