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Was versteht man unter Outsourcing?

Veröffentlicht am 22.02.2021
Was versteht man unter Outsourcing?
Outsourcing bezeichnet die Auslagerung bestimmter Arbeitsprozesse an spezialisierte Drittfirmen. Das können Dienstleister wie Steuerberater und Logistikunternehmen sein oder Zulieferer von Komponenten für die eigene Produktion. In jedem Fall handelt es sich um unterstützende Aufgaben, die eine höhere Konzentration auf das eigene Kerngeschäft ermöglichen und in vielen Fällen auch die Betriebskosten senken. In diesem Sinne gehört Outsourcing zu den Unternehmensstrategien.
Das Wort Outsourcing ist eine Neuschöpfung und setzt sich aus Verkürzungen von drei englischen Wörtern zusammen: outside = außen, resources = Quellen und using = nutzend. Ins Deutsche übertragen bedeutet Outsourcing dann etwa: die Nutzung externer Quellen oder Ressourcen. 
 
Die Funktionsweise von Outsourcing

Outsourcing bindet Drittfirmen, die sich als Dienstleister oder Hersteller auf bestimmte Services und Produkte konzentrieren, in die Betriebsprozesse des beauftragenden Unternehmens ein. Häufig auftretende Beispiele sind Zulieferer von Fahrzeugherstellern, die ausschließlich einzelne Komponenten liefern, oder IT-Dienstleister, die die komplette Netzwerk-Infrastruktur Ihres Auftraggebers betreuen.
 
Allen Outsourcing-Prozessen ist gemeinsam, dass lediglich sekundäre Aufgabenfelder, also unterstützende Tätigkeiten, an Dritte ausgelagert werden. Schlüsseltechnologien und Kernkompetenzen verbleiben stets beim beauftragenden Unternehmen.
 
Zunehmend digitalisierte und automatisierte Prozesse in der Lieferkette begünstigen das Outsourcing, da sie die Einbindung der externen Betriebe einfacher und transparenter machen. 
 
Geeignete Bereiche für das Outsourcing
Im Vergleich zu früheren Zeiten ist die Bandbreite der Aufgaben, die ausgelagert werden können, deutlich angewachsen. Vor allem die Digitalisierung ganzer Branchen trägt dazu bei, dass Outsourcing immer einfacher und attraktiver wird. Auch hier steht die Automotive-Industrie wieder ganz oben auf der Beispielliste, denn durchweg alle Fahrzeughersteller nutzen externe Logistikunternehmen für den Transport von Zulieferkomponenten Just-in-Time. Insgesamt sind die Möglichkeiten für Outsourcing nahezu unbegrenzt. Trotzdem gibt es einige Bereiche, die besonders typisch sind: 
  • Buchhaltung und Steuerberatung
  • Marketing und Medienproduktion (Online-Marketing allgemein, Social-Media-Marketing, Grafik- und Webdesign, Erstellung von Werbetexten etc.)
  • IT-Dienstleistungen (Installation, Betrieb, Betreuung, Wartung)
  • Außen- und Kundendienst
  • Catering, Reinigung und andere Versorgungsleistungen
  • Logistik, Travel-Management 
 
Welche Dienstleister sind Ansprechpartner für Outsourcing? 
Aus dem vorhergehenden Abschnitt ergeben sich mögliche Geschäftspartner für die Auslagerung von Tätigkeiten nahezu von selbst. Zu den klassischen Dienstleistern zählen kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler: Marketing- und Werbeagenturen, IT-Experten, Texter, Steuerberater, Designer, Caterer u.v.m. Darüber hinaus gibt es aber auch große Unternehmen etwa in der Logistikbranche, die von anderen Unternehmen ohne eigenen Fuhrpark für ihre Transporte engagiert werden.
 
