Der Einkauf in die Pensionskasse

Wer die finanziellen Mittel dafür hat, sollte sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sich der Einkauf in die zweite Säule der Altersvorsorge lohnen könnte. Neben steuerlichen Anreizen steht dabei vor allem die höhere monatliche Pensionsauszahlung im Fokus.

Mitarbeiter 50+ / Pensionierung
Veröffentlicht am 01.11.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Das schweizerische Modell der Altersvorsorge zeichnet sich durch seine dreifache Absicherung der Bürgerinnen und Bürger aus:

  • die für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer obligatorische „erste Säule“ als umlagefinanzierte Versicherung
  • die „zweite Säule“, die durch Arbeitgeberbeiträge finanziert wird – und für die große Unternehmen teils eigene Pensionskassen einrichten
  • die „dritte Säule“ als (freiwillige) Zusatzversicherung

Steigende Lebenserwartung
Wer sich – durchaus gezwungen, vielleicht aufgrund von gesundheitlichen Problemen – für eine frühzeitige Inanspruchnahme von Leistungen aus einem dieser Standbeine entscheidet, muss sich der damit verbundenen Abschläge bewusst sein. Umgekehrt besteht aber auch die Möglichkeit, durch zusätzliche Geldleistungen während des Arbeitslebens höhere Leistungsansprüche im Alter zu erwerben.

Dieser so genannte „Einkauf“ in die Pensionskasse – es geht dabei um die zweite Säule – kann sich auf zweierlei Arten bezahlt machen. Einerseits natürlich, indem durch strategisch kluge Einzahlungen die spätere monatliche Pensionszahlung deutlich erhöht wird. Ein Geschäft, das sich gerade hinsichtlich der (zumindest statistisch) steigenden Lebenserwartung lohnen kann. Andererseits sind freiwilllige Einzahlungen in die Pensionskasse auch in ihrer vollen Höhe vom zu versteuernden Jahreseinkommen abzugsberechtigt.

Geringere Steuerlast, höhere Pension
Dabei lohnt es sich auch noch, zu einem späten Zeitpunkt des Berufslebens – wenn vermeintlich schon ausreichend viele Jahre lang Beiträge geleistet wurden – über einen solchen Einkauf nachzudenken. Das Branchen-Informationsportal „Cash“ hat dazu eine Modellrechnung angestrengt: Ausgehend von einer 50-jährigen Person, deren Pensionskassenkapital im Bereich von einer Viertelmillion Franken liegt, werden bis zum 62. Lebensjahr jeweils 7.500 Franken jährlich zusätzlich eingelegt. Diese Summe – pro Monat 625 Franken – wirkt sich zusammen mit den jeweiligen Veranlagungsboni der Pensionskasse zum Pensionsantritt ab dem 65. Lebensjahr mit einer um 550 Franken höheren Pension aus.

Das klingt zuerst nach einem Verlust – der aber mit zunehmender Lebensdauer kleiner wird. Mit zu berücksichtigen ist die vorhergehende jährliche Steuerersparnis, welche in der Modellrechnung (bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent) mit 1.875 Franken angegeben wird. Auf zwölf Jahre gerechnet kommt dabei schon vor dem Pensionsantritt eine hübsche Sparsumme heraus.

Ob sich der Einkauf in die Pensionskasse unter den angeführten beiden Aspekten lohnt, ist jeweils individuell abzuklären. Die jeweilige Finanzkraft vorausgesetzt, stehen die Chancen dafür aber ziemlich gut.