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Green Human Resource Management: Wie funktioniert nachhaltiges Personalmanagement?

Veröffentlicht am 12.05.2022 - Bildquelle: Getty Images
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In den letzten Jahrzehnten lag der Fokus im Personalmanagement darauf, Unternehmensgewinne zu steigern. Doch die in der Gesellschaft immer relevanter werdende Nachhaltigkeitsdebatte veranlasst Personalabteilungen, sich verstärkt auf Green Human Resource Management (Green HRM) zu fokussieren. Wie Green HRM dabei helfen kann, ökologische Nachhaltigkeit in Unternehmen zu etablieren, das und mehr erfahren Sie hier.
Warum Nachhaltigkeitsbestrebungen HR-Abteilungen nicht erreichen

HR-Professionals in kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie in Konzernen ist grösstenteils bewusst, dass Umwelt- und Naturschutz in Zukunft zu den wichtigsten Herausforderungen von Unternehmen gehören.

Insoweit ist es erstrebenswert, eine nachhaltige Unternehmenskultur zu fördern sowie Leitlinien für "grüne" Entscheidungen und "grünes" Verhalten zu etablieren. Was HR fehlt, ist das Bewusstsein für die unternehmerische Verantwortung und für die Chancen, die in der ökologischen Nachhaltigkeit liegen. HR könnte Unternehmen dabei unterstützen, das Thema kulturell im Unternehmen zu verankern. Noch ergreifen nur wenige HR-Abteilungen diese Chance.

Der häufigste Grund ist, dass in den meisten Unternehmen Nachhaltigkeitsbestrebungen im strategischen Management verortet sind. Das ist das Ergebnis von Forschungen an der Wirtschaftsuniversität Wien unter der Leitung von Professor Michael Müller-Camen, dessen Team führend im Forschungsbereich Green HRM ist.

Nach Müller-Camen beschreiben Unternehmen in ihren Nachhaltigkeitsberichten zwar, was sie tun, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Nicht zum Ausdruck kommt indes, dass hinter diesen Aktivitäten Menschen stehen, sodass insoweit eine Entkoppelung vom Menschen stattfindet. Das bedeutet, dass die Nachhaltigkeitsbemühungen auf der technischen und organisatorischen Ebene steckenbleiben.

Wie Green HRM Nachhaltigkeit in Unternehmen voranbringen kann

Personalabteilungen beschäftigen sich mit den Mitarbeitern eines Unternehmens. Deshalb stellt sich die Frage, was die Beschäftigten brauchen, um in die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit einbezogen zu werden. In einem ersten Schritt geht es darum, ein Bewusstsein für umweltverträgliches Handeln am Arbeitsplatz zu schaffen.

Es sind die psychologischen Komponenten, die massgeblich für die Transformation sind. Von Bedeutung ist deshalb, was die Beschäftigten brauchen, um in den Transformationsprozess involviert zu sein, und welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um umweltverträgliches Handeln und Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz ins Bewusstsein zu bringen.

Entscheidend wird das Vorbildverhalten der Führungskräfte sein. Gleiches gilt für eine erfolgreiche Kommunikation der Nachhaltigkeitsziele in einem Unternehmen sowie die Priorisierung des Umweltthemas. Dabei stehen nach Auffassung von Müller-Camens die Gewinnmaximierung eines Unternehmens sowie ein ökologisch ausgerichtetes Verhalten der Mitarbeiter im Widerspruch zueinander.
 
Umweltfreundliche Lösungen in Unternehmen: Kosteneffizienter und umsichtiger Umgang mit Ressourcen

Müller-Camen veranschaulicht am Beispiel von drei HRM-Feldern, wie die Transformation in Unternehmen gelingen kann.
  1. Green HRM beginnt mit der Rekrutierung und dem Onboarding von Mitarbeitern. Bereits in Zeiten von Covid-19 wurde deutlich, dass die Rekrutierung neuer Mitarbeiter auch digital ablaufen kann, wobei Ziel des Employer Branding ist, umweltbewusste Bewerber zu akquirieren. Auf diese Weise findet auch ein Image-Wandel des Unternehmens statt, das sich als attraktiver und umweltbewusster Arbeitgeber präsentieren kann.
  2. Über die interne Kommunikation ist es möglich, das Verhalten der Beschäftigten positiv zu beeinflussen und das ökologische Bewusstsein zu schulen. Entsprechende Kompetenzen können im Rahmen von Aus- und Weiterbildungen vermittelt werden.
  3. Die Motivation kann durch entsprechende Anreize aktiviert beziehungsweise erhöht werden, zum Beispiel mittels Boni. Über das betriebliche Vorschlagswesen werden Mitarbeiter motiviert, alternative Verkehrsmittel zu nutzen und grüne Ideen einzubringen. Emissionen können auch durch hybride Arbeitsmodelle sowie durch die Nutzung von Car-Sharing Plätzen in der Nähe des Wohnortes gesenkt werden.

Es gibt also viele Möglichkeiten, Green HRM in ein Unternehmen einzubringen und eine "grüne" Unternehmenskultur zu schaffen. Wichtig ist, damit anzufangen, auch wenn es zunächst kleine Schritte sind.