Respekt als Schlüssel zur Mitarbeiterzufriedenheit

Der Umgang von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern untereinander, aber auch von Vorgesetzten mit ihren Dienstnehmern ist ausschlaggebend für die Entwicklung des jeweiligen Betriebsklimas. Egal, wie groß der hierarchische Unterschied ist: Der Respekt vor dem Gegenüber darf im Arbeitsalltag nie verloren gehen. Man kann sich um diesen Respekt auch bewusst bemühen.

Personalpolitik / MA-Rekrutierung
Veröffentlicht am 11.03.2019 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Manchmal ist es eine große Herausforderung, ruhig zu bleiben: Die Deadline für ein Projekt nähert sich unaufhaltsam, obwohl zahlreiche Punkte noch offen sind. Während man auf Hochtouren an der Fertigstellung arbeitet, geht ein um das andere Mal die Bürotüre auf, Kollegen und Vorgesetzte stellen Fragen zu völlig anderen Themen, das Telefon klingelt. Und eigentlich wollte man schon vor einer Stunde eine kurze Pause einschieben. 

In so einer Situation nicht zu explodieren, dem Gegenüber gereizt das Wort zu verbieten oder alles hinzuschmeißen verlangt nicht nur eine gute Erziehung, sondern einiges an Stärke und beruflicher Professionalität. Dahinter steckt aber auch die Überzeugung, dass alle anderen im Idealfall genauso versuchen, ihr Bestes zu geben und die jeweils bearbeiteten Aufgaben zu erledigen, wie man selbst. Man begegnet ihnen mit grundsätzlichem Respekt.

Nicht „kleinlich“ sein
Im Umgang miteinander bedeutet Respekt aber auch, als Führungskraft eigenverantwortliches Handeln zuzulassen – ja bewusst zu fördern. Konsequenzen zu ziehen, wenn grobe Verfehlungen bezüglich der jeweiligen Pflichten vorliegen, liegt dabei natürlich im Rahmen des Zulässigen. Mitarbeitende mit Verwarnungen „erziehen“ zu wollen, wenn es etwa zum verspäteten Erscheinen in einem Meeting kommt, anstatt nach dem – oft sicherlich nachvollziehbaren – Grund dafür zu fragen, wird allerdings eher zum Widerstand anregen. Im Mindestfall aber wird es die Loyalität zum wohl als „kleinlich“ empfundenen Chef nicht unbedingt stärken.

Um sich im Arbeitsleben Respekt zu sichern gilt es, ein gewisses Selbstvertrauen auszustrahlen – ohne dabei jedoch überheblich zu wirken. Wenn Vorhaben angekündigt werden, sollten diese auch weiterverfolgt und im Idealfall umgesetzt werden. Andernfalls sollte zumindest eine Erklärung dafür erfolgen. Das eigene Gefühlsleben zu zügeln – etwa, was unerwartete Wutausbrüche und nicht gerechtfertigte Kritik an anderen betrifft –, ist ebenfalls bedeutsam. Umgekehrt sollte man mit Kritik an der eigenen Person umgehen können – egal, ob diese berechtigt ist oder nicht.

Ein Betrieb, dessen Führungskräfte und Mitarbeitende es nicht schaffen, diese Grundsätze zu leben, wird über kurz oder lang nicht so erfolgreich sein, wie er es sein könnte. Denn mit der Unzufriedenheit, die durch mangelnden Respekt in der Belegschaft entsteht, werden die Betroffenen nicht lange hinterm Berg halten.