Mitarbeitende zu "Mit-Unternehmern" machen

Um die Belegschaft neu zu motivieren ist es sicher kein Fehler, den Beitrag und die Verantwortung der einzelnen Mitarbeitenden hervor zu heben. Einen Schritt weiter geht die Etablierung eines betrieblichen Unternehmergeists, welcher in letzter Konsequenz auch eine Form der Mitarbeiterbeteiligung rechtfertigt.

Personalpolitik / MA-Rekrutierung
Veröffentlicht am 24.12.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Die Rollenaufteilung in den meisten Unternehmen und Berufen ist immer noch klassisch: Die einfachen Arbeiter und Angestellten kümmern sich acht Stunden pro Tag darum, dass Waren produziert, Services ausgeführt und Kunden zufrieden gestellt werden. Einige Ebenen weiter oben machen sich die Besitzer bzw. die Eigentümervertreter Gedanken darüber, wie sich das Unternehmen künftig entwickeln soll. Und dazwischen gibt es Team-, Abteilungs-, Bereichs- oder Standortleiter, welche die neuen Visionen an die Belegschaft herantragen und für deren Umsetzung sorgen.

Diese zugegeben etwas vereinfachte Darstellung der betrieblichen Organisation lässt doch erkennen, warum Mitarbeitende – trotzdem sie ihre Aufgaben ordentlich ausführen – nicht unbedingt ein Gefühl der Mitverantwortung für den Unternehmenserfolg entwickeln. Dabei liegt auf der Hand, dass der Gesamtbetrieb nur erfolgreich sein kann, wenn die einzelnen Produktionsschritte und Dienstleistungserbringungen funktionieren.

Der schmale Grat

Nun könnte man versuchen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Seminare und Coachings soweit zu bringen, die Unternehmensgrundsätze zu verinnerlichen und gegenüber Kunden quasi als „Familie“ aufzutreten. In der Außensicht wird dies aber eventuell auch einen sektiererischen Eindruck hinterlassen. Der Grat dazwischen ist ziemlich schmal. Ein anderer Weg ist es, die Idee der Unternehmerschaft tatsächlich bis an die Basis zu bringen – durch eine Mitarbeiterbeteiligung. Bei Führungskräften ist es längst gang und gäbe, einen Teil des Einkommens als zusätzliche variable Vergütung zu definieren. In Abhängigkeit des jeweiligen Abteilungs- oder Team-Erfolgs – gemessen am Gesamtumsatz – wird der persönliche Jahresabschluss mal besser und mal weniger üppig ausfallen. Warum also nicht auch die einfachen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür belohnen, wenn sich der Bereich positiv entwickelt, in dem sie tätig sind?

Ein Stück des Kuchens

Natürlich muss für die Betroffenen erkennbar sein, inwiefern sie den Erfolg dieses Bereichs tatsächlich beeinflussen können: Ob sich z.B. eine höhere Produktionsrate von den Kollegen im Vertrieb tatsächlich in einen höheren Absatz überführen lässt? Eine Frage, die wiederum von diesen als positive Herausforderung gesehen werden kann.

Wenn aber erst einmal verstanden wurde, wie die persönliche Verantwortung und das eigene Tun sich direkt auf die Performance des Betriebs durchschlagen, wird der individuelle Unternehmergeist erstarken. Spätestens mit der ersten Ausschüttung der Mitarbeiterbeteiligung wird sich, ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr vorausgesetzt, niemand mehr Sorgen um die Motivation der Belegschaft machen müssen.