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Change Management: Veränderungsprozesse in Unternehmen - Unterschiede zwischen Grossunternehmen und KMU

Veröffentlicht am 31.08.2020
Change Management: Veränderungsprozesse in Unternehmen - Unterschiede zwischen Grossunternehmen und KMU
Change Management oder auch Veränderungsmanagement in Unternehmen bedeutet, dass Prozesse, Strukturen und Verhaltensweisen tiefgreifend verändert werden. Die Durchsetzung veränderter Rahmenbedingungen trifft jedoch oftmals auf den Widerstand von Teilen des Führungspersonals und der Mitarbeiter, die am Bestehenden festhalten. Dementsprechend gibt es bei der Durchsetzung Unterschiede zwischen Grossunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
 
Change Management als Wendepunkt in einem Unternehmen
Change Management und die damit verbundenen Veränderungen sind meist die Folge einer umfassenden strategischen Neuausrichtung eines Unternehmens. Es handelt sich um sogenannte strategische Wendepunkte, für die es zahlreiche Beispiele gibt: Die Einführung neuer Produkte, der Kauf eines anderen Unternehmens sowie die Eroberung neuer Märkte. Change Management wird auch angestossen, wenn neue Technologien das Geschäftsmodell revolutionieren oder die Kundenzufriedenheit gesteigert werden soll. Dann reicht es nicht aus, neue Strategien zu planen und diese im Unternehmen zu verkünden. Stattdessen ist es notwendig, dass Führungspersonal und Mitarbeiter den Wendepunkt und die damit verbundenen Veränderungen verinnerlichen und leben. Das bedeutet, dass neue Aufgaben erfüllt werden müssen und dementsprechend neue Regeln eingeführt sowie vorhandene Managementsysteme, Personal- und Gehaltsstrukturen und die Technik an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden müssen.

Erfolgsfaktoren für das Change Management in Unternehmen
Um die Veränderungsprozesse in Grossunternehmen und in KMU einschätzen zu können, werden zunächst einmal die Erfolgsfaktoren für das Change Management in Unternehmen erörtert. Dabei handelt es sich um die Erfolgsfaktoren, die sich im Zusammenhang mit Veränderungsprozessen besonders bewährt haben, unter anderem diese:
  1. Die Veränderungsstrategie muss schlüssig und das Veränderungskonzept muss mit allen Beteiligten abgestimmt sein.
  2. Die Ziele des Veränderungsprozesses müssen allen Beteiligten gegenüber kommuniziert werden, sodass es keine Unklarheiten mehr gibt.
  3. Etablierung einer zentralen Gruppe innerhalb des Unternehmens, die über entsprechende Kompetenzen verfügt, um den Veränderungsprozess voranzutreiben. Neben der entsprechenden Expertise, Sachverstand, Autorität und den nötigen Ressourcen benötigt sie insbesondere den Rückhalt der Geschäftsführung.
  4. Eine dichte Informations-Infrastruktur stellt einen zeitnahen und umfassenden Informationsaustausch über die Ziele, Herausforderungen, den Status sowie den Erfolg des Veränderungsprozesses sicher.
  5. Schnelle und vor allem sichtbare Erfolge schaffen Rückhalt innerhalb der Belegschaft und fördern den weiteren Prozess.
  6. Wichtig ist, die Kritiker mit in den Veränderungsprozess einzubeziehen. Kritiker sehen sich nicht nur als Bewahrer der bisherigen Rahmenbedingungen. Ihre Einwände können auf wichtige Details hinweisen, die bislang übersehen wurden.
  7. Alle für das Change Management erforderlichen Ressourcen sollten bereitgestellt werden. Dazu gehören neben finanziellen Mitteln gegebenenfalls Räumlichkeiten, Personal, technisches Equipment und ausreichend Zeit.
  8. Change Management bedeutet auch immer veränderte Zuständigkeiten. Das bedeutet, dass die "Verlierer" des Veränderungsprozesses einen fairen Ausgleich erhalten sollten. Ansonsten ist fortdauernder Widerstand vorprogrammiert.
  9. Veränderungsprozesse können sich nicht nachhaltig festigen, wenn nicht der Kontext und die Unternehmenskultur mit verändert werden.
Um Veränderungsprozesse um- beziehungsweise durchzusetzen, müssen diese und weitere Erfolgsfaktoren im Unternehmen umgesetzt werden. Das ist sowohl für Grossunternehmen als auch für KMU eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Dabei haben beide Unternehmensformen aufgrund ihrer jeweiligen Struktur mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen.

Veränderungsprozesse in Grossunternehmen und in KMU
Change Management ist für jedes Unternehmen unterschiedlicher Grösse eine Herausforderung. Doch in welchen Bereichen liegen die Unterschiede zwischen Grossunternehmen und KMU?
  1. Wichtig ist, dass bei der Umsetzung des Change Managements mit einer Stimme - one voice - gesprochen wird. In grossen Unternehmen gestaltet sich das schwierig. Schuld sind beispielsweise Zweigstellen, mehrere Niederlassungen im In- und Ausland, also die räumliche Zersplitterung. Im Gegensatz dazu sind KMU räumlich meist auf einen Standort begrenzt, wodurch die Kommunikation und die Umsetzung von Veränderungsprozessen sehr viel einfacher sind.
  2. Aufgrund der räumlichen Konzentration haben kleine und mittlere Unternehmen gegenüber grossen Unternehmen den Vorteil, dass von Anbeginn Führungskräfte und Mitarbeiter in den Veränderungsprozess mit einbezogen werden können. Das macht sie zu Beteiligten, sodass die Umsetzung schneller erfolgt und auf eine grössere Akzeptanz trifft.
  3. In grossen Unternehmen werden Veränderungsprozesse häufig von unten nach oben vorangetrieben. Da es am Rückhalt durch das Top-Management fehlt, ist der Widerstand gross. Das erzeugt viel Reibung, erhöhte Kosten aufgrund weiterer intensiver Massnahmen, komplizierte Lösungen und manchmal auch Abbrüche. Anderes gilt für KMUs, bei denen Veränderungsprozesse regelmässig von oben gestartet werden. Diesbezüglich kann jedoch das Problem auftreten, dass Change Management als von oben verordnet angesehen wird. Eine offene, klare und unmissverständliche Kommunikation kann bei der konsequenten Umsetzung helfen.
  4. Bezüglich der Ressourcen haben Grossunternehmen gegenüber KMUs einen Vorteil. Diese sind in grossen Unternehmen wesentlich einfacher zu aktivieren, wenn es um die Erarbeitung und Planung des Veränderungsprozesses sowie an seine konkrete Umsetzung und Einführung geht. Das alles ist aufgrund vorhandener Ressourcen möglich, während das Tagesgeschäft weiterläuft. Für kleine und mittlere Unternehmen ist paralleles Arbeiten weitaus schwieriger. Gleiches gilt für die Kosten, die der Veränderungsprozess verursacht. Sie werden von Grossunternehmen leichter absorbiert, während KMUs diesbezüglich weniger Handlungsspielraum haben.