Leistungssteigerung durch Chemie?

Es klingt verlockend: Das zugeteilte Pensum an Arbeit in sechs statt nur acht Stunden erledigen? Oder die eigene Leistung um fünfzig Prozent, vielleicht sogar um den Faktor zwei zu steigern, und endlich die Rückstände der vergangenen Tage und Wochen abarbeiten? Versprechungen dieser Art sind mit Vorsicht zu genießen – umso mehr, wenn es um körperlich anstrengende Tätigkeiten geht.

Karriere allgemein
Veröffentlicht am 21.01.2019 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

 

Im Bereich der geistigen Arbeiten ist in den vergangenen Jahren ein gefährlicher Trend entstanden. Vor allem im US-amerikanischen Raum, oft an Universitäten, werden so genannte „Brain-Doping“-Substanzen eingesetzt. Konsumentinnen und Konsumenten schätzen die Wirkung dieser Mittel, um weniger rasch zu ermüden, ihre Denkleistung zu verbessern und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen – ob Mitarbeitende oder Studierende – zu erlangen. Im Einsatz sind durchaus unterschiedliche Substanzen. Zu den Bekanntesten zählt das Medikament Ritalin, das zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Störungen (wie etwa ADHS) eingesetzt wird.

Nun muss man nicht Bradley Cooper in dem Film „Ohne Limit“ erlebt haben – ein Thriller, der sich der Thematik auf besondere Weise widmet –, um zu wissen: So etwas kann auf Dauer nicht gut gehen. Und die möglichen Nebenwirkungen – von Übelkeit und Nervosität über Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwindel und Zittern bis zur handfesten Depression – sollten eigentlich jedem Menschen Abschreckung genug sein. Für die Leistungssteigerung via Chemie sollte in diesem Sinn nicht zu härteren Stoffen als Koffein gegriffen werden.

Gesunde Alternativen
Stattdessen bieten sich ein paar angenehme Alternativen an, um im Arbeitsalltag besser voran zu kommen: 

  1. Genügend Schlaf: Vielleicht ist es möglich, die dritte oder vierte Folge der aktuellen Lieblingsserie öfter mal auf den nächsten Abend zu schieben und das große Finale am Wochenende zu genießen? John Snow, Walter White und Vanessa Helsing bringen sicherlich Verständnis dafür auf.
     
  2. Meditation: Ob pur, in Verbindung mit Yoga oder über ein Achtsamkeits-Coaching: Regelmäßiges Meditieren hilft dabei, die wirklich bedeutenden Dinge zu erkennen – und damit auch berufliche Schwerpunkte zu setzen, um die wichtigen Aufgaben voran zu treiben.
     
  3. Sport: Wer körperlich fit ist, schafft auch geistig mehr. Natürlich ist es eine Überwindung, nach Feierabend – oder gar vor dem Aufschlagen im Büro – Kraft- und Ausdauerübungen unterzubringen. Aber wer sich drei, vier Mal – am besten mit fachlicher Begleitung – zum Training bewegt, wird bereits erste positive Veränderungen an Körper und Geist bemerken.
     
  4. Ernährung: Es heißt nicht von ungefähr: Du bist, was du isst. Auch unsere Nahrung verändert die Körperchemie – wirkt sich aber, mit etwas Reflexion des Speiseplans, nicht negativ auf uns aus. In besonderen Stressphasen zu Obst und Nüssen anstatt zum Energy Drink und dem Schokoriegel zu greifen, kann bereits dabei unterstützen, das Arbeitspensum zu bewältigen.
     
  5. Neue Aufgaben: Schlussendlich kann es auch ganz einfach sein, dass man mit dem, was man im Büro tut, unter- oder überfordert ist. In diesem Fall hilft nur das Gespräch mit Vorgesetzten, um gemeinsam neue Aufgaben zu finden. Das bringt Erleichterung und steigert die Arbeitsfreude – eine Tatsache, die sich ganz sicher nicht negativ auf die tägliche Leistung auswirkt.

 

 

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