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WOOP-Methode: Byebye positives Denken!

Karriere allgemein
25. Mai 2017
Positives Denken wird in unserer heutigen Gesellschaft als Schlüssel für quasi alles verkauft: Für beruflichen Erfolg, Glück in der Liebe, Gesundheit, Motivation und und und…Wer positiv denkt, dem fliegen all die guten Dinge des Lebens quasi vollautomatisch zu – so die weit verbreitete Meinung. Alles Humbug, behauptet hingegen die Glücksforscherin Gabriele Oettingen. Sie ist sich sicher: Positives Denken fördert den Erfolg nicht, es verhindert diesen sogar. Doch sie hat auch eine Lösung des Problems, welche auf den lustigen Namen „WOOP-Methode“ hört.

– von Content-Service by co2-kommunikation.ch –

Positives Denken soll schädlich sein? Diese These ist mittlerweile in Fachzeitschriften sowie dem Internet immer häufiger zu lesen. Und ebenso logisch wie all die Argumente „Pro-Positives-Denken“ klingen irgendwie auch die „Contra-Argumente“: Zwar sei positives Denken im Sinne eines gesunden Selbstvertrauens wichtig für beruflichen (und privaten) Erfolg im Leben, so Oettingen, doch reiche es eben nicht zur Zielerreichung aus. Es gaukelt dem Gehirn stattdessen vor, dass wir unsere Ziele bereits erreicht hätten. Wir werden dafür belohnt und anschliessend plump daher gesagt faul. Wieso? Weil die reine Vorstellung eines Ereignisses im Gehirn dieselbe Reaktion auslöst wie dessen tatsächliches Eintreten. Das bedeutet: Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie hätten schon eine Million Franken auf dem Konto und den Porsche in der Garage, schüttet Ihr Gehirn dieselben Glückshormone aus, wie bei Eintreten dieses Ereignisses in der Realität – nur eben, dass in Wahrheit in Ihrer Garage noch die rostige Klapperkiste steht und Ihr Bankkonto rote Zahlen zeigt. Da Ihr Belohnungssystem durch das positive Denken allerdings bereits aktiviert ist, sinkt Ihre Motivation, sich zur Erreichung dieser Ziele anzustrengen – und die Erfüllung Ihrer Träume rückt in weite Ferne.


WOOP-Methode: Wish, Outcome, Obstacle, Plan

Zu viel oder rein positives Denken kann der Karriere und damit dem Lebensglück auf lange Sicht also mehr schaden als nutzen. Ein Funken Realität muss auch in Ihren kühnsten Tagträumen Platz finden – um so als Antrieb und Motivation für die tatsächliche Umsetzung Ihrer Ziele zu dienen. Laut Oettingen sollten Sie dafür die sogenannte WOOP-Methode anwenden. Sie steht für:
  • Wish: Finden Sie einen Wunsch beziehungsweise ein Ziel, das zwar eine Herausforderung darstellt, dessen Erreichung aber dennoch realistisch ist.
     
  • Outcome: Je grösser die „Belohnung“ ist, welche Sie bei der Zielerreichung erwarten, umso höher wird Ihre Motivation und Energie sein, aktiv dafür zu arbeiten. Fragen Sie sich also: Was bekomme ich für meine Mühe? Und ist mir das all die Anstrengung wert?
     
  • Obstacle: Nur, wenn Sie diese Frage mit „Ja“ beantwortet haben, macht es überhaupt Sinn, die WOOP-Methode weiterzuführen. Beschäftigen Sie sich jetzt mit möglichen Hindernisse, die Sie von der Erreichung dieses Ziel abhalten könnten. Lassen Sie also auch Negativszenarien zu.
     
  • Plan: Entwickeln Sie schlussendlich einen konkreten Plan, wie Sie Ihr Ziel anpacken, erreichen und mögliche Hindernisse überwinden können. Je realistischer dieser Plan ist, umso besser stehen Ihre Chancen auf Erfolg. Und jetzt müssen Sie nur noch eines sein: positiv – dass Sie diesen Plan auch in die Realität umsetzen können.


Bildquelle:Thinkstock

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