Politik und Ideologien am Arbeitsplatz

Gegen einen politischen Meinungsaustausch am Arbeitsplatz ist nichts einzuwenden. Zumindest, solange der gute Ton gewahrt und keine extremistischen oder gar gewaltverherrlichenden Ideologien gepredigt werden. Parteipolitische Arbeit ist aber in der Freizeit besser aufgehoben.

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Veröffentlicht am 13.05.2019 von myjob - Bildquelle: iStock

Gespräche im Vorfeld anstehender Volksabstimmungen, die Diskussion der jüngsten Nationalratswahlergebnisse oder die Prognosen für den Ausgang der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen: Anlässe wie diese sorgen auch am Arbeitsplatz immer wieder für Spannung und Unterhaltung. Dass sich Menschen über ihre politischen Präferenzen austauschen, große gesellschaftliche Weichenstellungen oder gleich die Entwicklung der Welt als Ganzes debattieren, ist selbstverständlich. Dabei gilt es jedoch - trotz aller persönlichen Betroffenheit - Ruhe zu bewahren und gegenüber den Kolleginnen und Kollegen respektvoll zu bleiben.

Parteipolitische Arbeit: am besten in der Freizeit
Ob und in welchem Ausmaß politische Veranstaltungen oder Wahlkundgebungen im beruflichen Alltag Platz haben, hängt nicht zuletzt von der Unternehmensstruktur und -leitung ab. In den meisten Fällen wird es wohl nicht gewollt sein, dass Wahlkämpfe in den Arbeitsalltag hineingetragen werden.

Wenn Mitarbeitende in ihrer Freizeit parteipolitisch aktiv sind, sollte das aber kein Problem sein. Zumindest solange sich das Unternehmen nicht um öffentliche Auftragsvergaben bemüht und die dafür verantwortlichen Mitarbeitenden ihre Kontakte spielen lassen. Dies würde, auch wenn die Unternehmensleitung davon keine Ahnung hat, beim Bekanntwerden zwangsläufig zum Politikum werden und negative Schlagzeilen bringen. Mal ganz abgesehen von einer eventuellen strafrechtlichen Relevanz.

Kein Platz für Extremismen
Ein entschiedenes „Nein!“ – ob tatsächlich ausgesprochen oder nicht – sollte am Arbeitsplatz gegenüber jeglicher Form von politischem bzw. ideologischem Extremismus herrschen. Dabei geht es freilich nicht um das Verbot allfälliger Gespräche über die Entwicklung oder die Umsetzungsversuche verschiedener Staatstheorien und Gesellschaftsformen. Die Marxistische Theorie und eine kritische Analyse des gelebten Sozialismus vor dem Fall des Eisernen Vorhangs taugen durchaus zu mehr als einem Pausenfüller.

Wenn es allerdings in Richtung eines überbordenden Nationalismus, Rassismus oder radikaler Religionskritik geht – insbesondere gegen einzelne Glaubensgemeinschaften –, müssen die Grenzen klar sein. Und dürfen keinesfalls überschritten werden. Die entsprechenden Konsequenzen sollten innerhalb der Belegschaft bekannt gemacht werden. Und im Ernstfall sollten Führungskräfte diese Konsequenzen aus einem nicht zu tolerierenden Mitarbeiterverhalten auch ohne Zögern ziehen.

 

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