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Frage im Vorstellungsgespräch: Wie stehen Sie zu Ihrer Familie?

Veröffentlicht am 28.09.2017
Frage im Vorstellungsgespräch: Wie stehen Sie zu Ihrer Familie?
In Vorstellungsgesprächen werden gerne fiese Fragen gestellt. Eine davon lautet: Wie stehen Sie zu Ihrer Familie? Was sollten Sie darauf antworten?

Personaler lieben es, Bewerber in Vorstellungsgesprächen durch fiese Fragen in die Bredouille zu bringen. Darunter gibt es einige echte Klassiker, die in zahlreichen Bewerbungsgesprächen gestellt werden – und das, obwohl nicht alle davon rechtlich gesehen überhaupt erlaubt wären. Manchmal möchten die Personalentscheider lediglich Ihre Reaktion testen. Ein anderes Mal geht es tatsächlich um die Antwort. Solche Fragen sind zum Beispiel jene nach Ihren Stärken und Schwächen, nach eventuellen Krankheiten oder Ihren Zukunftsplänen. Krankheit? Die private Zukunftsplanung? Wenn bei Ihnen angesichts dieser Fragen die Alarmglocken läuten, ist das durchaus berechtigt. Es gibt nämlich strenge gesetzliche Grenzen dessen, was der Personaler einen Bewerber fragen darf und was nicht. In der Theorie dürften Sie als Bewerber bei unerlaubten Frage die Antwort verweigern oder sogar lügen. In der Praxis ist das nicht immer so einfach. Keine Antwort ist schliesslich auch eine und nicht jeder ist ein Meister der Tarnung. Wenn so eine Lüge auffliegt, war es das mit den Jobchancen. Welche Wahl haben Sie also?


Am besten reagieren Sie auf unerlaubte Fragen im Vorstellungsgespräch mit einem schlagfertigen Konter, welcher die Personaler zum Schmunzeln bringt und Sie unauffällig aus der Zwickmühle bringt. Aber das ist einfacher gesagt als getan – zumindest, wenn Ihnen die Schlagfertigkeit nicht gerade in die Wiege gelegt wurde. Zudem gibt es Fragen, welche sich haarscharf an der Grenze des Erlaubten bewegen und wo sich viele Bewerber dementsprechend unsicher sind, ob sie (ehrlich) darauf antworten müssen oder nicht. Eine davon ist folgende: Wie stehen Sie zu Ihrer Familie? So ganz klar formuliert, worauf der Fragende hinauswill, ist der Sachverhalt dabei nicht. Das macht es schwierig abzuschätzen, ob es sich um eine „legale“ Frage handelt oder nicht.

Die fiese Zwickmühle namens „Familie“
Lassen Sie es uns auf den Punkt bringen: Den meisten Arbeitnehmern wird die Familie wichtiger sein als der Job. Das bedeutet keinesfalls, dass sie nicht fleissig sind, gute Arbeit verrichten und eine grosse Karriere machen können. Es heisst lediglich, dass sie sich, wenn es „hart auf hart“ kommt, im Zweifelsfall für die Familie und gegen die Anstellung entscheiden würden. Vermutlich wäre das sogar bei dem Personaler selbst, der diese Frage stellt, keineswegs anders. Dennoch wird er diese Antwort nicht hören wollen. Natürlich möchte jeder Arbeitgeber im Optimalfall Arbeitnehmer, für welche der Job an oberster Stelle steht. Wenn Sie sich also elegant aus der Affäre ziehen, aber nicht in ein peinliches Schweigen verfallen möchten, antworten Sie einfach: „Meine Familie unterstützt mich in allem zu 100 Prozent – so wie ich sie natürlich auch.“ Wenn Sie diese Antwort für wenig aussagekräftig halten, haben Sie recht. Aber sie ist diplomatisch, unverfänglich und ausreichend, sodass der Personaler hoffentlich nicht weiter nachhaken wird. Auch er weiss schliesslich, dass er sich in einem Grenzbereich bewegt.




– by co2-kommunikation.ch –


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