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Stellensuche mal anders

Karriere allgemein
13. Mai 2017
Zahlreiche Jobs werden unter der Hand vergeben. Was bedeutet das für Bewerber? Und wie erschliessen sie sich den verdeckten Stellenmarkt?
 
Von Manuela Specker
 
Bewerbungen bedeuten für die Unternehmen viel Arbeit und hohe Kosten. Gerade beliebte Arbeitgeber besetzen offene Stellen deshalb gerne mit internen Kandidaten und behalten so das Know-how im Haus, oder sie hören auf Empfehlungen von Mitarbeitenden. Andere Unternehmen wiederum müssen die Stelle möglichst rasch besetzen und engagieren einen Headhunter.
 
Fakt ist jedenfalls: rund 19 bis 28 Prozent der Stellen werden nie öffentlich ausgeschrieben. Zu diesem Schluss kommt  der Stellenmarkt-Monitor Schweiz der Universität Zürich.
 
Wie aber erfährt man trotzdem von frei werdenden Jobs, die zu einem passen könnten? Indem man es den Unternehmen nachmacht – und Stellenbesetzungen nicht als linearen Prozess sieht, der mit einer Stellenausschreibung beginnt und mit einer Anstellung endet. So wie moderne Firmen heute mehrere Kanäle nutzen, um den passenden Kandidaten finden, können auch Bewerber das Heft vermehrt in die eigenen Hände nehmen und an Firmen gelangen, selbst wenn keine Stelle ausgeschrieben ist.   
 
Das hat den grossen Vorteil, anders als bei ausgeschriebenen Stellen nicht einer unter vielen Bewerbern zu sein. Natürlich braucht es bei den sogenannten Initiativbewerbungen aber immer auch ein Quäntchen Glück. Sprich: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.  Nachfolgende einige vielversprechende Massnahmen:  
 
  • Das Beziehungsnetz spielen lassen und die Bekannten darüber informieren, dass man auf der Suche nach einer neuen Herausforderung ist. Nicht selten erfährt man auf indirektem Weg von offenen Stellen.
     
  • Anstatt primär nach offenen Stellen zu suchen, sich in erster Linie fragen: In welcher Firma würde ich gerne arbeiten? Danach die Webseiten der betreffenden Firmen nach offenen Stellen absuchen. Denn gemäss Stellenmarkt-Monitor Schweiz der Universität Zürich werden 20 Prozent aller Jobs ausschliesslich auf der firmeneigenen Webseite ausgeschrieben.
     
  • Ein Profil auf den sozialen Netzwerken Xing oder LinkedIn eröffnen bzw. das Profil aktualisieren. So steigt die Chance, von Personalvermittlern gefunden zu werden. Allerdings wird empfohlen, sich nicht als Jobsuchender zu erkennen zu geben. Das kann zum einen problematisch werden, wenn zum Beispiel der gegenwärtige Vorgesetzte auf das Profil stösst. Zum anderen macht es auch auf Personalvermittler oder Headhunter einen besseren Eindruck, wenn man sich nicht als Suchender zu erkennen gibt.  
     
  • Bei einer Bewerbung unbedingt in Erfahrung bringen, wer die richtige Ansprechperson im Unternehmen ist und ob eine Bewerbung per Post oder E-Mail gewünscht wird. Sonst ist die Gefahr gross, dass die unaufgefordert eingereichte Bewerbung auf einem Stapel oder gar im Papierkorb landet – sei es im elektronischen oder im physischen Papierkorb. Wer nach einigen Wochen noch nichts gehört hat, darf ruhig nachhaken, das signalisiert Interesse.
     
  • Auf keinen Fall mehrere Initiativbewerbungen beim selben Unternehmen auf unterschiedliche Jobs einreichen. Das macht auf den Arbeitgeber den Eindruck, verzweifelt auf Stellensuche zu sein.
     
  • An Karrieremessen präsent sein und sich dort auf jene Unternehmen fokussieren, bei denen man gerne arbeiten würde – Qualität kommt vor Quantität.
     
  • Auch bei einer Initiativbewerbung nicht vergessen, den Lebenslauf dem betreffenden Unternehmen anzupassen und die entsprechenden Stärken, die erforderlich sind, hervorzuheben.   
     
  • Auf keinen Fall die Geduld verlieren und sein Glück immer wieder von neuem versuchen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Initiativbewerbung gleich zum Erfolg führt. Deshalb auch sollte man rechtzeitig damit beginnen, die Fühler auszustrecken und nicht erst, wenn die Situation am Arbeitsplatz so unerträglich geworden ist, dass man am liebsten gleich auf der Stelle kündigen würde.
 
 
Bildquelle:Thinkstock

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