Guten Appetit!

Manchmal fällt es schwer, sich im Job gut zu ernähren: Es fehlt an Zeit und es locken Snacks. Wie es anders geht.

Karriere allgemein
Veröffentlicht am 26.10.2019 von Manuela Specker - Bildquelle: Shutterstock

Die Softwarefirma Abacus Research verfügt über ein eigenes, qualitativ hochstehendes Restaurant, in dem die Mitarbeitenden gratis tafeln können. Das hat nicht einfach praktische Gründe: Gutes Essen in angenehmer Atmosphäre gilt vielmehr als elementarer Bestandteil, um eine gute Leistung erbringen zu können.  Andere Firmen bieten eine Kantine an, meist über einen Caterer, wobei der Begriff „Kantine“ falsche Assoziationen weckt: Gesunde, regionale Produkte sind auch in „Kantinen“ gefragt. Denn wenn Firmen den Catering-Service neu ausschreiben, stehen Anforderungen an „gesundes Essen“ zuoberst auf der Prioritätenliste. Und gesund heisst: Alles frisch, viel Gemüse, wenig Kohlenhydrate, wenig Eiweissquellen, nicht zu fettig.  Es braucht kein Ernährungsfachwissen, um festzustellen: Wer leichte und gesunde Kost zu sich nimmt, arbeitet nach dem Mittag beschwingter, als wenn das Essen schwer auf dem Magen liegt. Und trotzdem darf und soll es ab und zu etwas deftiger sein: Am besten laufen in den Kantinen noch immer Menüs à la „Schnipo“, Bratwurst mit Rösti oder Hamburger mit Pommes Frites.

Die Vorzüge des „Meal Prep“
Es haben aber längst nicht alle Mitarbeitenden Zugang zu organisierter Verpflegung, oder sie wollen den Mittag per se ausserhalb des Arbeitsumfeldes verbringen. Oder nicht zu viel Zeit mit Essen verlieren. Schnell ein Sandwich runterschlingen, am Nachmittag dann immer wieder zu Snacks greifen, weil der Hunger doch nicht richtig gestillt werden konnte: Es ist eine Crux mit dem Essen, wenn entweder die Zeit fehlt oder wenn es nicht zu schwer sein darf. Der neuste Trend heisst „Meal Prep“, ein neuer Name für eine alte Methode: An einem Tag für die ganze Woche vorkochen, die Mahlzeiten portionenweise in Behälter abfüllen und dann mittags davon zehren. Das ist oft gesünder und günstiger, als jeden Tag sich auswärts zu verpflegen. Das grösste Hindernis aber auch hier: Die Zeit. Oder ganz einfach die Unlust, einmal am Tag pro Woche ausgiebig am Herd zu stehen. Oder das Wissen, die eigenen Mahlzeiten nie so schön hinzukriegen wie auf den Fotos, in denen die Inhalte in den Einmach-Gläsern perfekt ausgeleuchtet sind und wo auch noch die letzte Sojasprosse perfekt drapiert ist.

Trotz allem: der Aufwand lohnt sich. Auch und gerade für die Snacks zwischendurch, die mindestens so viel Aufmerksamkeit verdienen wie die Hauptmahlzeiten. So sehr ein leichter Salat sich als Hauptmahlzeit empfiehlt, um danach voller Energie weiterarbeiten zu können: der Hunger meldet sich garantiert. Das hat auch damit zu tun, dass sich viele unter der Woche aus Zeitgründen nur ein rudimentäres Frühstück gönnen, wenn überhaupt. All diese Essgewohnheiten machen Snacks, die sich rasch zwischendurch verspeisen lassen, umso bedeutungsvoller. Ganz generell liegt das A und O liegt in der Vorbereitung – das reduziert die Wahrscheinlichkeit, Verlockungen nachzugeben und den Hunger zwischendurch mit Schokolade zu stillen, die in der Schublade griffbereit ist.

Nüsse perfekt für Snacks zwischendurch
Ernährungsfachleute sind sich einig: Am besten eigen sich Nüsse aller Art. Sie enthalten wenig Kohlenhydrate, aber viel ungesättigte Fettsäuren und Proteine und gesunde Fette und sättigen nachhaltig. Auch Früchte und Gemüse eignen sich natürlich sehr gut, ebenso ein alter Klassiker wie ungesüsste Reiswaffeln. Süsses wie Schokolade hingegen treibt den Zuckerspiegel in die Höhe, was danach ein entsprechendes Tief zur Folge hat. Dasselbe gilt für Energydrinks. Warum sich stattdessen nicht etwas frische Luft und Bewegung gönnen? Das beugt dem Ermüdungszustand am Arbeitsplatz oft am besten vor, bringt den Kreislauf in Schwung und verbrennt erst noch Kalorien.

Wasser trinken ist eine andere Strategie gegen den Hunger zwischendurch: Wer länger nichts trinkt, aktiviert die Hungerhormone – regelmässig ein paar Schlucke Wasser trinken beugt diesem Irrtum vor. Auch hier gilt: Das Wasser muss in Griffnähe am Arbeitsplatz sein.

Gerade in hektischen Phasen ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Ob man nun im Restaurant, in der Kantine, oder selber Mitgebrachtes ist: lieber eine Viertelstunde für das Essen einplanen anstatt alles herunter zu schlingen. So werden die Lebensmittel besser verdaut – und das Sättigungsgefühl hält länger an.

 

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