Ein Kumpel für alle Fälle

Beim Start im neuen Job herrscht meist eine gewisse Nervosität vor. „Werden meine Vorstellungen erfüllt? Sind all die zugesagten Benefits wohl keine leeren Versprechungen? Genüge ich den Ansprüchen der Kolleginnen und Kollegen?“ – Diese und ähnliche Gedanken gehen einem bei dieser Gelegenheit durch den Kopf. Und manch einer würde sich wohl wünschen, einfach bei der Hand genommen und ordentlich in alle Bereiche eingeführt zu werden.
 

Personalpolitik / MA-Rekrutierung
Veröffentlicht am 08.11.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

In den Universitäten und Schulen Mitteleuropas breitet sich das aus dem US-amerikanischen Kulturraum stammende „Buddy-System“ bereits seit einigen Jahren aus. Und auch in den Unternehmen wird man nach und nach mehr darauf aufmerksam. Der „Buddy“ ist dabei einfach eine Art guter Freund, ein Kumpel, der mit Rat und Tat zur Seite steht. Im beruflichen Alltag bietet sich dieser Zugang vor allem in Betrieben mit flachen Hierarchien an. Dort, wo man auch mit dem Geschäftsführer rasch „per du“ ist.

Für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird in diesem Sinn eine möglichst gut und lange im Unternehmen integrierte Person abgestellt, die für die grundsätzlichen Fragen in den ersten Tagen zuständig ist und diese möglichst geduldig beantwortet. Aber auch danach steht der „Buddy“ als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn sich im beruflichen Alltag fachliche Hürden oder Konflikte auftun. Man kann also durchaus von einer Mentoring-Situation sprechen.

Hard Facts und Unternehmenswerte
Klar ist, dass jene, die sich für die Kumpel-Rolle zur Verfügung stellen, einen gewissen Anreiz benötigen. Zumindest insofern, als sie die Möglichkeit haben müssen, sich für diese Aufgabe freizuspielen. Es nützt der beste Buddy-Vorsatz nichts, wenn die Person bis zum Hals in offenen Aufgaben steckt und 20 Deadlines entgegensieht: Da wird keine Zeit bleiben, um sich dem beruflichen Neuankömmling zu widmen.

Weil nicht für jeden Fall gewährleistet sein kann, dass der Mentor sich gleich zu 100 Prozent seinem Mentee widmen kann, empfiehlt sich eine Art Firmen-Handbuch zu erstellen: Infos zur Unternehmensgeschichte und zum Unternehmensaufbau, die gemeinsamen Unternehmenswerte, ein paar schön gestaltete Seiten mit Kurzbiografien der Führungskräfte – und vielleicht auch der direkten Team-Mitglieder -, eventuell ein Bericht vom letzten Betriebsausflug. Auch ein paar Worte zu den bedeutendsten Kunden können nicht schaden.

Die neuen Mitarbeitenden werden sich dankbar mit diesen Unterlagen beschäftigen, wenn gerade einmal niemand Zeit hat, um bei Unklarheiten Auskunft zu geben. Und als Buddy darf man sich währenddessen guten Gewissens um die anstehenden Dringlichkeiten kümmern.