Weiterbildung nach Dienstschluss

Die nebenberufliche Höherqualifizierung will gut vorbereitet sein. Neben dem eigenen Leben beeinflusst der neue Bildungsweg auch Partnerschaft und Familie. Gerade hinsichtlich der finanziellen Komponente gilt es sich gut vorzubereiten.

Karriere allgemein
Veröffentlicht am 12.04.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Der Mensch lernt ab dem Zeitpunkt seiner Geburt: vom selbständigen Atmen über die ersten Schritte, die Schulzeit bis zum Lehrabschluss bzw. Reifeprüfung und Hochschulabschluss samt darauf folgendem Berufseintritt. Mit den ersten relevanten Berufserfahrungen regt sich aber vielfach der Wunsch nach „mehr“. Sei es, um sich im eigenen Fachgebiet höher zu qualifizieren, oder sei es, um einen Branchenwechsel zu ermöglichen: Der Schlüssel zum Erfolg heißt Weiterbildung.

Ein Drittel sucht die Höherqualifizierung
Für 2016 verrät das Bundesamt für Statistik, dass ziemlich genau ein Drittel der ständigen Schweizer Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 64 einer beruflichen Weiterbildung nachging. Eine rein außerberufliche Bildungsaktivität übten weitere 8,4 Prozent aus, wobei sich die beiden Gruppen überschnitten, besonders ambitionierte Personen also mehr als eine Höherqualifizierung gleichzeitig durchliefen. Insgesamt gingen 2016 also 35 Prozent einer Weiterbildung neben der Arbeit nach.

Mehrbelastung nicht unterschätzen
Ganz gleich, ob es sich um ein berufsbegleitendes Studium über Jahre oder einen mehrwöchigen Kurs handelt: Die Mehrbelastung mit Lernpräsenzen am Abend oder am Wochenende wirkt sich auf die individuelle Lebensführung aus. Grund genug, sich ausreichend Gedanken über die Vereinbarkeit von Arbeit, Lernzeiten und (Privat-) Leben zu machen.

Dazu 5 Tipps:

  1. Wenn die Maßnahme beruflich relevant ist, vereinbaren Sie mit dem Dienstgeber eine Stundenreduktion. Vielleicht kann ein Teil des Lernaufwands sogar Arbeitszeit gebucht werden - umso eher, falls die Qualifizierung „von oben“ angeregt wurde.
     
  2. Wenn die berufliche Relevanz fehlt, sollten Sie signalisieren, dass die daraus resultierende Zufriedenheit sich auch positiv auf die Arbeitsleistung auswirken wird. Dann wird eine Stundenreduktion auch eher möglich sein.
     
  3. Die Stundenreduktion hängt natürlich auch davon ab, ob Sie mit dem geringeren Verdienst auskommen würden. Es lohnt sich jedenfalls, Informationen über Förderungen für Ausbildungskosten bei öffentlichen Stellen einzuholen. Insbesondere werden seit Januar 2018 Absolvierende von Kursen unterstützt, die sich auf eine „eidgenössische Prüfung“ vorbereiten. Unter Umständen vergibt auch die Institution, bei der Sie sich weiterbilden, ein (Teil-) Stipendien.
     
  4. Reden Sie mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin, durchaus auch mit Kindern im zugänglichen Alter, darüber, dass Ihr Zeitbudget eingeschränkt sein wird. Planen Sie bewusste „Qualitätszeit“ für Ihr Familienleben ein - und nehmen sich diese auch ohne schlechtes Gewissen. Es wäre nicht undenkbar, ansonsten an den Rand des Burnouts zu kommen.
     
  5. Im besten Fall gelingt es Ihnen, einen echten, bezahlten Bildungsurlaub zu organisierten und sich völlig für die Weiterbildung freizuspielen. Eventuell gelingt dies über das Ansparen eines Sabbaticals - also z.B. drei Jahren Arbeit zu drei Vierteln Ihres Gehalts, wonach Sie im vierten Jahr die angesparten drei Viertel zur Lebenssicherung erhalten und so auf nichts verzichten müssen. Relevant ist dabei, sich vorab zu informieren, ob sich bezüglich Krankenversicherung und Steuerpflicht etwas für Sie ändert. Wenn dieses Ansinnen aber gelingt, herzliche Gratulation: Es wird eine der besten Zeiten Ihres Lebens sein.