Wege zur digitalen Transformation

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Der Weg hin zur digitalen Organisation verlangt aber eine entsprechende Unternehmenskultur, deren Etablierung in den Händen der Führungskräfte liegt. Eine Untersuchung von Roland Berger gibt Tipps.

Internet / Social Media
Veröffentlicht am 28.06.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

„Die digitale Transformation ist unausweichlich“, stellen die Strategie- und Unternehmensberater von „Roland Berger“ korrekt fest. Und schließen daraus: „Weit blickende Unternehmen schaffen sich neue strategische Optionen. Die anderen gehen unter.“ Gerade wenn man berücksichtigt, dass mit der Digitalisierung „die gesamte Wirtschaft schneller, unberechenbarer, volatiler geworden ist“, kann man dieser Sichtweise durchaus etwas abgewinnen. Die Zahl und die Art der digitalen Optionen für Unternehmen „wachsen exponentiell“, alles wird oder ist bereits „smart“: vom Haus über das Auto bis zu den Arbeitsmaschinen. Ganz zu schweigen von all den digitalisierten Services, die gegenüber den Kundinnen und Kunden angepriesen werden.

Fünf Eckpunkte für das Management
Wettbewerbspositionen werden durch diese Transformation „massiv bedroht“, Gewinnchancen „radikal“ verschoben. Roland Berger stellt in einer entsprechenden Studie aber auch fest: „Damit eröffnen sich Unternehmern unzählige neue Chancen.“ Für Führungskräfte lassen sich aus der Studie „Radikal digital“ fünf wichtige Eckpunkte ableiten, um digitales Denken und Handeln erfolgreich zu verbinden:

  1. Digitalisierung bedeutet die Veränderung von Geschäftsmodellen durch Technologie und nicht nur technologische Veränderung. Will heißen: Unternehmen müssen konkrete Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt treffen, um ihre Zukunft zu sichern. Sie haben es damit aber in der Hand, sich nicht durch Veränderungen „steuern“ zu lassen, sondern die gewünschten oder benötigten Veränderungen durch den Einsatz neuer Technologien bewusst voran zu treiben.
     
  2. Gerade deshalb ist das Top-Management für den Erfolg in der Digitalisierung verantwortlich. Die entsprechende Neugier der Verantwortlichen für innovative Entwicklungen im eigenen Bereich voraus gesetzt, lässt sich eine Vision für die Zukunft ableiten - und gemeinsam mit den Mitarbeitenden umsetzen.
     
  3. Die wichtigste Konsequenz kann es sein, nicht nur das bisherige Geschäft zu digitalisieren. Das bedeutet, dass das eigene Sortiment an Produkten und Services radikal neu bewertet und priorisiert werden muss. Mitunter werden künftig bestimmte Bereiche nicht mehr bedient - und dafür wird der Grundstein für ganz neue Projekte gelegt.
     
  4. Innovative, disruptive Themen jenseits der bisherigen unternehmerischen Reichweite lassen sich am besten durch radikale Ansätze außerhalb der Kernorganisationen bewältigen. Es gilt also aktiv über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und sich davon inspirieren zu lassen, wie andere Branchen mit der digitalen Disruption umgehen.
     
  5. Die Herausforderung der Digitalisierung besteht nicht darin, digitale Technologien zu beherrschen. Vielmehr muss das Top-Management stattdessen die Bedingungen und eine unternehmerische Kultur dafür schaffen, dass ein Betrieb samt seinen Mitarbeitenden zur digitalen Organisation reifen kann.