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Zukunft der Arbeit - wohin die Reise geht

Veröffentlicht am 05.07.2021
Zukunft der Arbeit - wohin die Reise geht
Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt massiv verändert und die Weichen für die Zukunft der Arbeit gestellt. Büroarbeit wurde ins Home Office verlagert, und Geschäftsreisen wurden durch Videokonferenzen ersetzt. Das alles hat dazu geführt, dass die Digitalisierung immer mehr Branchen und Berufe dominiert. Wie sich die Arbeitswelt verändert hat, und was das für die Zukunft der Arbeit bedeutet - wir haben uns auf Spurensuche begeben.
Wie sich die Arbeitswelt verändert hat  
Die Corona-Krise hat insbesondere bei Bürotätigkeiten zu gravierenden Änderungen geführt und moderne Arbeitsformen angeschoben. Was bislang als unmöglich galt, ist auf einmal ein Muss, denn von einem Tag auf den anderen mussten Lösungen gefunden werden. Da stellt sich die Frage, was bleibt, und welche Arbeitsformen werden sich in Zukunft durchsetzen? 
 
1. Home Office - ein Mehr an Zeit  
Dort, wo Home Office Regelungen gut funktionieren, werden sie häufiger eingesetzt werden. Das hat vor allem für Berufspendler entscheidende Vorteile, die weniger Zeit im Auto, Zug oder Bus verbringen. Sie schonen ihre Nerven und gewinnen dadurch Lebenszeit. Auch für die Allgemeinheit hat das positive Auswirkungen. Die Verkehrsdichte nimmt insbesondere im Berufsverkehr ab. Umgekehrt hat das Home Office auch Auswirkungen auf das Privatleben. Der private Lebensraum muss neu gestaltet und mit einem Arbeitszimmer oder einer Arbeitsnische ausgestattet werden. Auch die Betreuung von Kindern wird durch flexible Arbeitszeiten einfacher. Insgesamt wird es mehr Raum und Zeit für das Familienleben geben. 
 
2. Videokonferenzen ersetzen Dienstreisen  
Dienstreisen sind zeitaufwändig und mit Reise- sowie Übernachtungskosten verbunden. Bedingt durch Corona wurden sie durch Videokonferenzen ersetzt. Technische Voraussetzungen mussten ebenso gemeistert werden wie das ungewohnte Sprechen in die Kamera. Natürlich gibt es Situationen, in denen ein Vier-Augen-Gespräch persönlicher und vertrauensvoller ist. Das gilt umso mehr, wenn schwierige Verhandlungen geführt werden müssen. Dann wird auch in Zukunft die Videokonferenz die Dienstreise nicht ersetzen können. 

3. Mehr Flexibilität durch Multizweck-Designs  
Die Arbeitswelt ist durch Home Office und Videokonferenzen erweitert worden. Das bedeutet, dass mehr Arbeitsmodelle zur Verfügung stehen. Es hängt von den einzelnen Unternehmen ab, inwieweit sie ihren Mitarbeitern Freiräume und Flexibilität in Bezug auf die Arbeit einräumen. Zunehmen werden in Unternehmen flexible Multizweck-Designs, die abgeschiedene Räume für konzentriertes Arbeiten, offene Bereiche für teamorientiertes Arbeiten und spezielle Rückzugsräume für Entspannung bieten. Das bedeutet, dass sich der Arbeitnehmer der Zukunft nicht seinem Arbeitsplatz anpasst, sondern dass der Arbeitsplatz für die Bedürfnisse des Arbeitnehmers konzipiert ist. 
 
Drei Thesen zur Zukunft der Arbeit 
Die Zukunft der Arbeit wird spannend werden. Noch ist nicht klar, wohin die Reise gehen wird. Es zeichnen sich jedoch gewisse Tendenzen ab, weshalb wir einen Blick in die Zukunft wagen - mit diesen drei Thesen: 
 
1. Insbesondere junge Menschen favorisieren die Work-Life-Balance, die Ausgewogenheit zwischen Arbeits- und Berufsleben. Jetzt rückt ein anderes Konzept in den Mittelpunkt. Die Rede ist von der Work-Life-Integration. Es geht nicht mehr darum, zwei Welten - Arbeit und Privatleben - in Balance zu halten. Stattdessen werden Leben und Arbeiten sich verbinden und die Kunst darin bestehen, beide Bereiche auszubalancieren und je nach Bedarf zu gewichten.  
 
2. Flexibilität heisst das Zauberwort, das die Zukunft der Arbeit massgeblich bestimmen wird. Gewinner sind diejenigen, die in der Lage sind, sich flexibel an neue Situationen und Veränderungen anzupassen. Diese neuen Rahmenbedingungen werden insbesondere für Arbeitnehmer zur Herausforderung werden, die gewohnt sind, sich in festen und sicheren Arbeitsstrukturen zu bewegen. Anderes gilt für Selbstständige und Freiberufler, die Flexibilität, Risiken und Unsicherheit gewohnt sind. Nicht nur die Arbeitsplatzgestaltung wird flexibler werden. Gleiches gilt auch für die inhaltliche Ausgestaltung der Arbeit, für starre Arbeitszeiten und für die Anwesenheitspflicht. Grössere Freiheiten und mehr Flexibilität stellen höhere Anforderungen an die Eigenverantwortung, an das Engagement und die Disziplin des Einzelnen. Möglicherweise ändern sich auch die Arbeitsverhältnisse, weg von festen Arbeitsverträgen und hin zur projektbezogenen Arbeit und freiberuflichen beziehungsweise selbstständigen Tätigkeiten. 
 
3. Neue Berufsfelder werden entstehen, und Jobs werden wegfallen. In diesem Zusammenhang wird es spannend werden, ob die Zukunft der Arbeit nach Spezialisten oder Generalisten verlangt. In jedem Fall wird es für den Einzelnen wichtiger werden, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten, für den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Insoweit werden eine gute Ausbildung, die passende Berufserfahrung sowie Vielseitigkeit an Bedeutung gewinnen. 
 
Die genannten Veränderungen werden Anpassungen nicht nur bei Unternehmen, sondern vor allem in Politik und Gesellschaft nach sich ziehen. Wünschenswert ist, dass die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schafft, um der Arbeit eine gute Zukunft zu geben.