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Personalpolitik / MA-Rekrutierung

„Giver“ oder „Taker“? Tipps für das Vorstellungsgespräch

Personalpolitik / MA-Rekrutierung
08. März 2017
Wer früh lernt, im Vorstellungsgespräch sogenannte „Giver“ und „Taker“ zu unterscheiden, rekrutiert die besseren Mitarbeiter.
Das Leben sowie alle zwischenmenschlichen Beziehungen bestehen bekanntlich aus „Geben“ und „Nehmen“. Gut, wer ein gesundes Mass zwischen diesen beiden Komponenten findet. Allerdings stellt das eher die Ausnahme dar. Viele Menschen sind stattdessen eher „Giver“ oder eher „Taker“. Ein Persönlichkeitsmerkmal, das auch auf den beruflichen Erfolg grossen Einfluss hat. Für Unternehmen ist es natürlich wünschenswert, mehr „Giver“ als „Taker“ zu rekrutieren. Nur so kann ein gesundes Arbeitsklima sowie echtes Teamwork entstehen. Doch die wenigen Minuten eines Vorstellungsgesprächs reichen oftmals nicht aus, um den „wahren Charakter“ eines Bewerbers zu durchschauen. So wartet im Berufsalltag die ein oder andere böse Überraschung auf die Rekrutierer. Damit Ihnen das nicht (mehr) passiert, lernen Sie heute mit einem kleinen Trick „Giver“ und „Taker“ treffsicher zu unterscheiden – mit nur einer einzigen Frage.

– by co2-kommunikation.ch –

Ein erfahrener Personaler entwickelt mit der Zeit ein Gespür für die Menschen:
 
  • Wer sitzt mir hier gegenüber?
  • Was ist „echt“ und was „Fassade“?
  • Was verrät mir die Körpersprache?
  • Wirkt der Bewerber aufrichtig?
  • Ist er tatsächlich selbstbewusst oder nur aufgesetzt?

Bei einem Vorstellungsgespräch treffen eine Menge bewusste sowie unbewusste Eindrücke aufeinander und ergeben schlussendlich ein Gesamtbild von einem Bewerber, woraufhin sich der Personaler für oder gegen dessen Einstellung entscheidet. Dennoch gibt es einen entscheidenden Faktor, den selbst erfahrene Rekrutierer häufig übersehen: Ist der Bewerber ein „Giver“ oder ein „Taker“?
 
  1. Ein „Giver“ ist ein Mitarbeiter, der vor allem das „Wir“ im Sinn hat und daher ein guter Teamplayer ist. Er unterstützt seine Teamkollegen und ist dem Unternehmen gegenüber loyal.
  2. Ein „Taker“ ist hingegen durch Egoismus geprägt. Er stellt seine eigene Arbeit über die Bedürfnisse der Teamkollegen, geniesst es, im Mittelpunkt zu stehen, und möchte unbedingt Karriere machen – notfalls auch auf Kosten anderer.

Gerade die Taker sind es daher, die häufig eine schnelle und steile Karriere hinlegen. Sie tummeln sich geradezu in den Führungsetagen und bringen allerhand Probleme mit sich. Zu viele „Taker“ sind für ein Unternehmen riskant. Schliesslich kann die Organisation nur als Gesamtheit funktionieren und dafür ist ein soziales sowie gesundes Miteinander unerlässlich. Personaler sollten bei der Rekrutierung deshalb darauf achten, mehr „Giver“ als „Taker“ einzustellen.

„Giver“ und „Taker“ unterscheiden – durch eine simple Frage

Wenn Sie lernen möchten, „Taker“ und „Giver“ zu unterscheiden, um fortan hauptsächlich „Giver“ einzustellen, müssen Sie nur eine einzige Frage im Vorstellungsgespräch stellen:

„Können Sie fünf Personen nennen, deren Karriere Sie beeinflusst haben?“

Ein „Giver“ wird Ihnen nun vor allem von Freunden, Bekannten oder Angehörigen berichten. Es mögen ganz kleine Dinge sein, auf die er stolz ist, wie ein ernst gemeintes „Danke“ von einem ehemaligen Kollegen. Der „Taker“ trägt hingegen dick auf, nennt Personen in hierarchisch hohen Positionen, vielleicht sogar öffentlich bekannte Persönlichkeiten. Er neigt dazu, seinen Einfluss auf die Karriere anderer zu überschätzen und stellt sich selbst gerne als eine Art „Superheld“ in Szene.

Bildquelle: Thinkstock
 

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