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Sommerzeit: Wie Sie die Tage nach der Zeitumstellung meistern

Veröffentlicht am 04.03.2021
Sommerzeit: Wie Sie die Tage nach der Zeitumstellung meistern
Beliebt ist sie nicht, die Sommerzeit - trotzdem wird uns die Zeitumstellung noch eine Weile begleiten. Mittlerweile ist bekannt, dass gerade die Umstellung im Frühjahr zu gesundheitlichen Problemen führt. Doch es gibt Strategien, um den Mini-Jetlag rasch zu überwinden. 
Warum gibt es die Sommerzeit überhaupt? 
Flächendeckend eingeführt wurde die Sommerzeit in Europa im Jahr 1977, vier Jahre nach der Ölkrise. Der Grundgedanke war, das Tageslicht besser auszunutzen und so Energie zu sparen. Zwar ist mittlerweile umstritten, ob dieses Ziel jemals erreicht wurde. Trotzdem ist es nicht so leicht, die Zeitumstellung wieder abzuschaffen. In der Schweiz wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 nach einer entsprechenden Volksabstimmung für ein Jahr verworfen. Doch da die umliegenden Staaten an der Zeitumstellung festhielten, kam es vielerorts zu Chaos, etwa bei der Eisenbahn mit ihren länderübergreifenden Fahrplänen. Deshalb ist auch die Schweiz nach diesem Experiment rasch wieder zur Sommerzeit zurückgekehrt. 
 
Merkhilfen für die Zeitumstellung 
Vor oder zurück? Obwohl jedes Jahr die Uhren umgestellt werden, ist es gar nicht so leicht sich die Richtung zu merken. Im Englischen gibt es dazu eine einfache Eselsbrücke: Spring forward, fall backward. Im Frühjahr stellt man die Uhr also um eine Stunde nach vorne, im Herbst um eine Stunde zurück. Im Effekt bedeutet das, dass wir durch die Sommerzeit eine Stunde verlieren, während wir durch die Umstellung auf Normalzeit eine Stunde gewinnen. 
 
Sommerzeit irritiert innere Uhr 
Es ist wissenschaftlich belegt, dass gerade die Umstellung der Uhren im Frühjahr für gesundheitliche Probleme sorgt. In britischen und deutschen Langzeitstudien mit tausenden Teilnehmern wurden unter anderem die Auswirkungen auf die Stimmungslage untersucht. Demnach sinkt die Lebenszufriedenheit regelmässig mit Beginn der Sommerzeit, und zwar für durchschnittlich eine Woche. Im Herbst - bei der Rückkehr zur Normalzeit - lässt sich dieser Effekt hingegen nicht nachweisen. Besonders betroffen sind übrigens Mütter und Väter von Kleinkindern. Das deutsche Marktforschungsinstitut GfK hat im Jahr 2015 festgestellt, dass fast 50 Prozent der Frauen und rund 35 Prozent der Männer mit Beschwerden durch die Zeitumstellung zu kämpfen haben. Frauen leiden dabei am häufigsten unter Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass sich in den ersten Tagen nach der Umstellung auf Sommerzeit besonders viele Verkehrsunfälle ereignen. Experten führen das auf Sekundenschlaf sowie verlängerte Reaktionszeiten zurück, wenn sich übermüdete Lenker hinters Steuer setzen. 
 
Tipps für eine entspannte Zeitumstellung  
Trotz all dieser Nachteile ist es nicht realistisch, dass die Sommerzeit so bald abgeschafft wird. Der Bundesrat hat entsprechende politische Vorstösse mehrmals abgewiesen - mit der Begründung, wirtschaftliches Chaos wie im Jahr 1980 zu vermeiden. Solange die umliegenden EU-Länder an der Zeitumstellung festhalten, wird sie uns also auch in der Schweiz erhalten bleiben. 
 
Damit Ihre innere Uhr die Umstellung rasch bewältigt, empfiehlt es sich die allgemeinen Regeln der Schlafhygiene zu beachten: 
  • Vermeiden Sie ab 17 Uhr koffeinhaltige Getränke. 
  • Verzichten Sie abends auf Alkohol. Er kann zwar kurzfristig müde machen, seine Abbauprodukte stören jedoch den Schlaf. 
  • Halten Sie die Raumtemperatur im Schlafzimmer möglichst unter 20° Celsius. 
  • Verdunkeln Sie Ihren Schlafraum ausreichend, denn Licht stört die Bildung des Schlafhormons Melatonin. 
  • Dasselbe gilt auch für Bildschirmlicht! Vor allem das blaue kurzwellige Licht, das tragbare Elektrogeräte abstrahlen, stört die Schlafqualität. Nutzen Sie Smartphones oder Tablets daher möglichst nicht im Schlafzimmer. 
  • Stehen Sie morgens zügig auf, auch wenn Sie müde sind. Langes Weiterdösen macht die Sache nur noch schlimmer.