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Menschlichkeit im Management: Möglich oder nicht?

Veröffentlicht am 21.08.2017
Menschlichkeit im Management: Möglich oder nicht?
Das Management steht immer mehr als „unmenschlich“ in der öffentlichen Kritik. Aber ist Menschlichkeit im Management überhaupt möglich?
Menschlichkeit ist ein ungeliebtes Wort in vielen Unternehmen. Es steht für Probleme und Kosten jeder Art, wie Krankheit oder Fehleranfälligkeit. Wo Menschen sind, gibt es zudem Konflikte und Leistungsschwankungen. Mit Robotern wäre das nicht der Fall. Also wird die menschliche Arbeitskraft ersetzt, wo es geht. Dieser Eindruck entsteht zumindest in den letzten Jahren bei einem genauen Blick in das Management vieler Unternehmen. Doch „leider“ ist es eben nicht immer möglich, den Faktor „Mensch“ durch Technologien zu ersetzen. Und das ist auch gut so, ansonsten wären wir bald alle arbeitslos. Dennoch werden „schwierige“ Mitarbeiter vielerorts kurzerhand gekündigt, sobald sie Probleme bereiten. In Zukunft wird dies dank Fachkräftemangel aber in immer weniger Branchen möglich sein. Experten fordern deshalb jetzt ein Umdenken: Das Management muss wieder menschlicher werden und Menschlichkeit sollte als Chance gesehen werden, statt als Risiko.  



Roboter sind für viele Manager die perfekten Mitarbeiter. Doch wie bereits erwähnt, ist die Ersetzung der Arbeitnehmer durch Roboter, Technologien oder Software nicht flächendeckend möglich – glücklicherweise! Wie sieht also die Alternative aus? Für viele Manager ist die Antwort auf diese Frage eindeutig: So roboterhaft wie möglich. Sie wünschen sich angepasste Mitarbeiter, Konformität und maschinenartige Funktionalität. Wer gegen den Strom schwimmt, stört. Wer richtig unbequem wird, wird mittels Kündigung „entsorgt“. Dabei wären es gerade diese Querdenker, Störenfriede und Visionäre, welche das Unternehmen auf das nächste Level bugsieren könnten. Ein Steve Jobs beispielsweise, ist beim Aufbau seines Imperiums „Apple“ auch nicht mit dem Strom geschwommen. Doch ein solches Umdenken würde für die Manager bedeuten, dass wieder mehr Menschlichkeit in Schweizer Führungsetagen Einzug halten muss.  



Der gefährliche Trend zum häufigen Jobwechsel

Unterstützt wird der Hang zur schnellen Kündigung noch durch einen weiteren Trend: Häufige Jobwechsel in Lebensläufen werden nicht nur immer akzeptierter, sondern laut Experten bereits das neue „Normal“. Die Patchwork-Karriere wird als Wunschmodell propagiert und bringt unbestritten allerhand Vorteile mit sich. Doch sollte sie nicht als Rechtfertigung für eine übereilige Kündigung und die Vermeidung von zwischenmenschlichen Problemen dienen – und zwar weder auf der Arbeitnehmer- noch auf der Arbeitgeberseite. Talententwicklung wäre stattdessen das Stichwort, mit welchem sich Manager einmal auseinandersetzen sollten.



Konflikte als Chance? Das Problem mit der Menschlichkeit im Management 

Jeder Mensch bringt schliesslich individuelle Talente mit und gerade jene Querdenker und Visionäre sind häufig die kreativen Köpfe hinter einem Unternehmen. Sie überdenken bestehende Strukturen, finden für alte Probleme neue Lösungen oder haben die unschlagbare Geschäftsidee der nächsten Generation. Führungskräfte sollten das grosse Potenzial dieser „komplizierten Mitarbeiter“ deshalb erkennen und diese gezielt fördern. Sie stellen für den wirtschaftlichen Erfolg sowie die internen Strukturen eines Unternehmens eine grosse Chance dar. Doch wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es eben auch Konflikte, Missverständnisse & Co. Menschlichkeit im Management ist deshalb zwar möglich, wird von vielen Führungskräften aber als schwierig empfunden und da ist die Kündigung eben der einfachere Weg ­– zumindest bislang.





– by co2-kommunikation.ch –



Bildquelle: thinkstock