Während dem Pendeln arbeiten

Lange Fahrten zum Arbeitsplatz müssen nicht zwingend zur Verlängerung des Arbeitstages führen. Vorausgesetzt, der Dienstgeber gibt „grünes Licht“ dafür, können Bus und Bahn zum mobilen Büro werden.

Teilzeit / Flexible Arbeitsmodelle
Veröffentlicht am 25.06.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Natürlich kann man die Zeit, die man auf dem Weg zur Arbeit verbringt - vorausgesetzt, man ist nicht Lenker eines Automobils oder eines anderen Kraftfahrzeugs -, dafür nutzen, sein tägliches Leben auf Instagram, Facebook und Twitter zu teilen. Man kann sich durch die belletristischen Titel oder die Sach- und Fachbücher lesen, die die aktuellen Bestsellerlisten prägen, oder man kann all die privaten Telefonate führen, für die untertags keine Zeit bleibt. Man könnte die Stunden des Pendelns aber auch dafür nützen, die Verweildauer im Büro zu verkürzen, und gemütlich auf dem morgendlichen Weg ins Büro (sowie abends von dort zurück nach Hause) Teile seines täglichen Pensums verrichten.

Der Rahmen muss klar abgesteckt sein
An dieser Stelle gleich ein Disclaimer: Ob die Zeit des Arbeitswegs als Arbeitszeit gerechnet werden kann, ist unbedingt mit dem Dienstgeber abzuklären. Idealer Weise stellt dieser eine entsprechende Erlaubnis auch schriftlich zur Verfügung, vielleicht sogar schon im Dienstvertrag. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie diese Tätigkeiten korrekt in der Zeiterfassung verbucht werden, sondern eventuell auch um versicherungsrechtliche Fragen. Doch welche Tätigkeiten eignen sich, wenn das grundsätzliche OK des Arbeitgebers vorhanden ist, besonders dafür, unterwegs in Bahn oder Bus erledigt zu werden?

Gutes Umfeld für Telefon und E-Mail
Telefonate stellen sicherlich eine gute Möglichkeit dar - zumindest, wenn sich die Zahl und Länge der durchfahrenden Tunnels in Grenzen hält und man die Strecke gut kennt. Doch Vorsicht: Betriebsgeheimnisse oder besonders innovative Marketing-Vorhaben sollten auf keinen Fall in der Gegenwart der anderen Fahrgäste ausgeplaudert werden. Terminvereinbarungen, Bitten um Übermittlung von Unterlagen oder auch harmlose Hintergrundgespräche könnten allerdings einen guten Start in den Arbeitstag darstellen. Allerdings hängt das davon ab, wann Sie in ihren Arbeitstag bzw. den Arbeitsweg starten: Vor acht - eher neun - Uhr wollen viele Menschen nicht unbedingt angerufen werden.

In diesem Sinn bietet sich wohl an, zuerst mit dem Abarbeiten des E-Mail-Postfachs zu beginnen. Dies umso mehr, als der Mail-Verkehr im hektischen Büroalltag nur all zu oft unaufgearbeitet bleiben muss. Einen schnellen Überblick kann man sich allein schon am Smartphone holen. Für eine tiefer gehende Bearbeitung kann auf das Notebook gewechselt werden. Sollte die WiFi-Verbindung in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu wünschen übrig lassen, tut es dafür auch ein Hot-Spot, über den man die Mobilfunkverbindung für den Computer freigibt.

Achtung vor Mehrarbeit
Insgesamt sollte man im Blick behalten, dass die Nutzung des Arbeitsweges für dienstliche Angelegenheiten nicht dazu führt, dass ungeplante Mehrstunden produziert werden. Will heißen: Wenn Sie auf diese Weise Zeit einsparen, sollten sie auch die Gelegenheit nutzen, nicht übermäßig lange am Arbeitsplatz zu verweilen. Immerhin bietet der Heimweg nochmal dasselbe Potenzial wie der Weg in der Früh. Und insgesamt ging es doch gerade um eine verbesserte Work-Life-Balance - oder?

 

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