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Berufliche Sackgasse? So finden Sie den Ausweg!

Karriere allgemein
22. Dezember 2016
In einer sich schnell verändernden Berufswelt zwischen Digitalisierung und Globalisierung sehnen sich viele Menschen nach mehr Sicherheit. Alle zwei Jahre den Job zu wechseln – das ist für viele Schweizer Arbeitnehmer zum Normalzustand geworden. Doch es gibt auch ein anderes Extrem: Was, wenn Sie sich in einer langfristigen Anstellung ohne jegliche Perspektive auf Veränderung oder Weiterentwicklung wiederfinden? Wenn es auf der Karriereleiter keine weitere Stufe mehr gibt oder Sie Tag für Tag in langweiliger Routine vor sich hin arbeiten? Hier erfahren Sie, wie Sie eine berufliche Sackgasse erkennen und aus dieser ausbrechen können – ohne gleich (wieder) zur Kündigung greifen zu müssen.
Der Mensch braucht beides, um im Leben glücklich sowie langfristig gesund zu bleiben: Beständigkeit und Abwechslung. Leider gibt es im Berufsleben häufig nur ein Entweder-oder. Entweder Sie versinken Tag für Tag in Langeweile und steuern direkt auf das sogenannte „Boreout-Syndrom“ zu oder aber Sie können nie wirklich in einem Job ankommen, bevor schon wieder die Kündigung im Briefkasten liegt und Sie sich nach einer neuen Anstellung umsehen müssen. Ein erfülltes Berufsleben bestünde stattdessen aus
 
  • Arbeitsplatzsicherheit
  • Aufstiegschancen
  • Weiterbildungsperspektiven
  • individueller Förderung
  • abwechslungsreichen Arbeitsinhalten
  • u. v. m.

Tatsächlich empfehlen Experten nach rund fünf bis spätestens sieben Jahren eine berufliche Veränderung. Das muss jedoch nicht immer gleich der externe Jobwechsel sein. Gerade grössere Unternehmen bieten für Arbeitnehmer häufig zahlreiche interne Perspektiven, seien es die Verlagerung der Arbeitsinhalte, eine interne Versetzung oder bestenfalls die Beförderung.


5 Warnzeichen: So erkennen Sie eine berufliche Sackgasse
Viele Menschen arbeiten Tag für Tag vor sich hin und merken erst spät, dass sie eigentlich in einer perspektivlosen Sackgasse stecken. Damit Ihnen das nicht passiert, sind hier die fünf wichtigsten „Frühwarnzeichen“:
 
  1. Welche neuen Stationen könnten Sie jetzt Ihrem Lebenslauf hinzufügen, wenn Sie sich auf eine neue Stelle bewerben würden? Sprich: Haben Sie in den vergangenen Jahren neue Projekte erfolgreich abgeschlossen? Neue Hard oder Soft Skills erworben? Neue Fort- oder Weiterbildungen belegt? Neue interne Aufgabenbereiche übernommen? Oder überhaupt etwas „Neues“ gemacht?
  2. Sehen Sie realistische berufliche Perspektiven in Ihrem derzeitigen Job, wie eine Beförderung, eine interne Versetzung oder die Übernahme grösserer Verantwortungsbereiche?
  3. Wann haben Sie das letzte Mal voller Motivation, Vorfreude oder Aufregung von Ihrem Job gesprochen, zum Beispiel hinsichtlich eines errungenen Erfolgs oder einer bevorstehenden Herausforderung?
  4. Vergeht der Arbeitstag für Sie wie im Flug oder eher wie ein zäher Kaugummi? Herrscht also gähnende Langeweile und Alltagsroutine oder sind Sie dank neuer Projekte, Meetings, Besprechungen oder auch Geschäftsreisen rege beschäftigt? Und macht Ihnen diese Arbeit überhaupt „Spass“?
  5. Sehen Sie in diesem Job also konkrete berufliche Perspektiven? Können Sie persönliche Ziele für Ihre Zukunft in dem Unternehmen entwickeln? Und vor allem: Sind diese als realistisch einzustufen?


„Notausgang“ gesucht? 5 mögliche Auswege
Hilfe, Sie kommen anhand der Checkliste tatsächlich zu dem Schluss, dass Sie beruflich in einer Sackgasse steckengeblieben sind? Keine Angst: Die Kündigung und Suche nach einem neuen Job kann ein Ausweg aus dieser Situation sein – aber nicht der einzige. Erst einmal stehen Ihnen folgende fünf weniger drastische Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung:
 
  1. Entwerfen Sie im ersten Schritt unbedingt ein Konzept für Ihre berufliche Zukunft. Welche Wünsche würden Sie sich gerne in den nächsten fünf oder zehn Berufsjahren erfüllen? Streben Sie zum Beispiel eine Führungsposition an? Flexiblere Arbeitszeiten? Oder eine fachliche Umorientierung?
  2. Prüfen Sie folgend, inwiefern sich diese Ziele innerhalb Ihres Unternehmens realisieren lassen, zum Beispiel durch eine interne Bewerbung, eine Umstellung Ihres Arbeitszeitmodells oder eine Weiterbildung.
  3. Packen Sie die Veränderungen jetzt an und suchen Sie zum Beispiel das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, um von einer Voll- auf eine Teilzeitstelle zu wechseln, oder werfen Sie einen Blick in die unternehmensinternen Stellenausschreibungen. Hauptsache, Sie verlassen die „Opferrolle“ und werden endlich aktiv.
  4. Sollten Sie selbst (im Moment) keinen Ausweg finden, suchen Sie sich professionelle Hilfe. Der objektive Blick eines Karriereberaters, Psychotherapeuten oder persönlichen Coaches kann manchmal kleine Wunder bewirken.
  5. Zum Schluss dieses Prozesses sollten Sie einen realistischen Karriereplan für die nächsten fünf bis zehn Jahre in den Händen halten. Dieser kann auch einen Jobwechsel beinhalten, sollten Sie in der aktuellen Anstellung keine zu Ihren Vorstellungen passenden Perspektiven finden. Wie gesagt, ist die Kündigung nicht die einige Lösung – durchaus aber eine zulässige.

Bildquelle: Thinkstock

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