Streit und Konfliktlösung am Arbeitsplatz

Schreiduelle, Beschimpfungen oder gar Gewalttätigkeiten unter Mitarbeitenden sind ganz sicher keine Kavaliersdelikte. Frühe Warnzeichen sollten ernst genommen, Hilfe darf auch mit externer Unterstützung angeboten werden.

Personalpolitik / MA-Rekrutierung
Veröffentlicht am 27.08.2018 von myjob.ch - Bildquelle: iStock

An und für sich ist es nicht außergewöhnlich, dass es zwischen Arbeitskollegen mal zu Meinungsverschiedenheiten kommt - egal, ob auf derselben Ebene oder über die betrieblichen Hierarchien hinweg. Oft sind solche Reibereien im Alltagsstress begründet und lösen sich unter Normalbedingungen in Wohlgefallen auf. Nichtsdestotrotz sollten die Beteiligten miteinander über diese Vorfälle sprechen; und so es einen Schuldigen gibt, sollte dieser auch eine Entschuldigung aussprechen.

Bedenklich wird es, wenn „die üblichen Verdächtigen“ immer wieder aneinander geraten - ob mit oder ohne einen berechtigten Anlass -, oder wenn sich mehrere Mitarbeitende eindeutig gegen eine einzelne Person zusammen scharen. Wie mit solch einer Mobbing-Situation umgegangen wird, sagt viel über die Unternehmenskultur aus.

Belastung für den ganzen Betrieb
Eine Grenzüberschreitung liegt in jedem Fall vor, in dem einer oder mehrere Streitparteien gewalttätig werden. Keinesfalls zu tolerieren sind auch Obszönitäten oder rassistische, sexistische bzw. homophobe Beschimpfungen. Zu diesem Zeitpunkt sollten jedoch ohnehin bereits die Alarmglocken geläutet haben: Bei den Kolleginnen und Kollegen, bei direkten Vorgesetzten oder auch beim Betriebsrat. Eine deutliche Intervention kann aber schon viel früher notwendig sein - wenn ein Konflikt z.B. nicht bloß mit erhobener Stimme geführt wird, sondern in ein Schreiduell ausartet. Ein derartiges Verhalten Einzelner belastet die gesamte Betriebsatmosphäre.

Reines Ermahnen wird in diesem Fall nicht mehr reichen: Die Duellanten, denen jedenfalls signalisiert werden sollte, dass ihr Anliegen ernst genommen wird, sind idealer Weise einzeln zu ihren Streitmotiven zu befragen. Eine gemeinsame, unter externer Leitung durchgeführte Mediation kann zur Deeskalation beitragen. Ebenso kann es hilfreich sein, die Mitarbeitenden zumindest temporär mit Aufgaben zu betrauen, bei denen sie möglichst wenig gemeinsame Berührungspunkte haben.

Dennoch muss der Wille zur Kooperation in jedem Fall eingefordert werden, damit der Konflikt sich nicht langfristig manifestiert und es in der Folge gar zur Lagerbildung unter den anderen Kolleginnen und Kollegen kommt.

Eine Auszeit kann helfen
Insofern die schlechte Laune und die im Büro ausgelebten Aggressionen in der beruflichen Tätigkeit wurzeln, ist gemeinsam mit der Teamleitung zu überlegen, ob die Zusammenarbeit überhaupt sinnvoll fortgesetzt werden kann. Sollte ein betroffener Mitarbeiter private Probleme eingestehen, die sich erschwerend auf den Arbeitsalltag auswirken, oder einfach überlastet sein, kann ein kurzfristig vereinbarter Urlaub bzw. eine vorübergehende Freistellung Entlastung bringen.