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Was Grussformeln in E-Mails über den Charakter aussagen

Veröffentlicht am 17.10.2019
Was Grussformeln in E-Mails über den Charakter aussagen

Weltweit werden jeden Tag rund 300 Milliarden E-Mails verschickt und empfangen. Mindestens so interessant wie die Inhalte der Nachrichten sind aber oft die Grussformeln am Ende der Texte.

Weltweit werden jeden Tag rund 300 Milliarden E-Mails verschickt und empfangen. Mindestens so interessant wie die Inhalte der Nachrichten sind aber oft die Grussformeln am Ende der Texte. Sie sagen nicht nur viel über den Charakter des Absenders aus, sondern auch über sein Verhältnis zum Empfänger. Ist jemand neutral, wohlgesinnt oder trägt er eine Abwehrhaltung vor sich her? Aus den wenigen Worten lässt sich einiges herauslesen, wie die folgenden Beispiele zeigen.

"Mit freundlichen Grüssen" oder "Freundliche Grüsse"
Dies sind die Klassiker schlechthin, wobei "Freundliche Grüsse" vor allem als offizielle und formelle Grussformel in der Schweiz gilt. Wahrscheinlich steht der Absender schon lange im Berufsleben und hat es versäumt, sein tägliches Procedere im Laufe der Zeit zu ändern. Oder er ist genervt von trendigen Schlusswörtern. Manchmal hängt er noch ein "aus Zürich" hintendran, was nicht gerade ein Zugehen auf den Empfänger ausdrückt. Ein positives "nach Bern" würde besser ankommen.

"Hochachtungsvoll"
Ups! Wer diese Abschlussformel wählt, ist wahrscheinlich noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen oder schreibt jede E-Mail in dem Bewusstsein, sie wäre an einen Präsidenten oder eine ähnlich hochgestellte Persönlichkeit gerichtet. Vielleicht hat er auch einfach seit langer Zeit verlernt, seine Kommunikationsgewohnheiten von Staub zu befreien.

"Sonnige Grüsse"
Hier scheint eine ausgesprochene Optimistin am Werke zu sein, die sich auch durch einen grauen Regentag nicht aus ihrer Fassung bringen lässt - stets "Singing in the Rain". Biedert sich mit dieser Grussformel eine "Queen of Smalltalk" an, die es zum Abschied noch schafft, eine neues Gesprächsthema auf den Tisch zu bringen? Im Geschäftsalltag eher tabu.

"BG"
Vorsicht! Hier steht jemand unter Stress und widmet sich so sehr seiner Arbeit, dass keine Zeit für eine ausgeschriebene Grussformel bleibt. Vielleicht ist er Abkürzungen dieser Art - BG, MfG oder VG - von seinen zahlreichen Chats in Messenger-Programmen gewohnt. Wahrscheinlicher ist aber, dass er den Empfänger nicht wirklich schätzt und ernst nimmt, sondern die E-Mail zwischen zwei anderen, "wichtigeren" Tätigkeiten runtergetippt hat.

"Viele Grüsse"
Die Absenderin scheint eine überaus freundliche Person zu sein, die über den Empfänger das Füllhorn ihrer guten Laune ausschüttet und Privates mit Geschäftlichem vermischt oder aber einen Mittelweg sucht, um Sympathie bei Kollegen und Geschäftspartnern zu erzeugen - auf jeden Fall eine gute Methode, um eine Balance zwischen Distanz und Nähe zu schaffen.

"Liebe Grüsse"
Mit "Liebe Grüsse" will jemand eine Wohlfühlatmosphäre schaffen und sein Gegenüber mit permanenter Hilfsbereitschaft auf seine Seite ziehen. Vielleicht steckt dahinter aber auch ein verkapptes Muttersyndrom. Doch auch bei dieser Floskel ist Vorsicht geboten. Wird sie bei den falschen Adressaten verwandt, kann sie schnell als zu vertraut und nervig ankommen.

"Schöne Grüsse"
Das klingt sehr poetisch. Der Versuch, Schönheit in seine Abschiedsgrüsse zu bringen, könnte jedoch schnell scheitern, wenn es um ein geschäftliches Schreiben an einen Kunden oder Auftraggeber geht. Vielleicht folgt ja in der nächsten E-Mail bei Unzufriedenheit mit dem Gegenüber die Formel "Hässliche Grüsse". Besser ist es, diesen Abschluss nur für private Zwecke zu verwenden.

"Einen guten Start in die Woche"
Man könnte annehmen, hier hat sich eine hochmotivierte Sportskanone am Wochenende nicht genügend ausgetobt. Oder es steckt ein Coach dahinter, der zum Gasgeben animieren will. Auf jeden Fall ist jede noch so kleine Aufgabe eine grosse Herausforderung für den Absender, die er mit Bravour meistern will. Man könnte daraus allerdings auch schliessen, dass er immer nur montags E-Mails verfasst.

Ok, Schluss mit Vorurteilen und Klischees! Finden Sie lieber heraus, welcher Grussformel-Typ Sie selber sind. Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken. Vielleicht kommen Sie ja auf ganz neue Kreationen, die zu Ihrer Persönlichkeit besser passen.