Tiere am Arbeitsplatz

Die Frage, ob Haustiere mit ins Büro gebracht werden dürfen, ist weniger eine des Arbeitsrechts als vielmehr eine der Unternehmenskultur. Der gemütliche Labrador-Rüde unterm Schreibtisch wird mitunter weniger stören als der Wellensittich im Käfig. Die Vorbehalte und Bedürfnisse der Mitarbeitenden müssen aber in jedem Fall berücksichtigt werden.

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Veröffentlicht am 06.09.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Zum einen ist darauf zu achten, Kolleginnen und Kollegen von Hundebesitzern nicht gegen ihren Willen zu „beglücken“: Manch einer ist vielleicht nicht darüber erfreut, zwischendurch von einer feuchten Nase angestupst zu werden. Insbesondere wenn Menschen Angst vor Hunden haben - was nicht zwingend von deren Größe abhängt -, dürfen die Bedürfnisse des Halters nicht höher bewertet werden. Das gilt genau so für Allergien, die die betroffenen Kolleginnen und Kollegen auch nicht zwingend nachweisen müssen.

Gerüche und Geräusche
Mitunter ist auch schon der Geruch eines Tiers ein Problem für die anderen Anwesenden im Büro: Was Hundeliebhaber als völlig gewöhnlich empfinden, werten andere eventuell pauschal als Gestank - und rümpfen darüber die Nase. Fakt ist, dass störende Gerüche und Geräusche einer höchst subjektiven Bewertung unterliegen, und belastend auf das Wohlbefinden sowie die Arbeitsleistung  einer Person wirken können.

Nichtsdestotrotz ist es legitim, sein Anliegen, das Haustier mit ins Büro nehmen zu wollen, vorzubringen. In den wenigsten Fällen wird es eine Katze sein, die bekanntlich nicht ganz so gut unter Kontrolle zu bringen ist. Auch Vögel und Reptilien stehen wahrscheinlich eher selten im Mittelpunkt einer solchen Anfrage - wenngleich ein Chamäleon im Büro wohl einen hohen Spaßfaktor hätte.

Genau so wie bei den Mitarbeitenden sollte aber auch beim betroffenen Tier dessen Wohlbefinden an erster Stelle stehen. Und Reptilien, Vögel oder Katzen kommen tagsüber ganz gut alleine zurecht. Bei Hunden kann der Leidensdruck schon deutlich größer sein, wenn es heißt, viele Stunden ohne Gefährtin oder Gefährten zu verbringen. Umso mehr, wenn Frauchen oder Herrchen unregelmäßige Arbeitszeiten haben und oft Überstunden schieben müssen.

Höhere Lebensqualität?
Insofern also der Dienstgeber grünes Licht gibt und die Bürokollegen nichts dagegen haben, kann ein Hund im Büro auch sehr zur Auflockerung des Alltags und zum Stressabbau beitragen. Regelmäßige Pausen zu machen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einfacher - man nennt es dann einfach „Gassi gehen“. Bei jenen Mitarbeitenden, die zumindest noch leichte Bedenken haben, kann es helfen, sie zu einem gemeinsamen Spaziergang z.B. in der Mittagspause einzuladen, um das Tier und den Umgang damit kennen bzw. verstehen zu lernen.

Unbedingtes Muss ist bei all dem, dass Rocky, Bella oder Snoopy eine gute Erziehung durchlaufen haben, sprich: Sie müssen wichtige Befehle wie „Sitz“ oder „Platz“ verstehen und befolgen, und es nicht für selbstverständlich halten, sich während der Arbeitszeit beliebig durch die Räumlichkeiten zu bewegen. Es sei denn, dies ist explizit so mit der Bürogemeinschaft vereinbart. Was wiederum nicht für alle Ewigkeiten fixiert werden kann. Sollten künftige neue Kollegen ein Problem mit dem Büro-Tier haben, muss das gesamte Thema neu aufgerollt werden. Auch die Frage, wie viele Haustiere in einem Büro Platz haben - und ob diese miteinander auskommen -, ist rechtzeitig zu stellen.

 

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