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Privates im Beruflichen

Veröffentlicht am 21.02.2019 von myjob.ch - Bildquelle: iStock
Privates im Beruflichen

In einer zunehmend flexibilisierten Arbeitswelt sind die Grenzen von Privat- und Berufsleben mitunter fliessend. Wenn eine Erreichbarkeit nach Feierabend und am Wochenende erwartet wird und das frühmorgendliche und abendliche Checken der E-Mails für viele Dienstnehmer selbstverständlich ist, sollte auch die Erledigung privater Notwendigkeiten während der Dienstzeit bis zu einem gewissen Mass toleriert werden.

Die Rechnung ist eigentlich einfach: Wenn täglich acht Stunden Arbeit anstehen, davor noch die Kinder für Schule oder Kindergarten vorbereitet und nach Feierabend versorgt werden müssen, bleibt keine Zeit mehr für Behördengänge oder wichtige Einkäufe. Letzteres liesse sich vielleicht noch umfassend am Wochenende erledigen. Was die Behördengänge betrifft, ist in dieser Hinsicht nur wenig möglich – soweit ist die Entwicklung des „digitalen Amtes“ einfach noch nicht fortgeschritten.

Alltägliche Notwendigkeiten
Wenn gleichzeitig vielerorts immer flexiblere Arbeitszeiten eingeführt werden, heisst das mitunter zwar, dass Tätigkeiten ins Home Office oder auch in die Abendstunden verlagert werden können. Und das schafft natürlich die Möglichkeit, bestimmte Notwendigkeiten untertags zu erledigen. Manche Notwendigkeit entsteht aber auch kurzfristig und im Büro-Umfeld. Und deren Erledigung sollte den Betroffenen auch in dieser Situation ermöglicht werden.

Natürlich geht es dabei nicht um stundenlange Telefonate mit Freunden und Verwandten. Auch ausgedehnte Shopping-Touren für Geburtstage, Hochzeiten oder Weihnachten wird eher niemand zwischen zwei Projektbesprechungen ansetzen. Aber Fragen zu Versicherungen bzw. deren Entschädigungsleistung, Terminvereinbarungen mit Ärzten oder Behörden sollten drin sein. Genauso wie Gespräche mit Lehrkräften oder kleine Einkäufe, die vielleicht am Vormittag leicht, kurz vor Dienstschluss aber nur unter grossem Stress möglich sind.

Die Gesamtleistung betrachten
Klar ist, dass bei all dem das eigene Soll erfüllt und die vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden erbracht werden müssen; dass keine Projekte auf der Strecke bleiben oder Deadlines versäumt werden dürfen. Auch macht es bei Kollegen und Vorgesetzten sicher kein besonders gutes Bild, wenn Mitarbeitende statt projektbezogener Office-Dokumente ständig die Websites einschlägig bekannter Online-Shopping-Portale geöffnet haben. Ein solches Verhalten dürfte sich aber ohnehin bald in der Gesamtleistung bemerkbar machen.

Wenn das beschriebene Agreement zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden funktioniert, wird es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch positiv auf die Motivation der Belegschaft auswirken.