Arbeiten trotz Pensionierung - Ich habe ja nichts anderes zu tun

Immer mehr Schweizer Senioren arbeiten trotz Pensionierung weiter. Aber wieso? Ob Geldmangel, Langeweile oder andere Gründe schuld sind, lesen Sie hier.

Mitarbeiter 50+ / Pensionierung
Veröffentlicht am 08.06.2017
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Pensionierung klingt in den Ohren gestresster Arbeitnehmer nach paradiesischem Dauerurlaub. Endlich dem Nichtstun verfallen, die Füsse hochlegen und sich dennoch keine Sorgen um finanzielle Angelegenheiten machen – wer will das nicht? Die Antwort lautet: Viele! Denn immer mehr Schweizer Senioren arbeiten trotz Pensionierung in Voll- oder Teilzeit weiter. Da drängt sich die Frage auf, ob es um die Finanzen der Schweizer Rentner denn wirklich so schlimm bestellt ist? Oder ist ihnen vielleicht einfach nur langweilig?

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Es kann viele verschiedene Gründe dafür geben, auch im Alter trotz Pensionierung noch zu arbeiten. Leider ist die Altersarmut in der Schweiz ein präsentes Problem. Es gibt immer mehr Senioren, die von ihren Rentenbezügen nicht leben können oder einen sozialen Abstieg in Kauf nehmen und ihren Lebensstandard aufgeben müssten, wenn sie ihre Pension nicht durch einen Hinzuverdienst aufbessern würden. In einem reichen Land wie der Schweiz jagt das einen Aufschrei durch die Gesellschaft. Altersarmut müsste hierzulande kein Problem sein – und sollte es nicht. Doch solange die Politik nicht handelt, bleibt rund zwölf Prozent der Rentner keine andere Wahl, als Ergänzungsleistungen zu beantragen – und da sind all jene Pensionäre, die noch arbeitsfähig sind und sich ihre Rente selbst aufbessern, noch nicht einmal mitgerechnet. Besonders betroffen von der Altersarmut sind Frauen. Sie legen häufiger Auszeiten vom Beruf zur Kindererziehung ein als Männer oder arbeiten längerfristig „nur“ in Teilzeit, was geringere Einzahlungen in die Kassen und dadurch eine kleinere Pension bedeutet. Sie haben dann nicht selten die Wahl: Trotz Pensionierung arbeiten oder am Existenzminimum leben.


Unternehmen sind zunehmend auf Pensionäre angewiesen


Doch selbst diejenigen Pensionäre, welche aus finanziellen Gesichtspunkten eigentlich nicht arbeiten müssen, tun dies dennoch immer häufiger freiwillig. „Ich bin sowieso ab sechs Uhr am Morgen wach und habe nichts anderes zu tun“ – so oder so ähnlich lautet meist ihre Begründung. Vor allem Alleinstehende oder Paare ohne (viele) Kinder beziehungsweise Enkelkinder oder eine andere sinnstiftende Tätigkeit sehnen sich im Alter nach Beschäftigung. Eine „Aufgabe“ hält geistig sowie körperlich fit und gibt den Rentnern das Gefühl, für die Gesellschaft wertvoll zu sein. Niemand wird schliesslich gerne aussortiert, um im Nichtstun langsam einzustauben – bildlich gesprochen. Einerseits sind die Menschen bei Renteneintritt heutzutage körperlich sowie geistig noch leistungsfähiger als früher. Andererseits arbeiten wohl auch immer mehr Pensionäre, weil sie nun schlichtweg die Möglichkeit dazu haben. Noch vor einigen Jahren pflegten Unternehmen ältere Arbeitnehmer nämlich durch jüngere zu ersetzen. Wieso einen Pensionär in Teilzeit beschäftigen, wenn sie eine junge Vollzeitkraft einstellen können? Dank Fachkräftemangel hat sich das mittlerweile geändert. Immer mehr Schweizer Unternehmen wissen das Knowhow, die Erfahrung und die Arbeitswilligkeit der Senioren zu schätzen. Eine Win-Win-Situation!


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