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Mobiles Arbeiten: Zufrieden trotz Überstunden?

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05. Oktober 2017
Laut einer aktuellen Studie erhöht mobiles Arbeiten die Zahl der Überstunden. Aber macht es die Arbeitnehmer dennoch zufriedener?

Mobiles Arbeiten – das ist eine Entwicklung, welche angestossen durch die Digitalisierung derzeit unsere Arbeitswelt verändert. Und genau darauf haben viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz gewartet. Endlich wird Arbeit flexibel. Dank Smartphone, Laptop, Tablet & Co können sie bequem von zu Hause aus arbeiten, in einem Café oder sogar im Freibad mit kostenlosem WLAN-Zugang. Mobiles Arbeiten offeriert ganz neue Möglichkeiten der Gestaltung des Arbeitstages. Es bringt eine bislang ungewohnte Flexibilität in den Tagesablauf und erlaubt den „mobilen Arbeitern“ je nach Branche, Tätigkeit und Organisation im Unternehmen sogar, sich Zeit und Ort der Arbeit selbstständig auszusuchen. Auch auf der Arbeitgeberseite ist diesbezüglich langsam aber sicher ein Umdenken zu beobachten. So fokussieren sich diese mehr und mehr auf die Arbeitsergebnisse als die physische Anwesenheit des Mitarbeiters. Wenn dieser also ein definiertes Ergebnis zum vorgegebenen Zeitpunkt erbringt, wird er bezahlt – unabhängig davon, ob er dafür vier, sechs oder zwölf Stunden gebraucht hat. Auch ein Arbeitnehmerverhältnis wird also in Zukunft zunehmend ähnlich einem Freelancer-Kunden-Verhältnis gestaltet sein.


Souveränität ist das Stichwort: Der „mobile“ Arbeitnehmer kann in viel grösserem Masse selbst entscheiden, wann, wie und wo er arbeiten möchte, als das noch vor wenigen Jahren denkbar war. Dies erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine ausgewogene Work-Life-Balance.  Natürlich sorgt das einerseits für mehr Zufriedenheit bei den Arbeitnehmern. Dennoch hat die mobile Arbeit andererseits auch eine Schattenseite: Obwohl, oder gerade weil, der Arbeitgeber nicht beziehungsweise schlechter kontrollieren kann, wie viel der Arbeitnehmer wirklich arbeitet, entstehen aus mobiler Arbeit in der Regel deutlich mehr Überstunden – und zwar unbezahlt. Denn wenn die Arbeitszeit nicht mehr kontrolliert wird, wird auch die Mehrarbeit nicht vergütet.

Flexibilität vs. Überstunden: Was wiegt mehr?
Für „mobile“ Arbeiter ist es also problemlos möglich, sich für private Termine oder auch einfach ein Nickerchen am Mittag ein oder zwei Stunden freizuschaufeln. Je nach Ausprägung des mobilen Arbeitsmodells können sie vielleicht sogar am Morgen ausschlafen oder sich spontan einen ganzen Tag frei nehmen. Alles in allem kommen die Mitarbeiter, welche von der mobilen Arbeit Gebrauch machen, aber dennoch auf mehr Überstunden als ihre Kolleginnen und Kollegen im Büro. Was auf den ersten Blick also entspannt klingt, bedeutet auf den zweiten Blick keinesfalls weniger Arbeit – im Gegenteil. Wie also sieht es mit der Zufriedenheit der „mobilen“ Arbeiter aus? Was wiegt mehr: Flexibilität oder Überstunden? Eine aktuelle Studie des IW liefert hierzu ein eindeutiges Ergebnis, und zwar sind die Mitarbeiter mit mobilem Arbeitsmodell durchweg zufriedener, trotz längerer Arbeitszeiten. Es scheint sich also um eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu handeln und damit um die beste Möglichkeit, die Digitalisierung zum Wohl aller Beteiligten im Unternehmen zu nutzen.




– by co2-kommunikation.ch –


Bildquelle: thinkstock

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