Die 4-Tage Woche - Arbeitszeitregelung der Zukunft?

Über die 4-Tage Woche wird in Schweizer Betrieben sowie in der Öffentlichkeit seit geraumer Zeit heftig diskutiert. Um sich eine Meinung bilden zu können, ist umfassende Information gefragt. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine 4-Tage Woche organisatorisch umgesetzt werden kann und welche Vorteile bestehen.

Personalpolitik / MA-Rekrutierung
Veröffentlicht am 17.12.2019 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Was versteht man unter einer 4-Tage-Woche?
Es existieren bei der 4-Tage Woche grundsätzlich zwei verschiedene Arbeitszeitmodelle:

- 80%-Pensum ohne Lohnausgleich

- 80%-Pensum mit Lohnausgleich. Die Arbeitswoche wird in diesem Fall bei Normalarbeitszeit (40 Wochenstunden) aus vier Arbeitstagen à 10 Stunden bestehen.

Welche Erwartungshaltung wird mit der Einführung der 4-Tage-Woche verbunden?

Verkürzte Arbeitszeit bei (im Regelfall) gleichem Lohn
Bei flächendeckender Einführung punktet die 4-Tage-Woche mit dem Vorteil der kürzeren Brutto-Arbeitszeit sowie eines Mehrwerts an Freizeit. Denn wird auch die Sollarbeitszeit von 8 Stunden des fünften, nun arbeitsfreien Werktages, den anderen vier Arbeitstagen aliquot zugeschlagen, so erspart sich der Arbeitnehmer am arbeitsfreien Tag immerhin die Fahrt zum Arbeitsplatz und zurück sowie die in der Regel unbezahlte halbstündige Mittagspause. Was neben dem Plus an Freizeit auch eine nicht unbeträchtliche Kostenersparnis (Benzinkosten bzw. Busticket, Kosten für das Mittagessen) ergibt.

Eine zufriedene, motivierte und effizient arbeitende Belegschaft
Zahlreiche Unternehmen entlohnen ihre Mitarbeiter noch immer gemäss ihrer Anwesenheitszeit am Arbeitsplatz. Wiewohl hinlänglich bekannt ist, dass zwischen geleisteter Arbeitszeit und effektiv verrichteter Arbeit nicht unbedingt ein Zusammenhang bestehen muss. So kann theoretisch ein Mitarbeiter in der Verwaltung acht Stunden täglich an seinem Arbeitsplatz physisch anwesend sein, ohne damit allerdings auch nur die geringste tätigkeitsbedingte Wertschöpfung zu generieren. Rückt jedoch die Erreichung von Zielen in den Mittelpunkt, wird schnell klar, warum Mitarbeiter als Ressource des Unternehmens bezeichnet werden. Entsprechend motiviert, können diese die Produktivität im Unternehmen enorm steigern. Den bisher erhobenen Informationen zufolge, kann die Einführung der 4-Tage Woche einen erheblichen Leistungsanreiz darstellen.

Weniger krankheitsbedingte Ausfälle
Es ist medizinisch erwiesen, dass sich ein Zuviel an Arbeit sowie negativer Stress in hohem Masse schädlich auf das psychische und physische Wohlbefinden der Beschäftigten auswirkt. Depressionen, Belastungsstörungen, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck sowie Durchfall und Erbrechen können die Folge sein. In diesem Kontext gelang John Ashton, Professor an der britischen Fakultät für Öffentliches Gesundheitswesen, der Nachweis, dass eine kürzere Arbeitswoche Stresssymptome spürbar verringert, wodurch sich die Anzahl der Krankenstandstage nachweislich reduziert.

Fazit
Es geht in der Arbeitswelt um Zielerreichung, Produktivität und Effizienz. Speziell die letztgenannten beiden Faktoren werden angesichts steigenden Wettbewerbs- und Kostendrucks immer wichtiger. Da Grund zu der Annahme besteht, dass eine 4-Tage Woche Mitarbeiter zufriedener und auch leistungsfähiger macht, wäre eine verkürzte Arbeitswoche eine kostengünstige Möglichkeit, die Produktivität im Unternehmen nachhaltig zu steigern.