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Mitarbeiter 50+ / Pensionierung

Mitarbeiter 50+: Chance oder Herausforderung?

Mitarbeiter 50+ / Pensionierung
14. Dezember 2016
Mitarbeiter über 50 sind für Ihr Unternehmen immens wichtig, bringen gleichzeitig aber das ein oder andere Risiko mit sich. So meistern Sie den Spagat.
Viele Unternehmen sehen Mitarbeiter über 50 leider als Last. Sie sind eventuell nicht mehr ganz so leistungsfähig wie ihre „Konkurrenten“ in den 30ern beziehungsweise 40ern, kennen sich mit der neuesten Technik nicht mehr allzu gut aus und sind vor allem zu teuer. Schliesslich haben sie sich über die Jahre zu einem beachtlichen Einkommensniveau hochgearbeitet. Mittlerweile hat sich nicht nur das Lohnniveau zum Negativen verändert, sondern vielerorts auch der Umgang mit Mitarbeitern 50+. Wer kann, wird sie „los“, sei es durch Altersteilzeit, Frührente oder – wenn alles nichts hilft – Mobbing. Klingt falsch und ist es auch. Denn Mitarbeiter 50+ sind für Unternehmen eine grosse Chance und wer diese nicht erkennt, wird in einigen Jahren oder Jahrzehnten die Konsequenzen zu spüren bekommen.

–by co2-kommunikation.ch –

„Altersweisheit“ ist hierbei ein wichtiges Stichwort. Die Mitarbeiter über 50 sind schliesslich auch diejenigen Angestellten in Ihrem Unternehmen, welche über die meiste Berufserfahrung und damit auch das meiste Knowhow verfügen. In der heutigen Informationsgesellschaft handelt es sich dabei um die wichtigste Ressource im Unternehmen. Maschinen können Ihre Konkurrenten auch kaufen. Die Kosten durch Umstrukturierungen senken – auch das kriegt Ihre Konkurrenz mit dem entsprechenden Unternehmensberater hin. Und Marketingkonzepte? Davon gibt es in der digitalen Gesellschaft ohnehin viele gute. Knowhow jedoch, das ist einzigartig und kann für Ihr Unternehmen das wichtigste Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz werden.

Die richtige Mischung macht’s
Mitarbeiter 50+ verfügen über die meiste Berufserfahrung in Ihrem Unternehmen. Sie konnten ihre Soft und Hard Skills jahrelang ausformen und über die Jahre perfektionieren. Sie wissen um die internen Abläufe und können die „Jugend“ optimal fördern. Sie sind quasi die Lehrmeister und das Lexikon Ihres Betriebs. Nicht ohne Grund ist Betriebsspionage bis heute ein grosses Problem: Knowhow ist das A und O für dauerhaften Erfolg auf dem Markt.

Dauerhaft – ein Stichwort, welches viele Unternehmen aber leider vergessen haben. Sie richten ihren Blick auf schnelle Massnahmen zur Kostensenkung oder aktuelle Trends. Und da ist es eben billiger, die „teuren“ Mitarbeiter 50+ durch junge Berufseinsteiger oder besser noch günstige Praktikanten, Volontäre & Co zu ersetzen. Diese kommen schliesslich direkt von der Ausbildung beziehungsweise Universität und sind hoch motiviert.

Leider hat diese Sichtweise einen Haken: Das Knowhow im Unternehmen geht verloren und langfristig (!) wird darunter die Qualität leiden – was für einen Betrieb teuer werden kann, vielleicht sogar existenzgefährdend. Mit den Mitarbeitern in Ihrem Unternehmen ist es daher wie in einem guten Salat: Die richtige Mischung macht’s. Natürlich brauchen Sie junge Arbeitnehmer, aber Sie brauchen eben auch die Mitarbeiter 50+.
 
 Mitarbeiter 50+ im demographischen Wandel
Selbst, wenn Sie jetzt genervt mit den Augen rollen und den qualitativen Wert der Mitarbeiter 50+ nicht anerkennen möchten, so sollten Sie zumindest ihren quantitativen Wert sehen. Fakt ist nämlich, dass wir in einer Zeit des demographischen Wandels leben und junge Mitarbeiter immer seltener werden. Der Fachkräftemangel wird sich schon bald bemerkbar machen – wenn er das in Ihrer Branche nicht schon getan hat – und spätestens dann benötigen Sie einen gut ausgebildeten Stamm an Mitarbeitern 50+.

Ansonsten stehen Sie schon bald alleine da, ohne qualifizierte Mitarbeiter. Und dann müssen Sie die einstigen Einsparungen durch Gehaltskürzungen, Altersteilzeit oder Umstrukturierungen wieder in Ihr Employer Branding und junge Fachkräfte investieren. Ein wahrer Teufelskreis! Aber Sie können ausbrechen. Wie? Indem Sie Ihre Mitarbeiter 50+ wieder schätzen lernen und aktiv fördern.

Bildquelle: Thinkstock

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