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Slow Work: Langsame Arbeit macht produktiver

Karriere allgemein
25. November 2016
Höher, schneller, weiter – so scheint das Motto zahlreicher Unternehmen in der westlichen Industriewelt zu lauten. Es wird niemals innegehalten oder das Tempo herausgenommen. Mittels Digitalisierung, Maschinen und Robotern soll immer noch mehr geschafft werden in noch weniger Zeit. Die Arbeitnehmer stehen unter ständigem Zeitdruck, versuchen in Hektik mit der Komplexität der Geschäftswelt mitzuhalten und bangen um ihren Job, wenn ihnen dabei einmal ein Fehler unterläuft. Es ist eine ungute Entwicklung, welche sich in steigenden Zahlen von Burnout-Fällen und „Karoshi“-Todesfällen äussert. Es ist höchste Zeit zum Umdenken. Da kommt der neueste Trend aus den USA gerade recht: Slow Work.

by co2-kommunikation.ch
„Slow Work“, das ist eigentlich nur ein Bestandteil einer viel grösseren „Slow“-Bewegung. „Slow Food“, „Slow Shopping“, „Slow Reading“ – kommen Ihnen diese Begriffe bekannt vor? Schon lange sind sie wie eine Welle über unsere Gesellschaft geschwappt und so manche ist als kurzfristiger Trend auch schon wieder vorbeigezogen. Jetzt überschwemmt diese „Slow-Welle“ auch die Arbeitswelt und wirkt damit dem bereits geschilderten Negativtrend entgegen, gerade zur richtigen Zeit. Bei Slow Work geht es darum, das Tempo aus der Arbeit zu nehmen und, statt in Hektik dem Multitasking nachzuhängen, wieder ruhiger und konzentrierter zu werden.

Langsame Arbeit: Also sollen wir wieder faul werden?
Das Tempo aus der Arbeit zu nehmen bedeutet nicht, sich ab sofort auf die faule Haut zu legen und mit den Füssen auf dem Schreibtisch Magazine durchzublättern. „Slow Work“ klingt für viele Menschen nach Faulheit. Es ist schliesslich eine Frage der Ehre, hart zu arbeiten und alle Aufgaben gleichzeitig zu meistern. Aus diesem Grund stehen zahlreiche Arbeitnehmer der Slow-Work-Bewegung skeptisch gegenüber. Können Sie dann überhaupt noch mit der Konkurrenz mithalten? Ja, sagen Experten. Auf lange Sicht mache Slow Work nämlich produktiver. Als Arbeitnehmer kann die langsame Arbeit zum Schlüssel für Ihren beruflichen Erfolg werden. Alles, was Sie brauchen, ist ein wenig Geduld.

Slow Work: Mit Geduld zum langfristigen Erfolg
Geduld ist in der heutigen Berufswelt eine seltene Tugend. Zu Beginn sind es auch tatsächlich diejenigen, welche die meisten Überstunden ableisten, die meisten Projekte gleichzeitig jonglieren und die meiste Leistung bringen, welche befördert werden und beruflich aufsteigen. Um hier erst einmal gelassen zu bleiben und dennoch auf die langsame Arbeit zu setzen, erfordert eine Menge Mut. Das Problem ist: All diese Kolleginnen und Kollegen, die nun zu Beginn Ihrer Karriere an Ihnen vorbeiziehen, während Sie sich ruhig und konzentriert einer Aufgabe nach der anderen widmen, beuten sich selbst aus. Sie sind diejenigen, die über ihre Leistungsgrenzen hinausgehen, deren Nervensystem die Komplexität der Arbeit irgendwann nicht mehr verarbeiten kann und die früher oder später durch stressbedingte Krankheiten, wie dem Burnout-Syndrom, unter dem ständigen Zeitdruck zusammenbrechen. Und dann sind Sie, erfahren, gesund und mit konstanter Leistung, derjenige, der zuletzt lacht. Denn wer zuletzt lacht, lacht ja bekanntlich am besten.

Ein simples Konzept mit grosser Wirkung
Slow Work funktioniert im Prinzip ganz einfach: Sie erstellen am Morgen einen Tagesplan mit ausreichend Pufferzeiten, widmen sich anschliessend einer Aufgabe nach der anderen (ohne Multitasking!), legen regelmässige Pausen ein und achten auf eine Reduktion der Überstunden. Durch den geringen Zeitdruck bei der Arbeit sowie eine ausgewogenere Work-Life-Balance fördern Sie so langfristig Ihre Gesundheit. Sie werden konzentrierter, machen weniger Fehler, fühlen sich voller Energie bleiben so auf Dauer produktiver als all die gehetzten Kollegen und Vorgesetzten. Probieren Sie es einfach einmal aus. Bereits der erste Slow Work Tag stellt eine grosse Erleichterung dar und schon bald möchten Sie die langsame Arbeit garantiert nie wieder missen.

Bildquelle: Thinkstock

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