Die Tücken der Berufswahl

Bei den Überlegungen zur Berufswahl sollten junge Menschen Unterstützung bei Eltern, Pädagogen oder auch Beratungsinstituten finden. Im Idealfall werden dabei die jeweiligen Talente und Interessen berücksichtigt, ohne dass (angeblichen) „Träumereien“ völlig entsagt werden muss.

Karriere allgemein
Veröffentlicht am 15.04.2019 von myjob - Bildquelle: iStock

Cowgirl. Tänzer. Bauarbeiter. Schneiderin. Ärztin. Schauspieler. Banker. Ingenieurin. In unseren Kinder- und Jugendtagen schweben uns zahlreiche Möglichkeiten vor, wenn es um die Frage der Berufswahl geht. Alles scheint erreichbar. Bedenken betreffend die Umsetzbarkeit dieser Wünsche nehmen wir schlicht nicht zur Kenntnis. Irgendwann relativiert sich dann alles.

Das Künstlerische rückt vielfach in die Ferne oder wird als Hobby definiert. Wissenschaft und Technik werden uns vielleicht ausgeredet: zu schwierig, zu mathematisch, zu abstrakt. Und am Ende bleiben für viele von uns dann die ganz klassischen Berufsvorstellungen übrig. Das, was „gebraucht“ wird – das, was Geld bringt: Friseurin. Automechaniker. Finanzbeamter. Steuerberaterin. Alles ehrenhafte Tätigkeiten, die aber vielfach eben weit von unseren ursprünglichen Zielen entfernt sind.

Talente und Interessen berücksichtigen
Natürlich sollten die Überlegungen zur Berufswahl einigermaßen „geerdet“ ablaufen. Sollten sich Eltern, Pädagogen, Beratungsinstitute einbringen können, um jungen Menschen – bereits einige Zeit vor dem Ende der Schulpflicht – die Entscheidung zu erleichtern. Idealer Weise stehen dabei die jeweiligen Talente und Interessen im Vordergrund, wird niemandem davon abgeraten, seine oder ihre Träume zu verfolgen. Wer durch besonders unglückliche Umstände in einem Job landet, den er oder sie langweilig oder – aus welchen Gründen auch immer – ganz einfach schrecklich findet, wird mittel- bis langfristig mehr Leidensdruck als Leidenschaft erfahren.

Wenn ein bestimmter, inniger Berufswunsch absolut nicht erreichbar ist, kann das verschiedene Gründe haben: Etwa das Fehlen einer körperlichen Eignung oder zu geringe Leistungen beim Aufnahmetest für die notwendige Ausbildung. In so einem Fall kann überlegt werden, den Wunsch einige Zeit in die Zukunft zu schieben und sich besser darauf vorzubereiten. Sich selbst mehr Zeit zu geben – zu reifen. Bedeutend ist dabei zu vermitteln: Jede Ausbildung, die bis dahin angegangen wird, erleichtert das Bestreiten dieser Zukunft. Und sei es nur, indem damit Geld angespart werden kann, um das Erreichen des eigentlichen Ziels zu unterstützen.

Nie zu spät für eine Neuorientierung
Doch auch wenn die erste Berufswahl perfekt erscheint, können sich die eigenen Interessen über die Jahre ändern. Und auch wenn vielleicht mit familiären Verpflichtungen die Zeiteinteilung schwieriger und die finanzielle Verantwortung deutlich größer wird: Für eine spätere Neuorientierung ist es nie zu spät. Und die Welt ist in dieser Hinsicht voller guter Beispiele.

 

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