Weltumspannende digitale Kommunikationstechnologien ermöglichen es vor allem Freiberuflern, ortsunabhängig zu arbeiten. Sie schreiben Blogs oder sonstigen Content, programmieren und pflegen Webseiten, gestalten Grafiken oder betreuen Netzwerke, ohne auf ein Büro oder einen festen Arbeitsplatz angewiesen zu sein. Allerdings ist durch die Digitalisierung auch ein sich verschärfender Wettbewerb zu beobachten, denn viele Dienstleister kommen aus Billiglohnländern oder über Plattformen, die zu minimalen Stundensätzen Arbeiten an Freelancer weitervermitteln. 
 
Welche Arten von Outsourcing gibt es? 
Man spricht im Geschäftsleben von verschiedenen Outsourcing-Formen. Die Auslagerung von zuvor im eigenen Unternehmen erbrachten Leistungen an externe Betriebe oder Freiberufler ist als Business Process Outsourcing bekannt (Auslagerung von Geschäftsprozessen). Outsourcing kann auch unternehmensintern stattfinden, indem man Tochterunternehmen für bestimmte Aufgaben gründet.
 
Bei oft sehr komplexen Arbeiten, die bisher nicht benötigt oder auch nicht beherrscht wurden, und für die man Spezialisten heranzieht, ist von Knowledge Process Outsourcing die Rede. Offshore Outsourcing oder Offshorng bezeichnet die Verlagerung von Tätigkeiten ins Ausland. Schließlich gibt es auch noch Outservicing. Dienstleister in diesem Bereich übernehmen zum Beispiel den Kunden- und Außendienst oder Call-Center-Funktionen.
 
Ab wann ist Outsourcing lohnend? 
Wenn Unternehmen Leistungen auslagern, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, sollen dadurch einerseits Kostenvorteile entstehen. Allgemein gilt als Faustregel, dass die Ersparnis mindestens 20 Prozent betragen soll, um Outsourcing lohnenswert zu machen. Andererseits sind auslagernde Betriebe aber auch bestrebt, einen qualitativen Vorteil zu erlangen. Dafür erteilen sie zunächst häufig Testaufträge, bevor längere Verträge geschlossen werden 
 
Outsourcing-Vorteile um Überblick 
  • Kosten- und Zeitersparnis für den Auftraggeber, mehr Umsatz für den Auftragnehmer
  • möglicher Qualitätsgewinn für das auslagernde Unternehmen
  • Verschlankung von Geschäftsprozessen
  • Steigerung der Effizienz, bessere Ausnutzung von finanziellen und personellen Ressourcen
  • mehr Flexibilität bei unterschiedlichen Auftragslagen  
Outsourcing-Nachteile um Überblick 
  • eventueller Verlust von Kernkompetenzen, Schlüsseltechnologien und Geschäftsgeheimnissen
  • mögliche Abhängigkeit von Lieferanten
  • Qualitätsverluste, wenn der Auftragnehmer keine gute Arbeit leistet
  • höherer Kommunikationsaufwand, vor allem mit Auftragnehmern im Ausland, da die Geschäftszeiten voneinander abweichen
  • sprachliche, kulturelle und mentale Hürden bei ausländischen Lieferanten  
Outsourcing und Franchising 
Auch im Franchising kommt es zu bestimmten Formen des Outsourcings. Allerdings handelt es sich dabei um ein "internes" Auslagern der angeschlossenen Partner an die Firmenzentrale und nicht an Drittunternehmen.
 
Dabei übernimmt die Zentrale bei der Gründung einer Filiale Aufgaben wie die Erstellung von Finanzkonzepten und Business-Plänen, vermittelt Bankkontakte oder sorgt selbst für eine Finanzierung. Hinzu kommen einige administrative Aufgaben wie Schulungen und Weiterbildungen, Werbung- und Marketingmassnahmen, Wareneinkauf, Buchhaltung, Kundenakquise, Controlling und die Organisation von Tagungen.
 
Franchising-Systemzentralen lagern wiederum selbst bestimmte Bereiche aus. Dazu zählen Rechtsfragen bei der Vertragsgestaltung, Steuerberatung, Werbemassnahmen etc. Sie gewinnen dadurch den Freiraum, um sich auf ihre Kernkompetenzen wie den Vertrieb oder die Sicherung von Qualitätsstandards zu konzentrieren.