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Körpersprache - Mimik und Gestik richtig deuten und gezielt einsetzen

Veröffentlicht am 22.03.2021
Körpersprache - Mimik und Gestik richtig deuten und gezielt einsetzen
Wenn Sie Ihren Mund zum Sprechen öffnen, haben nicht nur Ihre Worte Aussagekraft. Hinzu kommt Ihre Körpersprache, die Ihrem Gegenüber verrät, was Sie wirklich denken und fühlen. Umgekehrt können Sie Ihre Körperhaltung, die Bewegungen Ihrer Hände, den Ausdruck Ihres Gesichts und Ihre Stimme gezielt einsetzen, um Ihre Glaubwürdigkeit und Authentizität zu unterstreichen und Vertrauen aufzubauen. Voraussetzung ist, dass Sie die Kunst der Körpersprache deuten können und beherrschen. Wie das funktioniert, informieren Sie sich hier. 
Die kommunikative Wirkung der Körpersprache 
Es war der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick, der in seinem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" den Einfluss der Körpersprache auf die Kommunikation mit dem Satz zum Ausdruck brachte: "Man kann nicht nicht kommunizieren". Dementsprechend nehmen Mimik und Gestik, Bewegungen, die Körperhaltung, räumliche Beziehungen und schliesslich die Kleidung Einfluss auf die Kommunikation. Die Körpersprache in der Summe ist längst keine Nebensache, sondern besitzt eine enorme Macht, die über das gesprochene Wort hinausgehen kann. Sie kann Vertrauen aufbauen, Sympathien wecken und Menschen gewinnen, beinhaltet aber umgekehrt auch die Gefahr, alles zu zerstören. 
 
Die Ausdruckskraft von Mimik: Aufschlussreiche Signale der Augen 
Es sind vor allem die Augen, die einen wesentlichen Teil der Mimik ausmachen. Sie spiegeln das Empfinden eines Menschen wider und sind ein Indikator für Gefühle wie Wut, Trauer, Freude, Überraschung und Furcht. Grund für diese nicht steuerbaren Emotionen sind die inneren Augenmuskeln, die vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden. Besonders aufschlussreich sind die Pupillen, die sich je nach Lichtverhältnissen und Emotionen weiten oder enger werden. Sind Sie ein geübter Beobachter und Kenner der Augensprache, werden Sie problemlos das Befinden Ihres Gegenübers an den Augen ablesen können. 
 
Beispiele für die Sprache der Augen: 
  • Bei Angst weiten sich die Pupillen extrem, wodurch der Fluchtinstinkt geweckt wird. 
  • Sind die Pupillen Ihres Gegenübers beim Flirten geweitet, können Sie sicher sein, dass Sie die ungeteilte Aufmerksamkeit geniessen. 
  • Bei Ekelgefühlen ziehen sich die Pupillen zusammen. 
  • Wut erkennen Sie an einem frontalen Blick und gegebenenfalls zusammengezogenen Augenbrauen oder einer Stirnfalte. 
  • Ein starrer, intensiver Blick gilt als Zeichen von Stärke. 
  • Wenn Sie Ihr Gegenüber mit Ihrem Blick fixieren, kann das eine einschüchternde Wirkung entfalten. Denn der prüfende Blick macht nervös und unsicher. 
Doch es gibt eine Variante der Mimik, die sehr gewinnend und vertrauensbildend wirkt, und das ist das Lächeln. Mit einem Lächeln werden positive Eigenschaften verbunden, die zur Vertrauensbildung beitragen und sympathisch machen. Wenn Sie andere Menschen anlächeln, verbessert sich automatisch die Laune Ihres Gegenübers, sodass Sie schneller ans Ziel kommen. 
 
Gestik: Die Macht der nonverbalen Kommunikation 
Gestik ist die Summe aller möglichen Bewegungen, die im Zusammenwirken mit den passenden Worten eine enorme Durchsetzungskraft erzeugen. Nach dem amerikanischen Anthropologen und Psychologen Paul Ekman wird die Gestik in fünf verschiedene Formen unterteilt: 
  • Illustratoren: Sie illustrieren das Gesagte, indem sie es mit Gestik nachbilden, zum Beispiel die Grösse eines Gebäudes, die Langstrecke eines Fluges. 
  • Embleme: Das sind kulturell und gesellschaftlich festgelegte Signale, zum Beispiel das Nicken für "Ja". 
  • Adaptoren: Dabei handelt es sich um unbewusste Gesten, zum Beispiel das Kneten mit den Händen oder das Kratzen am Hals, was gleichbedeutend ist mit Stress und innerer Unruhe. 
  • Regulatoren: Diese Gesten werden bewusst eingesetzt, um Wirkung zu entfalten, zum Beispiel das Heben der Hand, um im Redefluss nicht unterbrochen zu werden. 
  • Affektgesten: Sie drücken Gesten aus, die aus der Emotion heraus entstehen, zum Beispiel ein geöffneter Mund für Überraschung oder zusammengezogene Augenbrauen für Unverständnis. 
Die Körperhaltung als wichtiges Mittel der non verbalen Kommunikation 
Um eine selbstbewusste Haltung auszustrahlen, haben Sie einen aufrechten, festen und geraden Stand. Die Schultern sind gerade, während der Körper aufgerichtet ist. Diese Körperhaltung ist deshalb empfehlenswert, weil eine aufrechte Körperhaltung mit einem aufrechten Charakter gleichgesetzt wird. Um sich zu erden, stehen Sie mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Ihr Kopf ist angehoben, was gleichbedeutend ist mit einem offenen Blick auf die Welt. Atmen Sie gleichmässig und tief in den Bauch. Ihre Stimme ist fest, ruhig und tief, wobei Sie langsam sprechen. Lächeln Sie viel und bleiben Sie entspannt. Ihre Gestik ist dynamisch, aber reduziert und spielt sich nah und vor am Körper ab, während Sie anhaltenden Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner suchen. Mit einer offenen Haltung im Brustbereich signalisieren Sie Mut, Souveränität und Selbstsicherheit. Eine leicht vorgebeugte Haltung zeugt von Aufmerksamkeit und Interesse. Achten Sie auf einen dynamischen Schritt, der für Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen steht. 
 
Trainieren Sie Ihre Mimik, Gestik und Ihre Körperhaltung. Am besten gelingt das, wenn Sie sich bei Präsentationen, Reden und Vorträgen in der Öffentlichkeit oder privat filmen lassen. Eine anschliessende Analyse hilft Ihnen, Ihre Körperhaltung sowie Mimik und Gestik zu verfeinern, um sie gezielt im Berufs- und Privatleben einzusetzen.