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Job Enrichment - mehr Leistung dank besserer Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter

Veröffentlicht am 23.12.2021
Job Enrichment - mehr Leistung dank besserer Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter
Der Anglizismus Job Enrichment bedeutet übersetzt Arbeitsbereicherung, bei der es sich um eine Strategie der Arbeitsstrukturierung im Personalwesen handelt. Wie Job Enrichment definiert wird, welche Ziele damit verfolgt werden, und welchen Nutzen die Arbeitsbereicherung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bietet - das und mehr erfahren Sie hier!
Was bedeutet Job Enrichment?
Job Enrichment ist eine Massnahme im Personalwesen, die der Personalentwicklung dient. Das heisst, dass der Mitarbeiter verantwortungsvollere Aufgaben erhält, die einer bestimmten Qualifikation oder einer Fortbildung bedürfen. Diesbezüglich gibt es zwei verschiedene Varianten. Entweder sind diese Anforderungen bereits in einer Stellenausschreibung formuliert, oder ein Mitarbeiter wird entsprechend geschult, um diese künftigen, höherwertigen Aufgaben bewältigen zu können. Im Personalwesen wird diese Strategie als vertikale Strategie bezeichnet. Oftmals geht diese Veränderung mit einer neuen Position als Führungskraft oder mit Budgetverantwortung einher.
 
Job Enrichment, Job Enlargement und Job Rotation
Im Zusammenhang mit Job Enrichment werden oftmals Begriffe wie Job Rotation, oder Job Enlargement verwendet, die jedoch keine Synonyme, sondern voneinander abzugrenzen sind. Eines haben alle drei Begrifflichkeiten gemeinsam, es handelt sich um Strategien aus der Personalentwicklung. Job Enlargement beschreibt lediglich, dass ein Mitarbeiter neue Aufgaben übernimmt, um Unterforderung zu vermeiden und Abwechslung zu bieten. Im Unterschied zu Job Enrichment werden an das Anforderungsprofil des Mitarbeiters bei Job Enlargement keine neuen Kenntnisse gestellt. Gleiches gilt für die Job Rotation, bei der sich der Mitarbeiter innerhalb seines bisherigen Anforderungsniveaus bewegt und verschiedene Tätigkeiten wahrnimmt. Dafür wechselt er regelmässig oder zeitlich begrenzt in andere Abteilungen, wo er in neue Bereiche eingearbeitet wird. Ändert sich ausserdem das Anforderungsniveau, kann dies als Vorbereitung für künftige Führungsaufgaben verstanden werden.
 
Job Enrichment, Job Enlargement und Job Rotation sind dem Bereich Training on the Job zuzuordnen und darauf ausgelegt, Mitarbeiter zu motivieren, zu fördern und zu fordern.
 
Die Ziele von Job Enrichment
Grundlage für Job Enrichment sind zahlreiche Überlegungen zur Mitarbeiterzufriedenheit, die beispielsweise in die von Frederick Herzberg entwickelte Zwei-Faktoren-Theorie oder in die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow eingeflossen sind. So stellte Herzberg fest, dass Mitarbeiter ihre Arbeit als befriedigend und sinnvoll empfinden, wenn bestimmte Hygienefaktoren und Motivatoren gegeben sind. Unter diesen Voraussetzungen seien Mitarbeiter eher bereit und motiviert, qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten. Das bedeutet im Umkehrschluss - und zu diesem Ergebnis kam Herzberg -, dass Fehler reduziert werden, wenn die Arbeit abwechslungsreich und vielfältig gestaltet ist.
 
Maslow gewann die Erkenntnis, dass Grundbedürfnisse, soziale Bedürfnisse und Sicherheit gewährleistet sein müssen, bevor ein Mensch nach Selbstverwirklichung und Anerkennung strebt. Und genau an diesem Punkt setzt Job Enrichment an. Der Weg in die Führungsetage eines Unternehmens führt nicht allein über neue Aufgabe. Vielmehr sind eine grössere Entscheidungsfreiheit sowie eigenverantwortliches Arbeiten die entscheidenden Faktoren für das Streben nach oben.
 
Praktische Beispiele für Job Enrichment
Abhängig vom jeweiligen Unternehmensbereich gibt es zahlreiche Beispiele für Job Enrichment:
  • Die Tätigkeit eines Mitarbeiters, der beispielsweise in der Produktion eines Autoherstellers arbeitet und dort Teile zusammenschraubt, wird um verantwortungsvolle Aufgaben erweitert. Durch das Job Enrichment und die damit verbundene Qualifizierung wird aus dem Produktionsmitarbeiter ein Schichtleiter. Als solcher beaufsichtigt er nicht nur seine Kollegen, sondern führt auch Qualitätskontrollen durch.
  • Als Vertriebsmitarbeiter betreut ein Arbeitnehmer verschiedene Bezirke, in denen er über mehrere Jahre immer wieder neue Kunden hinzugewinnen konnte. Im Rahmen von Job Enrichment ist er zum Key Account Manager befördert worden mit der erweiterten Aufgabe, sich nur noch um bestimmte Grosskunden zu kümmern.
  • Ein weiteres Beispiel für Job Enrichment kommt aus dem Bereich Unternehmenskommunikation. Ein Mitarbeiter war bislang ausschliesslich mit Aufgaben in der internen Kommunikation befasst, zum Beispiel mit dem Erstellen einer Mitarbeiterzeitung. Durch Job Enrichment wird der Mitarbeiter zum Teamleiter. Diese Führungsaufgabe befähigt ihn, Themen auszuwählen, zu koordinieren und auf andere zu delegieren.
Mit Job Enrichment verhindern Unternehmen, dass sich Mitarbeiter unterfordert fühlen oder gar langweilen. Die Ausweitung der Führungsverantwortung in Verbindung mit einem veränderten Arbeitsbereich beugt Monotonie vor und sorgt für Abwechslung. Der Mitarbeiter erfährt die Wertschätzung, die notwendig ist, damit er sich in seinem Job wohlfühlt. Im Idealfall wird ein Flow-Zustand erreicht. Das bedeutet, dass die Anforderungen optimal sind, dass sie weder zu niedrig noch zu hoch angesetzt sind, sodass der Mitarbeiter in der Lage ist, die an ihn gestellten Anforderungen zu erfüllen. Die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen wird gestärkt, während unnötige Fluktuation und Fachkräftemangel unterbunden werden.