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Fehlentscheidungen - 5 Tipps, wie Sie am besten damit umgehen

Veröffentlicht am 29.04.2021
Fehlentscheidungen - 5 Tipps, wie Sie am besten damit umgehen
Unser Leben ist wie ein grosser Entscheidungsbaum. Von einem Startpunkt aus führen viele verschiedene Verzweigungen zu unterschiedlichsten Zielpunkten. Unsicherheit und Fehlentscheidungen gehören zum Leben dazu. Das ist auch kein Problem, solange Sie wissen, wie Sie souverän mit Ihren Fehlentscheidungen umgehen.
Fehlentscheidung: Was ist das eigentlich?
Im Leben stellt sich häufig erst im Nachhinein heraus, was wir richtig oder falsch gemacht haben. Jeder kennt das Gefühl, wenn sich eine Situation nicht in der gewünschten Weise entwickelt hat. Mal ist es das Ergebnis, ein anderes Mal ist es eine verpasste Chance und in anderen Fällen ist es einfach ein subtiles Gefühl, das eine Fehlentscheidung auf der emotionalen Ebene kennzeichnet. Um zu lernen, richtig mit einer Fehlentscheidung umzugehen, müssen wir zunächst begreifen, woran wir den scheinbar falschen Abzweig festmachen.

An erster Stelle steht in der Regel das Gefühl der Unzufriedenheit mit dem Ausgang einer Situation oder mit dem Weg zu einem definierten Ziel. Diese Unzufriedenheit ist nicht zwangsweise an objektiv messbare Fakten gebunden, sondern eher emotionaler Art. Solche Unzufriedenheit rührt häufig daher, dass sich die persönliche Informationslage oder die individuelle Einstellung zum Ziel während des Prozesses der Zielerreichung geändert haben.

Da wären wir auch schon beim zweiten Punkt - der fehlenden Zielerreichung. Wird ein Ziel nicht erreicht, liegt dem in der Regel eine Fehlentscheidung bzw. eine Kette von Fehlentscheidungen zugrunde. Im Vergleich zur emotionalen Ebene ist dieser Faktor eindeutig messbar.

Fehlentscheidungen sind nicht immer Ihre Schuld
Ebenso sieht es mit dem dritten Einflussfaktor aus. Hier handelt es sich um die möglichen Alternativen zum Erreichen eines Ziels. Häufig stellt sich hier im Nachhinein heraus, dass Alternative B im Vergleich zu Alternative A trotz rationaler Erwägung die schlechtere Wahl war. Ein Klassiker ist die Investition in Aktien.

Hier können Sie noch so gründlich die Chancen und Stärken eines Unternehmens A recherchieren. Entwickelt sich Unternehmen B unter dem Strich doch deutlich besser, war die Entscheidung für Unternehmen A eine Fehlentscheidung. Wenn auch eine Fehlentscheidung, für die Sie keine Schuld tragen. Dennoch müssen Sie lernen, damit umzugehen.

Warum es zu fehlerhaften Entscheidungen kommt
Viele Fehlentscheidungen lassen sich durch eine konsequente Entscheidungsfindung verhindern. Allerdings haben Sie in einer komplexen Welt mit all ihren Wechselwirkungen und den Interaktionen zwischen einzelnen Individuen auf viele Dinge keinen Einfluss. Dementsprechend lassen sich für die meisten Fehlentscheidungen vier Gründe ausfindig machen.

Neben fehlenden oder falschen Informationen liegen einer Fehlentscheidung häufig eine fehlende Kompromissfähigkeit sowie unklare Prioritäten zugrunde. Auch vorschnelle Entscheidungen aus dem Bauch heraus führen allzu oft zu suboptimalen Ergebnissen.

5 Tipps für den Umgang mit Fehlentscheidungen
Ja, Fehlentscheidungen tun weh und sind ärgerlich - manchmal auch teuer. Ganz gleich, ob berufliche Fehlentscheidung, verpasste Investmentchance, ein Fehlkauf oder verschwendete Zeit - Fehlentscheidungen lassen sich nicht verhindern. Deutlich besser ist es, souverän mit ihnen umzugehen. Mit diesen 5 Tipps ist das kein Problem:

1. Hinterfragen Sie den Entscheidungsprozess: Um zu verstehen, wie es zu dem offensichtlichen Fehler kommen konnte, müssen Sie die Ursache ergründen. Gehen Sie in sich. Erforschen Sie, warum und aus welchem Grund Sie Ihre Entscheidung getroffen haben. Welche Informationen hatten Sie zur Verfügung? Wer oder was hat Sie zu der Entscheidung bewegt? Wurden Sie von jemandem vielleicht überredet?

2. Stehen Sie zu Ihrer Fehlentscheidung: Auch wenn Sie von jemandem oder etwas zu einer Entscheidung gebracht worden sind: Die Entscheidung haben Sie selbst und nur Sie getroffen. Also stehen Sie auch dazu und übernehmen Sie Verantwortung. Das ist ein Zeichen von Stärke, und zwar gegenüber anderen und Ihnen selbst.

3. Korrigieren Sie den Kurs: Sofern es noch möglich ist, sollten Sie nach der Erkenntnis eine Kurskorrektur vornehmen. Auf einer offensichtlichen Fehlentscheidung zu beharren, um keinen Fehler zugegeben zu müssen, ist ein grosser Fehler. Um beim Thema Aktieninvestment zu bleiben: Warten Sie nicht, bis Ihre Aktie noch weiter abstürzt, sondern begrenzen Sie die Verluste und Investieren Sie in ein anderes Unternehmen. Selbstverständlich nach einem erneuten Entscheidungsprozess.

4. Lernen Sie aus jeder Fehlentscheidung: Durch die Analyse Ihres Entscheidungswegs legen Sie Fehlerpunkte offen. Nutzen Sie dieses Wissen für jede Ihrer nächsten Entscheidungen. Denken Sie daran: Das Gehen haben Sie als Kind auch nur durch das Prinzip von Versuch und Irrtum gelernt.

5. Vergessen Sie das Thema: Sie können eine Fehlentscheidung nicht rückgängig machen. Frust schieben, verpassten Chancen nachträumen oder im "Hätte-Wenn-und-Aber" schwelgen ist daher keine Option, die Sie voranbringt. Diese Form der Bewältigung lässt Sie zu sehr in die Vergangenheit blicken und trübt Ihren Blick für bessere Entscheidungen in der Zukunft.

Tipp: Kanadische Forscher der Concordia University haben im Übrigen herausgefunden, dass sich Fehlentscheidungen mit einer einfachen Technik deutlich leichter verarbeiten lassen: Vergleichen Sie sich mit anderen Menschen, die noch schlechtere Entscheidungen getroffen haben. Das ist vielleicht nicht die feine englische Art, senkt laut den Forschern den emotionalen Stress aber deutlich.