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Vertrauen ist in der neuen Arbeitswelt das A und O

Veröffentlicht am 14.12.2020
Vertrauen ist in der neuen Arbeitswelt das A und O
Interessanterweise gewinnt ein so konservativ wirkender Wert wie Vertrauen in der modernen Arbeitswelt wieder Auftrieb. Insbesondere Millennials suchen Vertrauen in ihrer Arbeit und in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Führungskräften. Genau dieses Vertrauen aufzubauen und zu erhalten gehört für Führungskräfte zu den grössten Herausforderungen. 
Warum Vertrauen für Unternehmen so wichtig ist 
Unsere Arbeitswelt ist mit einer ungekannten Geschwindigkeit im Wandel. Getrieben durch Digitalisierung, Megatrends und sich beschleunigende gesellschaftliche Veränderungen verändert sich auch die Zusammenarbeit in Unternehmen. Gerade für jüngere Arbeitnehmer sind Werte wie Individualität, Flexibilität, Ungebundenheit und auch Vertrauen deutlich wichtiger als Karriere und klassische Arbeitsmodelle. 
 
Vertrauen setzt sich aus dem Charakter (Intention und Integrität) einer Person und ihrer Kompetenz (Fähigkeiten und Ergebnisse) zusammen. Die Ergebnisse sind in der Arbeitswelt zweifelsohne wichtig, noch wichtiger für die Entwicklung von Vertrauen sind jedoch die charakterlichen Eigenschaften, die sich wiederum positiv auf Fähigkeiten und Ergebnisse auswirken. 
 
Der berühmte Coach Stephen Covey schreibt dazu, dass repräsentiertes Vertrauen zwischen Personen ein Gefühl der Bindung schafft. Wenn jemand weiss, dass ihm jemand traut (oder besser gesagt etwas zutraut) ergeben sich Synergieeffekte und Wohlfühlmomente. 
 
Automatisch erhält derjenige, der Vertrauen schenkt, auch eigen Gegenleistung durch Gegenvertrauen und erzielte Ergebnisse zurück. Misstrauen dagegen, das in der Arbeitswelt häufig in kalte Kontrolle ausartet, bringt Kollegen und Führungskräfte auseinander. Dadurch leiden die Stimmung, die Produktivität, der Wohlfühlfaktor und auch die Qualität der Arbeitsergebnisse. 
 
So schaffen Führungskräfte mehr Vertrauen 
Da vor allem jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der Suche nach solchem Vertrauen sind, müssen Führungskräfte lernen, diesen Grundsatz zu leben. Denn im War of Talents können sich die besten Fachkräfte ihren Arbeitgeber frei aussuchen. Mit den folgenden Tipps können Führungskräfte direkt mit der Umsetzung beginnen: 

1. Seien Sie ein Vorbild 
Wer von seinen Teammitgliedern erwartet, dass sie zugesagte Aufgaben termingerecht erledigen oder pünktlich zu einer Besprechung erscheinen, muss dies vorleben. So entwickelt sich ein Vertrauen in Führungskräfte, die so zur stabilen Konstante in einem sich ständig verändernden Arbeitsumfeld werden. 
2. Sie sind nicht allwissend 
In der flexiblen und immer kurzlebigeren Arbeitswelt können auch Führungskräfte nicht allwissend sein. Gehen Sie offen damit um, nehmen Sie Ratschläge Ihrer Teammitglieder an, arbeiten Sie gemeinsam an neuen Themen oder fragen Sie ganz gezielt nach der Meinung Ihrer Mitarbeiter. Etablieren Sie diese Kultur ausserdem auch für die Zusammenarbeit innerhalb Ihrer Teams. Das erhöht das Vertrauen in die gemeinsame Stärke und sorgt für ein misstrauensfreies Arbeitsumfeld. 
3. Regelmässige Aussprachen 
Vertrauen basiert auf der Gewissheit, sich nahezu alles offen sagen zu können. Gerade in Teams mit vielen unterschiedlichen Charakteren und Freigeistern der Generation Z ist der offene Austausch auf fachlicher und persönlicher Ebene wichtig. So lassen sich Missverständnisse ausräumen, Gerüchte zerschlagen und Konsensdiskussionen führen, die Misstrauen im Team vorbeugen und Vertrauen fördern. Nehmen Sie sich zudem einmal wöchentlich Zeit für ein Meeting mit offener Aussprache-Runde. 
4. Verantwortung übertragen 
Die höchste Form des Vertrauens, die eine Führungskraft einem Mitarbeiter schenken kann, ist das Übertragen von Verantwortung. Eltern wissen, wie schwierig dieser Prozess sein kann, den Nachwuchs loszulassen. Aber genau dieser Punkt ist es, der die Bindung und Leistungsfähigkeit des gesamten Teams stärkt. Werfen Sie Ihre Befürchtungen über Bord und übertragen Sie Ihrem Team die Freiheit, Aufgaben eigenverantwortlich zu übernehmen. Aus diesem Vertrauen heraus erwächst auf der Gegenseite Selbstvertrauen, was wie ein positiver Rückkopplungseffekt wirkt. 
5. Loyalität ist alles 
Denken Sie daran, dass Sie über Ihre Mitarbeiter gegenüber anderen immer so sprechen, dass diese auch selbst zuhören könnten, ohne beleidigt zu sein. Seien Sie loyal und reden Sie hinter dem Rücken Ihres Teams nicht schlecht über Ihre Mitarbeiter. Reden Sie bei Problemen gleich mit der betreffenden Person, bevor über den Flurfunk unangenehme Dinge die Runde machen. Diese Kultur der Loyalität wird das Team sowohl Ihnen gegenüber als auch beim Umgang untereinander zurückzahlen.