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Tränen im Büro

Veröffentlicht am 14.06.2019 von myjob - Bildquelle: iStock
Tränen im Büro

Mobbing, Überlastung oder private Probleme: Die möglichen Ursachen für emotionale Aus- oder Zusammenbrüche am Arbeitsplatz sind vielfältig. Wegschauen ist weder für Mitarbeitende noch Führungskräfte eine Option.

Wenn Menschen regelmässig an einem Ort zusammenkommen, ist natürlich auch mit Emotionen zu rechnen. Am Arbeitsplatz sind es im besten Fall positive Gefühle, die sich überwiegend manifestieren. In stressigen Arbeitsphasen oder wenn sich Individuen nicht über die gemeinsamen Ziele – bzw. den Weg dorthin – einig sind, kann es aber auch einmal rauher zugehen. Mit den entsprechenden Folgen.

Bei aller Unstimmigkeit sollte trotzdem der gute Ton gewahrt bleiben. Einander anzuschreien oder gar zu beschimpfen darf guten Gewissens als Tabu bezeichnet werden. Mitunter fliessen auch ohne harsche Worte mal bei einer Kollegin oder einem Kollegen die Tränen. Verschämt wegzuschauen und nicht darauf einzugehen mag im ersten Moment als bequeme Reaktion erscheinen, macht das Ganze aber gewiss nicht besser.

Mobbing umgehend abdrehen
Wichtig ist in so einem Fall, den Hintergründen auf die Spur zu gehen. Lag es an einem aktuellen Disput, so kann eine – für das Umfeld wahrnehmbare – Entschuldigung Druck aus der Situation nehmen. Und so dem Betroffenen helfen, das Gesicht zu wahren. Der hatte vielleicht einfach einen schlechten Tag und war emotional bereits „angeschlagen“. Ob der oder die Mitarbeitende über die Sache reden möchte, muss der Person selbst überlassen werden.

Gerade als Führungskraft sollte man bemüht sein, schwerwiegendere Probleme am Arbeitsplatz möglichst auszuschliessen. Mobbing – ob durch Mitarbeitende oder Vorgesetzte – darf nicht sein und muss im Keim erstickt werden, wenn es erste Anzeichen dafür gibt.

Burnout-Risiko erkennen
Mitunter kann es nämlich sehr schnell gehen, dass aus ursprünglich vielleicht nur genervten Neckereien ein anhaltendes Herumhacken auf einzelnen Team-Mitgliedern wird. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine (Teil-) Schuld beim Betroffenen zu suchen ist jedenfalls der falsche Zugang. Wer Mobbing-Tendenzen im beruflichen Umfeld wahrnimmt, ist in diesem Sinn immer als Beistand gefragt: Zur Verteidigung der Mobbing-Opfer, zum Entschärfen akuter Mobbing-Situationen und zum Einleiten notwendiger Massnahmen. Etwa, indem eine Mediation angeregt wird.

Tränen am Arbeitsplatz können allerdings auch ein Zeichen von grundsätzlicher Überlastung sein. In so einem Fall ist es bedeutend, nicht den Zeitpunkt zu verpassen, um einem Burnout vorzubeugen. Ein verordneter Erholungsurlaub – vielleicht auch ein offenes Gespräch mit den Vorgesetzten samt nachfolgender Umverteilung der Aufgaben – kann eine gefährliche Überlast von den Schultern des Mitarbeitenden nehmen.