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Probleme mit Lernenden? So formulieren Sie es richtig

Veröffentlicht am 03.09.2020
Probleme mit Lernenden? So formulieren Sie es richtig
Es spielt keine Rolle, ob Sie Lehrer, Ausbilder oder Kursleiter sind - immer wieder werden Sie Lernenden begegnen, die ein Lernproblem haben. Natürlich gehört es zu den Aufgaben einer Lehrkraft, dies zu thematisieren. Doch das ist oft gar nicht so leicht.
Haben Sie klar kommuniziert?
Ehe Sie mit der Schülerin beziehungsweise dem Schüler reden, ist eines ganz wichtig: Haben Sie wirklich detailliert mit Ihrer Klasse beziehungsweise mit dem Kurs besprochen, welcher Lernstoff zu lernen ist und welches Verhalten angemessen ist? Das ist das A und O - die Basis für ein konstruktives Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden. Wenn die jungen Menschen sagen können "Das haben Sie uns nicht gesagt" und damit Recht haben, wird es für Sie unangenehm. Das Fundament für die Unterredung hat sich verschoben. Und: Sie sind als Lehrkraft auch im gewissen Rahmen unglaubwürdig geworden. Berücksichtigen Sie solche Eventualitäten bei der Vorbereitung der Unterredung also wirklich gut.
 
Seien Sie konkret
Junge Leute schätzen es, wenn man ihnen Respekt entgegenbringt und wenn man seine Themen konkret formuliert. Ein guter Einstieg ins Gespräch ist es also, wenn Sie dem Lernenden Ihre Wertschätzung dokumentieren. Tun Sie das nicht und beginnen umgehend mit einem negativen Thema und den Fehlern des Schülers, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn dieser abblockt. Positiv können Sie beispielsweise einsteigen, wenn Sie sich über die Motivation des Schülers freuen oder vielleicht ein soziales Engagement loben können. Wenn Sie dann das eigentliche Thema fokussieren, ist Klarheit wichtig. Pauschale Unterstellungen haben keinen Nutzen. Demonstrieren Sie an Beispielen, was die Lernenden falsch machen. Beispiele sind nachvollziehbar für Ihre Schützlinge. Je präziser Sie dabei sind, desto besser ist es. Beziehen Sie in Ihrer Argumentation auch Ursache und Wirkung mit ein. Das bedeutet: Beschreiben Sie die Folgen eines Fehlverhaltens - beispielsweise, wenn ein Schüler den Unterricht immer wieder stört. Wichtig: Argumentieren Sie auch so, dass Sie die Folgen positiven Verhaltens darstellen. Nichts motiviert einen Schüler mehr als ein Erfolg - und meist auch die Anerkennung, die damit für ihn verbunden ist.
 
Reden ist keine Einbahnstrasse 
Wenn Sie ohne Punkt und Komma reden, hat der Lernende in aller Regel keine Lust, Ihnen zu folgen. Er wird abschweifen und innerlich abschalten. Das bedeutet für Sie, dass Sie den Schüler beziehungsweise Auszubildenden nicht mehr erreichen - ganz egal, wie gut Sie es auch gemeint haben. Deshalb sollten Sie den Lernenden dazu ermutigen, dass er auch seine Meinung zu dem Thema kundtut. Bedeutsam ist in diesem Rahmen ein entspannter Rahmen, der frei von Sanktion ist. Ihr Schützling darf ehrlich zu Ihnen sein. Transparenz ist ebenfalls ein Element einer wertvollen Basis. Mit Zwischenergebnissen generieren Sie Etappen in Ihrer gemeinsamen Unterhaltung und können das wichtige Thema so erfreulich besser bearbeiten. Auch bei heiklen Themen ist es gut, mit solchen Etappen zu arbeiten. Sie dienen auch der Motivation des Lernenden. Wer ein hohes Lernziel hat, das in kleinere Teilziele eingeteilt ist, wird mit mehr Mut loslegen. Und genau das ist für junge Menschen besonders wichtig.
 
Positive Effekte schaffen
Ob die Unterredung mit Lernenden effizient ist, hängt in hohem Maße davon ab, ob Sie eine positive Stimmung schaffen können. Sie sind oft dann erfolgreich, wenn Sie den Gesprächsstil so gestalten, dass er die jungen Menschen einlädt, mitzudiskutieren. Die Form der Unterhaltung sollte für die Jugendlichen locker und angenehm ist. Oberlehrerhafte Phrasen sind kontraproduktiv. Auch wenn Ihnen vielleicht danach sein sollte - vermeiden Sie dies unbedingt. Auch ein positiver Ausgang der Unterhaltung ist wichtig. Sie können beispielsweise akzentuieren, dass Sie bestimmte Fähigkeiten schätzen oder dass Sie keine Zweifel haben, dass der Lernenden beispielsweise ein bestimmtes Lernziel schaffen wird. In dem Zusammenhang ist es wichtig, dass Sie den Lernfortschritt auch immer wieder überprüfen und den Lernenden dafür auch loben. Er wird sich freuen, dass diese positiven Veränderungen geschätzt werden und erhält ein Extraplus an Motivation.