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Das passende Geschäftsmodell finden - worauf Gründer achten sollten

Veröffentlicht am 28.10.2021
Das passende Geschäftsmodell finden - worauf Gründer achten sollten
Mit dem Geschäftsmodell Ihres Unternehmens definieren Sie, welche Produkte, Dienstleistungen und Alleinstellungsmerkmale Sie Ihren Kunden bieten. Bei seiner Entwicklung können vor allem Gründern Tools wie das Business Model Canvas effektiv und wirksam helfen. 
Was ist ein Geschäftsmodell? 
Bestandteile eines Geschäftsmodells sind grundsätzlich die folgenden Faktoren: 
 
1. Value Proposition - das Wertversprechen eines Unternehmens 
Die Value Proposition einer Firma ist nicht mit ihren Produkten oder Dienstleistungen identisch, sondern bezieht sich auf die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens. Mit dem Wertversprechen teilen Sie Ihren Kunden mit, warum sie sich für Ihr Angebot - und nicht für einen Ihrer Wettbewerber - entscheiden sollten. 
 
2. Geschäftsstruktur - der Weg Ihres Angebots zum Kunden 
Bei der Geschäftsstruktur geht es um die Frage, wie Ihr Angebot seinen Weg zum Kunden findet. Eingeschlossen sind hier Ihr Produkt oder Leistungsangebot, der Herstellungsprozess, Marketing, Vertrieb und Ihre gesamte Unternehmenskommunikation. 
 
3. Ertragsmodell - die finanzielle Dimension Ihres Unternehmens 
Das Ertragsmodell eines Unternehmens fasst sämtliche Cashflows (Geldströme) zusammen. Von Bedeutung sind hier die Einnahmen und Ausgaben der Firma und ihre Terminierung. 
 
4. Unternehmensgeist und Werte 
Mit Ihren Produkten und Leistungsangeboten stehen Sie auch für die Werte Ihres Unternehmens ein. Dabei geht es nicht darum, wie Sie Ihre Angebote werblich inszenieren, sondern darum, wie Sie diese Werte im Unternehmensalltag leben. Im Fokus stehen dabei die Interaktionen aller Mitarbeitenden innerhalb der Firma sowie mit Ihren Geschäftspartnern und Kunden. 
 
Absolute Priorität hat keine dieser Dimensionen. In der Praxis stehen sie in enger Verbindung zueinander und beeinflussen sich gegenseitig. Mit einem stimmigen Geschäftsmodell, in dem Wertversprechen, Geschäfts- und Ertragsmodell, Unternehmensgeist und Werte eine Einheit bilden, begeistern Sie Ihre Mitarbeitenden und Kunden. 
 
Warum brauchen Unternehmen ein Geschäftsmodell? 
Über ein Geschäftsmodell verfügt jedes Unternehmen - unabhängig davon, ob sich ihre Inhaber darum bewusst und aktiv kümmern. Vor allem Gründer sind trotzdem gut beraten, ihr Geschäftsmodell zu reflektieren und zielgerichtet zu entwickeln. Sie verstehen hierdurch ihre internen Prozesse und die Erwartungen ihrer Kunden besser. Möglicherweise entdecken sie dabei neue Chancen und sind in der Lage, Innovationen auf den Markt zu bringen. Als ein Beispiel: Uber und Airbnb haben mit ihren Geschäftsmodellen ganze Branchen revolutioniert und sich damit weltweit etabliert. Die eigentlichen Produkte - Taxidienstleistungen und Übernachtungsangebote - standen dabei nicht direkt im Vordergrund. Erfolgsentscheidend war, dass beide Unternehmen in der Lage waren, für bestehende Kundenbedürfnisse völlig neue, innovative Lösungen zu finden. 
 
Von der Geschäftsidee zum Geschäftsmodell 
Wenn Sie Ihr eigenes Unternehmen gründen wollen, stehen Sie vor der Aufgabe, für Ihre Geschäftsidee ein marktfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Mit Ihrer Geschäftsidee formulieren Sie zunächst eine allgemeine Vorstellung darüber, was Ihr Unternehmen für seine Kunden leisten soll. Das Geschäftsmodell dient dazu, das von Ihnen angedachte Leistungsangebot zu spezifizieren, so dass daraus Schritt für Schritt ein konkretes Konzept für Ihre unternehmerische Tätigkeit entsteht. Das Business Model Canvas kann Ihnen dabei helfen, Ihr Geschäftsmodell zu strukturieren und zu visualisieren. Mit dem Business Model Canvas behalten Sie alle wesentlichen Dimensionen Ihrer Unternehmenstätigkeit im Blick. 
 
Business Model Canvas - wie es funktioniert 
Das Business Model Canvas wurde im Jahr 2008 durch die Ökonomen Alexander Osterwalder und Patrick Stähler entwickelt. Ein wesentlicher Vorteil des Modells ist sein unkomplizierter Aufbau - alle Komponenten des Geschäftsmodells werden auf einer Seite dargestellt. 
 
Den Kern des Business Model Canvas bildet das Wertversprechen Ihres Unternehmens. Für die Entwicklung Ihres Geschäftsmodells dient es als roter Faden - alle anderen Komponenten werden so konzipiert, dass sie die Value Proposition unterstützen oder mindestens ihre Wirkung nicht behindern. Hieraus leiten Sie Ihre Zielgruppen sowie wichtige Kriterien für die Herstellung und Vermarktung ihrer Leistungsangebote ab. Das folgende Beispiel illustriert, wobei es darum geht: Ein Unternehmen plant, Lebensmittel aus biologisch angebauten und fair gehandelten Grundstoffen auf den Markt zu bringen. Damit wendet es sich primär an Kunden, die nachhaltig konsumieren und geniessen wollen. Dieses Wertversprechen bezieht sich nicht nur auf das Produkt an sich, sondern auch auf dessen Herstellungsprozess. Ebenso sollte die Value Proposition des Produktesund des herstellenden Unternehmens in allen Werbe- und Vertriebsmassnahmen sowie im Produkt- und Markenauftritt am Point of Sale zum Ausdruck kommen. 
 
Im Business Model Canvas werden im nächsten Schritt alle wesentlichen Komponenten des Geschäftsmodelles eingetragen: 
 
  • Wesentliche unternehmerische Aktivitäten 
  • Lieferanten und andere externe Partner 
  • Kosten und Ressourcen 
  • Zielgruppen und Kunden 
  • Vertriebskanäle 
  • Umsätze und Erträge
 
Mehrere Geschäftsmodelle entwickeln und vergleichen 
Optimal ist, wenn Sie nicht nur ein Geschäftsmodell entwickeln. Mehrere Modelle unterstützen Sie dabei, Ihre Geschäftsidee auf optimale Art und Weise umzusetzen. Erfolgreich ist ein Geschäftsmodell vor allem dann, wenn Sie damit eine Marktlücke besetzen, echte Bedürfnisse ihrer potenziellen Kunden adressieren und gleichzeitig die Stärken Ihres Unternehmens in vollem Umfang mobilisieren. Durch diese Kombination verschaffen Sie Ihrer Firma gegenüber Wettbewerbern einen fundamentalen Vorteil.