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Streit ist jetzt in Mode...

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04. November 2015
...und es fehlt an gut ausgebildeten Mediatoren für dessen Schlichtung.
Tatsächlich hat die Mediation in der Schweiz eine lange Tradition. Derzeit allerdings, erlebt sie einen wahren Aufschwung, denn egal ob privat, beim Hausbau oder am Arbeitsplatz: Streiten scheint modern zu sein und die Auseinandersetzungen vor Gericht nehmen jährlich zu.
Streiten die Schweizer besonders gerne?
 
Das mag man fast meinen, schliesslich existiert die Mediation hierzulande bereits seit dem Jahr 1798. Den damals scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen der Belagerungsmacht Frankreich unter Napoleon und dem Schweizer Volk sollte eine sogenannte Mediationsverfassung lösen – mit Erfolg. Seien es die guten Erfahrungen oder kulturelle Hintergründe: Die Mediation nimmt seither in der Schweiz einen besonders hohen Stellenwert ein und etabliert sich vermehrt auch in der Arbeitswelt. Denn nicht mehr nur Scheidungen oder gescheiterte Bauvorhaben beschäftigen mittlerweile professionelle Mediatoren, auch die Anzahl der Konflikte in Unternehmen oder bei Kündigungen nehmen spürbar zu. Gut ausgebildete Mediatoren sind daher momentan schwer gefragt, sowohl extern als auch intern.
 
Was bedeutet überhaupt „Mediation?“
 
Der Begriff der Mediation ist in den Medien stets präsent, nur wenige Schweizer allerdings wissen um seine tatsächliche Bedeutung. Mediation ist das lateinische Wort für „Vermittlung“ und erfüllt den Zweck
 
  • der aussergerichtlichen Konfliktbearbeitung.
  • der Streitschlichtung durch eine externe, unparteiliche dritte Person.
  • alle Beteiligten eines Streits in die Schlichtung mit einzubeziehen.
  • alle Beteiligten zur freiwilligen und gemeinsamen Konfliktlösung zu überzeugen.
  • eine problem- und fallspezifische Lösung für einen Konflikt zu erarbeiten, mit dem alle Beteiligten einverstanden sind.
 
Die Mediation zielt daher auf eine einheitliche Lösung eines Streits ab und so auf die befriedigende Lösung für alle Parteien. Die Verhandlungen finden vertraulich statt und werden in der Arbeitswelt entweder durch einen externen Dienstleister oder einen ausgebildeten Mitarbeiter geführt.
 
Interne vs. externe Mediatoren
 
Als Arbeitgeber haben Sie die Wahl zwischen externen Mediatoren, die als Dienstleister in Ihr Unternehmen kommen, oder der Zusatzausbildung von internen Mediatoren. Letztere sind dabei nicht nur günstiger, sie sind zudem stets im Unternehmen präsent und tragen dadurch zu einem besseren Arbeitsklima und der Prävention von Mobbingfällen bei. Diese wertvollen Eigenschaften können überzeugen und immer mehr mittelständische sowie Grossunternehmen entscheiden sich für die interne Weiterbildung von Mediatoren.
 
Was bringt die Mediation am Arbeitsplatz?
 
Die Streitschlichter können eine grosse Hilfe bei sozialen Problemen am Arbeitsplatz darstellen. Hartnäckige Konfliktsituationen oder gar Mobbing führen nämlich dauerhaft zu gesundheitlichen Problemen bei den Betroffenen, wie zum Beispiel Burnout, und enden häufig in der Arbeitnehmerkündigung. Um dies zu vermeiden, sollen die internen Mediatoren ihren Kollegen jetzt als Berater und Vermittler zur Seite stehen. Überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen oder gar miteinander arbeiten müssen, gibt es nämlich Konflikte. Es handelt sich daher bei der Mediation eigentlich nicht wirklich um einen neuen Trend, als vielmehr um eine gesteigerte Wahrnehmung des bereits bestehenden Problems. Nun scheinen die Unternehmen endlich zu handeln und Konflikte zu bearbeiten, bevor sie eskalieren oder im Mobbing enden. Auf lange Sicht sinken so die gesundheitlichen Ausfälle der Mitarbeiter, vor allem psychisch bedingte, und die Kosten für die Mediatorenausbildung haben sich refinanziert. Die Schweiz und ihre Mediation sind damit Vorbilder für viele weitere westliche Industrienationen und eine wahre Erfolgsgeschichte mit langer Tradition.

Foto: Thinkstock

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