Unsere Augen im digitalen Zeitalter

In den hochentwickelten Industriestaaten Europas, Nordamerikas und Asiens werden immer mehr und vor allem immer jüngere Menschen kurzsichtig. Eine Studie der Universität New South Wales schätzt, dass bis zum Jahr 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung davon betroffen sein wird

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Veröffentlicht am 07.05.2019 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

Schadet die Digitalisierung unseren Augen?
In den hochentwickelten Industriestaaten Europas, Nordamerikas und Asiens werden immer mehr und vor allem immer jüngere Menschen kurzsichtig. Eine Studie der Universität New South Wales schätzt, dass bis zum Jahr 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung davon betroffen sein wird. Manche Experten fragen sich, ob dafür die stetig wachsende Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern bei der Arbeit und in der Freizeit verantwortlich ist.

Anteil Internetnutzer in der Schweiz

Immer mehr junge Menschen betroffen
Zwar sind für die Entwicklung der Kurzsichtigkeit (medizinisch Myopie) zu 50% unsere Gene entscheidend. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass unsere Augen auf Grund der digital geprägten Tagesabläufe leiden, ist enorm gestiegen. Denn die Arbeit an allen Arten von Displays und ein Mangel an normalem Tageslicht sind nicht unbedingt gesund.

Anteil Kurzsichtige in Europa nach Alter

Vor allem bei den so genannten Digital Natives wird eine zunehmende Myopie registriert. In Europa leiden knapp die Hälfte aller 25- bis 29-Jährigen darunter. Die zweitgrößte Gruppe bilden die 35- bis 44-Jährigen. Mediziner sehen darin einen globalen Trend, der sich mit zunehmender technischer Entwicklung bzw. Verbreitung digitaler Technik weiter verstärken wird.

Heute kommen Kinder schon sehr früh mit Bildschirmen in Kontakt und werden kurzsichtig. Das liegt auch daran, dass die Entwicklung des menschlichen Augen erst um das 30. Lebensjahr herum abgeschlossen ist. Dieser Trend ist bedenklich und man muss leider festhalten, dass die Erkrankung in der Regel ein Leben lang andauert.

Die Digitalisierung prägt unsere Arbeit und Freizeit
Die Digitalisierung ist ein fester Bestandteil unseres Alltags und nimmt weiter zu. Ein Ende und ein Einpendeln auf einen gleichmäßigen Level ist nicht abzusehen. Wir arbeiten am Computer, wir erledigen zahllose Dinge in der Freizeit mit dem Smartphone, wir schauen Filme und Videos, spielen mitunter stundenlang - und immer schauen wir dabei auf einen mehr oder weniger großen Bildschirm, der sich ganz nah vor unseren Augen befindet.

Die Hauptrolle dabei spielen ganz klar Smartphones. In den Industrieländern finden sich die Besitzer quer durch alle sozialen und demografischen Schichten. Sie bedienen damit ihre Profile und Kontakte in den Social Media, sie schauen und lesen Nachrichten und tätigen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Einkäufe über die kleinen, aber unglaublich leistungsfähigen Geräte.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Sehkraft unserer Augen?
Zunächst ist zu klären, was Kurzsichtigkeit oder Myopie überhaupt ist. Betroffene Personen können weit entfernte Dinge nur schwer klar erkennen. Der Grund dafür ist, dass sich der Brennpunkt, in dem die einfallenden Lichtstrahlen ein Bild ergeben, vor statt auf der Netzhaut liegt. Entfernte Objekte bleiben unscharf, nahe hingegen werden klar gesehen.

Nach heutigen medizinischen Erkenntnissen sind drei Faktoren für Myopie verantwortlich: erstens die genetische Veranlagung, zweitens die Naharbeit (ein Faktor, der mehr und mehr Gewicht bekommt), drittens der Tageslichtmangel. Menschen in Büros sind doppelt anfällig, da sie ihre Arbeit an Monitoren und gleichzeitig vor allem unter künstlichem Licht verrichten.

Anteil Kurzsichtige weltweit

Anteil Kurzsichtige weltweit im Jahr 2050

Kann man die Augen schützen?
Der erste Schritt wäre, sich bereits ab jungen Jahren regelmäßig auf die Sehkraft untersuchen zu lassen, um eine Myopie frühzeitig zu erkennen. Es wird auch schon an Online-Sehtests gearbeitet, so dass man in Zukunft für die Früherkennung vielleicht keinen Arzt mehr aufsuchen muss.

Etwas Abhilfe kann eine spezielle Brille schaffen, die das Blaulicht reduziert. Sie unterscheidet sich kaum von einer normalen Brille, filtert aber das für die Sehkraft besonders schädliche blau-violette Licht heraus. Der Markt hält mittlerweile ein breites Angebot bereit.

 

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Quelle: https://www.misterspex.ch/unsere-augen-im-digitalen-zeitalter