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Wie Vorsätze die Arbeit fördern

Veröffentlicht am 30.12.2017
Wie Vorsätze die Arbeit fördern
Vorsätze fürs neue Jahr sind mittlerweile verpönt. Doch karrieretechnisch können sie sich durchaus lohnen.
Von Manuela Specker
 
Wenn jemand erzählt, was er sich fürs neue Jahr alles vorgenommen hat, erntet er meistens ein müdes Lächeln. Zu oft probiert, zu oft gescheitert. Das liegt meistens daran, dass die Vorsätze viel zu allgemein gehalten sind. Zurück bleiben fromme Wünsche – und Ende Jahr dieses diffuse Gefühl, es wieder nicht auf die Reihe gebracht zu haben.
 
Die Klassiker im Privatleben: Mehr Sport treiben und mit Rauchen aufhören. Nicht umsonst verzeichnen Fitnesscenter jeweils im Januar die höchste Anzahl Neuanmeldungen. An Ideen und Wünschen mangelt es aber auch im Arbeitsleben nicht. Und diese beschränken sich nicht etwa darauf, mehr Zeit fürs Privatleben zu haben. Manche wollen sich ganz einfach mehr im Job einbringen, das Wissen erweitern, mehr Verantwortung übernehmen oder sogar die Stelle wechseln. Vorsätze sind ja im Grunde genommen nichts anderes als Ziele.
 
Heute sind die meisten Angestellten in einem Arbeitsverhältnis, in dem ihnen Ziele von aussen vorgegeben werden. So gesehen sind Vorsätze die attraktivere Variante: Weil man es selber Hand hat, wie und wo man Veränderungen anpacken möchte. Wer sein Schicksal in die eigene Hand nimmt, ist damit weniger den Vorstellungen von Vorgesetzten ausgesetzt, für die das „Ziele setzen“ mit ihren Mitarbeitenden mitunter auch eine lästige Pflichtübung sein kann.

 
Nachfolgend ein paar Tipps, wie Vorsätze ihre Wirkung entfalten:
 
  • Die Vorsätze sollten konkret ausformuliert werden. Also nicht: ich werde nächstes Jahr meine Fremdsprachenkenntnisse aufbessern. Sondern: ich werde jeden Mittwoch- und Freitagmittag einen Konversationskurs besuchen oder einen konkreten Aufenthalt im Ausland planen. Wer halbherzig auf der allgemeinen Ebene verharrt, wird Ende Jahr feststellen, dass aus den Vorsätzen tatsächlich nichts geworden ist. „Die Formulierung beeinflusst die eigene Einstellung“, sagt der Karrierecoach Michael Fridrich.
     
  • Sich von der „Ja,aber“-Mentalität verabschieden und stattdessen ein „Warum nicht?“ verinnerlichen.
     
  • Aus der Motivationsforschung ist hinlänglich bekannt, dass Menschen bedeutend mehr Elan an den Tag legen, je näher sie einem Ziel kommen. Ist das Ziel hingegen in weiter Ferne, bewegen sich viele erst gar nicht. Das Vorhaben sollte deshalb realistisch sein. Das funktioniert am besten mit Etappenzielen. Also nicht: Nächstes Jahr werde ich CEO. Sondern: nächstes Jahr möchte ich im Job mehr Verantwortung übernehmen. Für erreichte Etappenziele darf man sich dann ruhig etwas gönnen. Belohnungen wirken motivierend.
     
  • Sich nicht nur Ziele setzen, sondern auch den Aufwand realistisch einschätzen. Der häufigste Grund, warum Vorsätze scheitern, ist der damit verbundene Aufwand, der sich oft als grösser entpuppt als ursprünglich angenommen.
     
  • Sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Hauptsache, man fängt überhaupt an, sich mit einem konkreten Vorhaben auseinander zu setzen und die ersten Schritte zu wagen. Sonst bleibt es beim frommen Vorsatz. Rückschläge sind normal. Statt sich darüber zu ärgern, kann man stolz darauf sein, überhaupt angefangen zu haben.
     
  • Sich mit anderen austauschen und den Vorsatz nicht für sich behalten. Das erhöht den Druck, die Absichten in die Tat umzusetzen.
     
  • Sich ganz konkret überlegen, welche Auswirkungen die Vorsätze auf das eigene Leben haben und was man dafür bereit ist in Kauf zu nehmen. Solche realistischen Einschätzungen erhöhen die Chance, die bisherigen Gewohnheiten aufzubrechen.
     
  • Sich nicht zu viele Vorsätze vornehmen, sondern sich bewusst beschränken und sich fragen, wie ernst es einem tatsächlich ist. Wenn ein Vorhaben nicht wichtig genug ist, dürfte auch der lange Atem dafür fehlen.
     
  • Das Vorhaben bereits anfangs Jahr anpacken. Wer sich zum Beispiel eine bestimmte Weiterbildung vorgenommen hat, tut gut daran, früh die möglichen Anbieter abzuklären. Sonst verpasst man womöglich die Anmeldefrist – und schon rückt das Ziel wieder in weite Ferne. Wer Mühe hat, etwas sofort anzupacken und zum Prokrastinieren tendiert, könnte sich fürs neue Jahr etwas Grundsätzliches vornehmen: In Zukunft nicht mehr alles aufschieben. Denn das ist die Grundvoraussetzung, um Vorsätze Wirklichkeit werden zu lassen.


Bildquelle: thinkstock